Was einen (oder in diesem Fall auch mehrere) Menschen beziehungsweise in diesem speziellen Fall den Leser einer Tageszeitung dazu bewegen mag, an dem Tag nach einer Landtagswahl die Tabellen mit den prozentual aufgeführten Direkt- und Listenstimmen so lange zu prüfen und nachzurechnen, bis er eine Summe findet, die nicht genau 100 Prozent ergibt, nur um dann beim Leserobmann anzurufen und ihn auf den vermeintlichen Fehler hinzuweisen, weiß ich nicht. Vermutlich wird es ein ähnlicher Grund sein wie der, den einen Anrufer heute dazu bewogen hat, nachdem er den Artikel "Das darf der Ranzen wiegen" auf der jüngsten Seite "Kinder & Co" gelesen hatte, mich darauf hinzuweisen, dass leider auf dem Text nicht hervorgeht, warum die Experten meinen, dass bei einem 25 Kilogramm schweren Kind der Schulranzen samt Inhalt maximal 3,7 Kilogramm wiegen darf, wenn doch die ihm bekannte Faustregel gelte, dass das zulässige Gesamtgewicht eines Ranzen nicht mehr als ein Zehntel des Körpergewichts betragen dürfe. Nur damit nun keine falscher Eindruck entsteht: Schon vor Jahren habe ich beschlossen, mir die Frage nach einem Motiv der Leser für den Anruf bei mir zwischen zehn und zwölf nicht in dem Sinne zu stellen, dass es wirklich wichtig sein könnte für meine Arbeit, darauf auch eine Antwort zu finden. Warum ich dann diesen Blogeintrag mit dieser hypothetischen Fragestellung eingeleitet habe? Gute Frage, ehrliche Antwort: ein Ablenkungsmanöver. Denn würde ich darüber schreiben wollen, was mich gestern und heute hauptsächlich beschäftig hat, und dabei auch ins Detail gehen wollen, müsste ich nämlich von den Lesern berichten, die mir (damit mehr oder weniger der ganzen Welt) erklären wollten, warum die AfD so gut abgeschnitten hat und was das für Sachsen und ganz Deutschland bedeutet. Und bei allem Respekt, und ich bitte um Nachsicht: Dazu habe ich wahrlich keine Lust. Und weil dies nun einmal mein Blog ist, mir also tatsächlich niemand irgendwie Vorschriften machen kann, steht mir diese Entscheidung auch zu. Ob ich damit nicht meine eine eigene Regel missachte, keine politisch motivierten Blogeinträge zu schreiben? Nein, das tue ich nicht, weil nämlich nur ich sicher weiß, dass das Spektrum  der Meinungen zum guten Abschneiden der Rechtpopulisten von einem zum anderen Rand reichte, weshalb das Weglassen zu einer grundsätzlichen und keiner persönlichen Entscheidung wird. Alles klar? Noch Fragen?

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