Es war dann soweit: Witz komm raus ...

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Eigentlich habe ich nur darauf gewartet, denn nach elf Jahren habe ich mehr als nur ein ausgeprägtes Gespür dafür, ín welcher Art und  Weise, also nicht inhaltlich, die Leserinnen und Leser auf bestimmte Themen reagieren, weshalb ich mir ganz sicher war, dass es nicht mehr lange dauert und der erste Anrufer mir einen Witz zur Debatte über eine gendergerecht Sprache erzählt. Heute um 11.07 war es soweit, darüber sollte ich nach Meinung des Manns in der Leitung lachen:

"Kommt eine genderbewusste Frau in eine Gaststätte und bestellt eine Radlerin.

Sagt der Wirt: Tut mir leid, aber das Zapfhuhn ist leider defekt."

Ansonsten waren die zwei Stunden meiner Sprechstunde heute eher weniger angenehme, weil sieben Leute sich bei mir gemeldet haben, nachdem sie den Artikel "Ministerium will Werbepost an Impfskeptiker verschicken" gelesen hatten, denn sie waren fest davon überzeugt, dass irgendwelche geheime (Ein O-Ton: "Es Erinnert an DDR-Zeiten, als Andersdenkende auch von Staatsorganen ausgespäht wurden") Mächte genau erfassen, wer geimpft ist und wer nicht, nur um diese Daten dann auszuwerten, weiterzuleiten oder sogar an den Meistbietenden zu verkaufen. An diesem Punkt gestehe ich gern ein: Keinen dieser sieben Leser konnte ich mit dem Hinweis, dass das nicht so ist, beruhigen, weil ich bei dem Versuch, es ihnen zu erklären, kläglich gescheitert bin, denn ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass ich ihnen mehr oder weniger direkt sagen muss, dass sie den Artikel nicht aufmerksam genug gelesen hatten. Am Ende habe ich immer dies gesagt: "Es sollen lediglich immer dort, wo besonders viele Impfskeptiker vermutet werden, flächendeckend und eben nicht gezielt an bestimmte Personen solch Werbebriefe verschickt werden." Denn ich wollte ihnen nicht noch einmal den zweiten Satz des Artikels vorlesen, der da lautet: "'Wir werden uns demnächst direkt an die Haushalte wenden, wo wir die Zielgruppe vieler noch nicht geimpfter Menschen vermuten', kündigte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstagnachmittag an." Das ist doch wirklich nicht schwer zu verstehen, oder bin ich da auf dem Holzweg? Ich will doch an mir arbeiten, ganz bestimmt.

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