Es gibt Themen, bei denen ich einfach nicht mitreden kann und auch gar nichts erst versuche, so zu tun, als hätte ich doch etwas dazu zu sagen. Weil ich aber die Gespräche mit Lesern zu solchen Artikeln und Reportagen hier nicht unter den Tisch fallen lassen möchte, weil ich davon überzeugt bin, dass es Leute gibt, die sehr wohl etwas zu diesen Ansichten zu sagen haben, habe ich mich schon vor Jahren dazu entschieden, diese Meinungen hier ohne weiteren Kommentar wiederzugeben mit der Hoffnung, dass ich Reaktionen darauf erhalte und diese dann in meinem Blog oder vielleicht sogar in einer Kolumne auf der Seite "Leserforum" verarbeiten kann. Aber ich gebe auch gern zu: Manchmal will ich auch nur meine Neugier befriedigen, weil ich wissen möchte, ob ich angesichts meiner Unwissenheit mir vielleicht doch ein Urteil erlauben darf, ob der Leser mit seiner Haltung eher die Ausnahme oder doch die Regel ist. Lange Rede, kurzer Sinn:

"Von NVA bis Trabi-Friedhof: Ausstellung zeigt DDR-Fotos" lautete die Überschrift des Artikels, der einem Leser gewaltig in die Nase gefahren war, weshalb er sich bei mir gemeldet hat, um mal ordentlich Dampf abzulassen. (Ratsam wäre es also, zuerst den Bericht selbst zumindest zu überfliegen, damit man die Meinung des Lesers einordnen kann.) Ich fasse zusammen, was die Frau mir vorgetragen hat: Soll denn das niemals aufhören, die Hetze gegen die ehemalige DDR und die ganz gezielten Verunglimpfungen, ständig findet man neue Betätigungsfelder dafür. Ist man sich denn nicht bewusst, wie sich manche Menschen fühlen, die in der DDR gelebt, geliebt und gearbeitet haben und denen man ständig erzählt, wie wertlos doch ihr Leben gewesen sei?  Es gibt wohl kaum eine Plattform (Funk, Fernsehen, Presse), welche die Menschen respekt- und verständnisvoll darstellt, fast immer ist eine Spur Verächtlichkeit und Geringschätzung dabei. Dabei besteht dazu überhaupt kein Anlass: Warum wohl, wächst das Land nach so langer Zeit noch immer nicht zusammen? Dazu gehört gegenseitiger respektvoller Umgang, auch mit der Vergangenheit und keine Siegerallüren.

Meine Frage: Ist das eine Einzelmeinung oder vielleicht doch eine weit verbreitete Ansicht?

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