Komisch? Nicht wirklich ...

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Das war wieder einmal einer dieser Momente, in denen die andere Seite in der Leitung sich vor Lachen kaum wieder einkriegen wollte und ins Telefon prustete, als wäre sie kurz vor dem Ersticken, und ich vor Entsetzen zunächst mal sprachlos blieb und nur hoffen konnte, dass sich daran möglichst bald etwas ändert, denn irgendwie musste ich auch diese Unterhaltung zu einem Ende führen. Passiert war dies:

"Wer im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen schmeißen", meinte die Frau zunächst, bevor sie mir erklärte, dass es ihr um den Artikel "Z wie Zwickau" heute auf der Titelseite der "Freien Presse" gehe, in dem in einer eher heiteren Art und Weise darüber informiert wurde, dass das Deutsche Institut für Normierung an einer neuen Fassung der Buchstabiertafel arbeitet, weil in der alten immer noch zu erkennen ist, dass in der Zeit der Nationalsozialisten alle jüdischen Namen entfernt worden waren, so dass beispielsweise aus Nathan Nordpol oder aus David Dora wurde. Dies soll nun anders werden, weshalb zum Beispiel aus Nordpol dann eben Nürnberg werden soll. Was die Anruferin so maßlos erheitert hat, war dies: "Den Artikel hat Gregor Bauernfeind geschrieben." Meine Frage in den virtuellen Raum: Findet das irgendjemand da draußen noch auch nur ansatzweise lustig? Im Gegensatz dazu fand ich den Hinweis einer anderen Leserin zum selben Artikel zumindest ein kleines bisschen komisch, weil sie mir erklärte, dass ihr zu diesen Bemühungen, die Buchstabiertafel dem Zeitgeist entsprechend zu verändern, nur ein Hinweis einfalle: "Dresdner Straße." (Wobei das nur verstehen kann, der weiß, welche medizinische Einrichtung sich dort befindet.) Tatsächlich am treffendsten hat von den fünf Lesern, die sich wegen des Artikels "Z wie Zwickau" bei mir gemeldet hatten, dieser Mann es auf den Punkt gebracht: "Es hat den Anschein, dass man das Rad immer wieder neu erfinden muss."

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