In den vergangenen Tage sind Leute (diese etwas anachronistisch klingende Formulierung wähle ich mal ganz bewusst) bei mir "vorstellig" geworden, die weder in Chemnitz beziehungsweise überhaupt in Sachsen wohnen, noch jemals eine Ausgabe der "Freien Presse" in den Händen beziehungsweise gelesen haben. Allen ging es im Grunde genommen um diese eine Aussage: Die Stadt und die in ihr lebenden Menschen kann man nur bedauern, weil solche Chaoten (auf beiden Seiten) dem Image von Chemnitz über die Grenzen der Region hinaus großen Schaden zufügen und die Bürgerinnen und Bürger diesem Treiben und dieser offenbar andauernden Entwicklung macht- und tatenlos gegenüber stehen, weil jeder Einzelne nicht die Möglichkeit hat, ihr etwas entgegenzusetzen. Ich bringe es mal etwas überspitzt, vielleicht sogar mit einem sarkastischen Unterton auf den Punkt, um was diesen Personen wirkglich ging: Oh, wie tun uns die Chemnitzer leid, dass sie das alles jetzt ertragen und aushalten müssen. Ich habe allen gedankt, mir aber einen Kommentar zu dem, was ich erfahren habe, verkniffen. Bei drei Unterhaltungen am Telefon aber habe ich den Anrufern widersprochen, wenn sie mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck gebracht haben, dass die Menschen in Chemnitz nur die Möglichkeit haben, so lange zu warten, bis sich dieser Spuk von alleine erledigt hat. Dann habe ich gesagt: Falsch, das ist genau das, was sie nicht tun dürfen, denn sie müssen aufstehen und ihre Stimme erheben, damit nicht nur die öffentlich gesehen und gehört werden, die dafür verantwortlich sind, dass Chemnitz überhaupt in diese Situation geraten konnte.

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