Von Fehlern und Sichtweisen

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Zu Beginn möchte ich, weil ich die Hoffnung habe, dass auch der eine oder andere Kollege in der Redaktion diesen Eintrag liest und vielleicht anderen davon erzählt, von einem Gespräch mit einem Leser berichten, der zu denen zählt, die mich immer anrufen, wenn sie eine bestimmte sprachliche Unkorrektheit in der Zeitung gefunden haben, weil sie überzeugt sind, dass steter Tropfen den Stein höhlt und die Kollegen „endlich mal lernen“, dass es so nicht richtig ist. Weil er mich zuvor danach gefragt hatte, durfte er mir den Satz vorlesen, der ihn veranlasst hatte, mich anzurufen, es war dieser: "Nach Polizeiangaben öffneten die Unbekannten mehrere Türen, gelangten in den Kassenbereich und suchten scheinbar nach Bargeld." Gerade kommt mir die Idee, das Rätsel diesmal nicht zu lösen und zu verschweigen, welcher (eklatanter) Fehler bei Gebrauch der deutschen Sprache in diesem Satz zu finden ist; wer ihn nicht findet, aber unbekannt erfahren möchte, muss mir schon schreiben, sonst erfährt er ihn nicht; gemein, ich weiß, aber irgendwie brauche ich ab und zu auch mal einen Beweis für die Bedeutsamkeit meines Blogs uns seiner Einträge, auch wenn es nur ein solcher Hinweis ist. 

Nun werde ich mir abschließend selbst noch untreu, weil ich irgendwann einmal beschlossen habe, dass ich hier keine Hinweise oder Kommentare von Lesern am Telefon mehr erwähne, wenn ich davon ausgehen muss, dass diese Leute ein grundsätzliches Problem mit der Debatte über die Verbreitung von Rassismus in unserer Gesellschaft haben und deshalb eher dazu neigen, Fälle von unmittelbaren oder unterschwelligen Rassismus verharmlosen zu wollen. Doch was ich mir heute zu der Kolumne "Zerrbilder aus dem Busch" unter der Rubrik "Heim & Welt" auf der Seite "Kultur" anhören durfte, kann ich mit einem Satz zusammenfassen, den mir ein Leser mitgeteilt hat und der jeder weitere Beschäftigung mit solchen Äußerungen unnötig macht. Dieser war es: "Schon als ich Kind war haben wir uns zu Fasching als Indianer verkleidet, nicht aus Spott, sondern wir waren stolz, den Federschmuck zu tragen, und wenn jemand ein Problem damit hat, dass sich hier Kinder als Scheich oder sonst was verkleiden, kann er das Land gerne verlassen." In diesem Moment kam dann wieder in den Sinn, wie wichtig mir der eine Eckpfeiler des Fundaments meine Weltanschauung ist: Per aspera ad astra – so soll es sein.

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