Der aus dem Jenseits spricht

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Mit dem Jenseits im Allgemeinen habe ich überhaupt kein Problem, solange mir niemand erzählen möchte, dass dort jemand sitzt, von dem er meint, dass diese Person selbst von dort aus noch Einfluss auf unser Leben nehmen könnte, weshalb es seiner (des Lesers) Ansicht nach gut wäre, sich öfter mal an ihn zu erinnern, damit er oder sie (die Frau oder der Mann im Reich der nicht mehr Lebenden) in seinen Bemühungen, uns den rechten Weg zu weisen, nicht nachlässt. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach Erich Honecker (siehe Blogeintrag "Echt jetzt: Er ist wieder da" von Montag) hat sich jetzt ein weiterer bedeutender Mensch der jüngeren deutschen Zeitgeschichte bei mir gemeldet und mir seine Meinung zu der Entwicklung in Afghanistan nach dem Abzug der westlichen Truppen mitgeteilt. "Ich habe es damals schon gewusst, aber auf mich hat man nicht hören wollen", ist das Fazit seines Beitrages, den er mir (leider nur als Fotokopie) zugeschickt hat. "Raus aus Afghanistan" lautet die Überschrift, erschienen ist er in der Ausgabe 9/2007 der politischen Zeitschrift "Cicero". Geschrieben hat ihn Peter Scholl-Latour, der vor sieben Jahren gestorbene Journalist und Bestsellerautor von Sachbüchern. Ich habe den Artikel aufmerksam gelesen und meine: Der Mann hatte so was von Recht, dass ich ihm gerne schreiben würde, wie leid es mir tut, dass damals niemand auf ihn gehört hat, kann mir jemand dabei helfen, ihm eine Nachricht zukommen zu lassen? (Nebenbei bemerkt: Seit gerade weiß ich wieder, wie man Séance schreibt, weil ich immer vergesse, in welche Richtung der kleine Strich beim "accent aigu" zeigen muss.) Nein? Niemand? Wie schade. 

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