Die von mir selbst gesetzte Grenze von mindestens fünf Gesprächen an einem Vormittag mit Lesern, deren Inhalt mir so viel zu denken gibt, dass ich ihn einfach nicht für mich behalten kann und deshalb unbedingt (hier) loswerden muss, ist heute um 11.43 Uhr überschritten worden, so dass mir jetzt keine andere Wahl bleibt, als die Pause für meinen Blog als für beendet zu erklären. Da müssen wir jetzt also gemeinsam durch, dies waren die Sorgen und Nöte der Leute, die sie bewogen hat, sich heute bei mir zu melden und in Aussicht stellen, das Lesen der "Freien Presse" möglicherweise einzustellen, sollten ihre Hinweise ohne Konsequenz bleiben.

"Wir haben schon drei Mal in dem Land unseren Urlaub verbracht und die Menschen dort als besonders höflich und zuvorkommend kennengerlernt, von der beeindruckenden Kultur ganz zu schweigen, und deshalb können wir einfach nicht verstehen, dass sich diese das Land verunglimpfende Bezeichnung durchgesetzt hat", meinte ein Anrufer und forderte mich ultimativ auf, meine Kollegen darüber zu informieren, dass sie auf keinen Fall weiterhin von einer Kenia-Koalition oder Kenia-Regierung schreiben sollen.

"Das ist jetzt das dritte Mal innerhalb von wenigen Wochen, dass ich bei Ihnen anrufe und mich deswegen beschwere, aber ich kann Ihnen versichern, dass es ein viertes Mal nicht geben wird, weil ich vorher das Lesen Ihrer Zeitung komplett einstellen werde", sagte ein Anrufer, dem ich zunächst versicherte, dass ich mich an die ersten beiden Unterhaltungen mit ihm gut erinnern kann, bevor ich ihm nochmals versprach, meine Kollegen in der Redaktion auch noch einmal über seine Kritik zu informieren. Was ihn so verärgert hat? Dieser Satz heute auf der Seite "Zeitgeschehen": "Unter dem Patronat von Kremlchef Wladimir Putin entsteht ..." Was daran so verwerflich ist? Dies: "Der Mann ist der Präsident der Russischen Föderation und damit das Staatsoberhaupt von Russland, ihn als Kremlchef zu bezeichnen, ist eine Beleidigung."

"Darf ich Ihnen meine persönliche Meinung zu der Klimadebatte sagen, ich mache es auch kurz?" fragte mich eine Frau in der Leitung, die mir dann, nachdem ich ihr versichert habe, dass sie das gern dürfe, weil das doch mein Aufgabe sei zwischen zehn und zwölf, dies sagte: "Der Worte sind genug gewechselt, lasst endlich Taten sehen und uns Bäume pflanzen, statt dauernd zu demonstrieren und sich in hysterischen Reden zu ergehen."

"Ich habe in Ihrer Zeitung gelesen, dass es Überlegungen und bereits konkrete Vorstellungen gibt, das Personal bei der Pflege von kranken und hilfsbedürftigen Menschen von Robotern zu ersetzen", sagte der Mann in der Leitung, dem ich in diesem Punkt zustimmen konnte, weil ich mich an den Beitrag "Ersetzt dieser Roboter bald den Pfleger?" auf der Seite "Rat & Leben" in der vergangenen Woche gut erinnern konnte. Der Leser meinte: "Stellen Sie sich doch bitte mal bildlich vor, wenn Ihnen bei bestimmten körperlichen Reinigungsprozessen eine Maschine das abnimmt, wofür sie nur eine Hand brauchen, das ist doch ..." Weiter möchte ich von diesem Gespräch nicht berichten, weil ich es vermeiden möchte, dass mir noch einmal die gleichen Bilder von einem Roboterarm an einem bestimmten Körperteil in den Sinn kommen.

Eigentlich gibt es sie hier nicht, die "Frage des Tages", aber nach diesem Beispiel überlege, ob ich eine solche Rubrik nicht in meinem Blog einführen sollte, denn ein Leser wollte mich und meine Kollegen mit dieser Frage zu eine Recherche bewegen: "Der Preis für einen einfachen Damenhaarschnitt hat sich in den vergangenen Jahren in Etappen verdoppelt - wie spiegelt sich das in der Inflationsrate wieder?"

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