Da kann man sich nur fragen ...

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Ach, wie habe ich sie vermisst, diese kurzen Randnotizen aus meinen Protokollen der Gespräche mit Lesern zwischen zehn und zwölf, die nicht das Gewicht für einen eigenen Blogeintrag haben, aber auch nicht unter den Tisch fallen sollten, weshalb ich sie jetzt wieder freitags an dieser Stelle der Öffentlichkeit (von zwei Leserinnen weiß ich wenigstens) nicht vorenthalten möchte.

Episode 1: Tatsächlich geschmunzelt habe ich, als mich als Reaktion auf den Bericht "Holt das Mädchen vom Pferd runter", in dem es um die Gründe für das Ausscheiden einer deutschen Teilnehmerin beim Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen ging, ein Frau anrief und mir erklärte, dass dieses Verfahren doch eigentlich eine gute Idee sei und auf alle Sportarten übertragen werden könnte, mit dieser Konsequenz: "Bei der Formel 1 sind die Piloten dann nicht im eigenen Auto unterwegs, sondern ihnen wird ein Fahrzeug zugelost, ist doch viel fairer, finden Sie nicht auch?"

Episode 2: Kein Geheimnis: Ich habe zwei Vornamen. Doch ein Geheimnis: Der zweite geht niemanden etwas an, weil ich die Witze deswegen nicht mehr hören kann. Darum geht es: "Das ist wirklich eine gute Frage, ich werde meine Kollegen gleich mal eine Mail schicken, dass Sie angerufen haben, damit sie das Thema recherchieren und darüber einen Artikel schreiben können", sagte ich der Anruferin, die auch zwei Vornamen hat und nun, weil der Rufname zu DDR-Zeiten unterstrichen und bei ihr eben der zweite war und ist, oft und vor allem von Behörden, Banken und offiziellen Institutionen mit dem falschen (und eben ungeliebten) Vornamen angeschrieben und sogar angesprochen wird. "Ich möchte wissen, was man dagegen machen kann", erklärte sie mir den Grund für ihren Anruf. Zu meinem Geheimnis: Reinhard A. Oldeweme

Episode 3: "Die Kandidaten aller Parteien für die Bundestagswahl sollten auf ihre öffentlichen Wahlkampfauftritte verzichten und das dadurch eingesparte Geld den vom Hochwasser geschädigten Menschen in Nordrhein-Westfallen zukommen lassen", sagte eine Leserin und fügte hinzu: "Politiker reden doch immer so viel von Solidarität unter den Menschen, dies wäre dann mal ein echtes Zeichen dafür, dass sie es auch ernst meinen." Wie ich am Telefon darauf reagiert habe? Geseufzt habe ich, tief Luft geholt habe ich, gesagt habe ich: "Ach, wenn das Leben doch manchmal wirklich so einfach wäre ..."

Episode 4: Mein Wissen über das Leben in der DDR ist in dieser Woche angewachsen, weil mich Leute wegen der beiden Leserbriefe unter der Überschrift "Blick auf die DDR ist gespalten" angerufen und erzählt haben, was sie in den Jahren bis zum Herbst 1989 alles so erlebt haben. Unter anderem weiß ich jetzt, was Preolitschindels sind. Hand aufs Herz, Ihr lieben Leute da draußen, die Ihr auch eine solche Vergangenheit habt: Wisst Ihr, was es mit den Preolitschindeln auf sicht hat? Ohne zu googeln?

Episode 5: Die Zusammenfassung für die zu Ende gehende Woche darf heute ein Leser übernehmen, der mir einen Brief mit seiner Sicht auf die allgemeine Lage geschrieben hat, denn sein letzter Satz war dieser: "Da kann man sich nur die Frage stellen: Wie krank ist unsere Gesellschaft geworden?" 

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