Die richtige Richtung - aber welche?

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Gerade habe ich darüber nachgedacht, ob ich in meinem Blog nach langer Zeit mal wieder meine Randnotizen zum Wochenausklang veröffentlichen soll, doch dann habe ich diesen Plan schnell wieder verworfen, weil ich bei der Durchsicht meiner Protokolle der Gespräche zwischen zehn und zwölf festgestellt habe, dass diese Hinweise von Lesern so viel "erleuchtendes" Potenzial besitzen, dass sie für sich selbst sprechen können und keines weiteren Kommentars von mir oder sogar eine Erklärung bedürfen. Also, hier sind sie, die Leser, wie sie nun mal sind und was sie so meinen:

"So etwas kann es auch nur in den USA geben", meinte eine Anruferin und teilte mir mit, wie schlimm sie es findet, dass eine US-Gouverneurin die Seiten gewechselt hat, zur Kriminellen geworden ist und eine Entführung geplant hat, wobei ich das erst verstanden habe, nachdem ich die Überschrift "Entführung von Gouverneurin geplant" in der Zeitung gelesen hatte, bevor ich mich dann bei der Hüterin der deutschen Grammatik für ihren Anruf bedanken konnte.

"Bevor Sie sich wundern und vielleicht sogar ärgern, aber dies ist erst das fünfte Mal in die diesem Jahr, dass ich mich bei ihnen melde", meinte der Anrufer, den ich seit vielen Jahren kenne, weil er tatsächlich mehr oder weniger regelmäßig wieder mal ein Beispiel dafür findet, dass seiner Ansicht nach die deutsche Sprache dem Untergang geweiht ist, weil sie von der englischen zunehmend vereinnahmt und in der Folge verdrängt wird; sein Beispiel war diesmal wirklich ein hässliches, weil zweisprachig kombiniertes Wortungetüm, es war der "Azubi-Welcome-Day".

Ihre Anzahl ist gegenüber den ersten Wochen nach Ausbruch der Pandemie zwar stark gesungen, doch immer noch vernehme ich die Stimmen von Lesern, die sich bei mir melden, weil es ihnen gefällt, wenn sie (auch nur symbolisch) mit dem Finger auf andere zeigen können, so wie dieser Mann, der meinte: "Wenn Sie mal ein Beispiel für die Unvernunft der Menschen erleben wollen, dann sollten Sie sich mal im Einkaufscenter (...) anschauen, wie viele sich wirklich an die auf dem Fußboden ausgewiesene Laufrichtung halten", meinte er und konnte dann meine Frage so gar nicht verstehen: "In beiden Richtungen?"

Und dann gibt das noch ein Foto (siehe oben), das mir ein Leser ohne weitere Erklärung geschickt hat, von dem ich nicht weiß, warum ich es erhalten habe, und weil ich in diesem Fall ratlos bin und Hilfe gebrauchen kann, zeige ich es hier und formuliere die Frage unmissverständlich: Was will uns der Leser damit sagen?

 

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