Bei einem (etwa eine Viertelstunde dauerndem) Gespräch über die allgemeine Lage auf der Welt (politisch, wirtschaftlich sowie auf die Umwelt und den Klimawandel bezogen) hat mir ein Leser heute verraten, was er unter anderem für eins der für den Niedergang der Menschheit verantwortlich Grundübel hält: "Das ist dieser von der Werbeindustrie zu verantwortende Konsumrausch, denn wir kaufen mittlerweile mehr das, was uns als notwendig suggeriert wird, obwohl wir es gar nicht wirklich brauchen und gut darauf verzichten könnten, um Natur und Umwelt zu schonen und der drohenden klimatischen Apokalypse etwas entgegensetzen zu können." Das konnte ich gut nachvollziehen, was ich dem Mann auch gesagt habe, aber trotzdem fragte ich ihn, ob er mir ein Bespiel aus seinem persönlichen Umfeld nennen könne. Seine Antwort: "Der Kleiderschrank meiner Frau." An dieser Stelle habe ich (leise in mich hinein) schmunzeln müssen, weil ich diese Reaktion tatsächlich lustig fand, doch oft genug weiß ich nicht, ob ich lachen oder doch lieber weinen soll angesichts dessen, was mir Leute gerade mitgeteilt haben. Zwei Beispiele:

Eine Leserin hatte sich bei mir gemeldet, nachdem er die Nachricht "Impfung ist nicht nur was für Kinder" in der Zeitung gelesen hatte. Sie zitierte daraus: "Häufigster Übertragungsweg für Hepatitis B ist ungeschützter Geschlechtsverkehr." Und meinte: "Ich wusste gar nicht, dass Babys und Kleinkinder ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ständig wechselnden bzw. die Jungen mit gleichgeschlechtlichen Partnern haben. Aber man lernt nie aus."

"Als ich neulich an der Fleischtheke stand und meine Frau nach ihrem Wunsch für das Sonntagsessen fragte, antworte sie mir: Zigeunersteck." Das hat mir ein Leser mitgeteilt und hinzugefügt: "In der Reihe hinter mir hörte ich ein Raunen, ich konnte mir nur noch an den Kopf greifen und erwidern: Wie sind sogar noch Chemnitzer." Sich bei mir gemeldet hatte, nachdem er die Meldung "Rassismusvorwurf - Umstrittene Gesänge in der CFC-Loge" gelesen hatte. Was mich dann zu diesem, meinen Gewissenskonflikt gebracht hat, war sein Hinweis: "Vor 30 Jahren wäre das ein Fall für die Stasi gewesen, hoffentlich stand kein IM hinter mir."

Bei diesem Versuch eines Leser, Humor ins Spiel zu bringen, war ich mir sicher, was die Entscheidung für das Lachen oder Weinen betrifft, aber ich behalte sie trotzdem liebe mal für mich. Der Mann meinte zu den Berichten über die Folgen des Rücktritts von Andrea Nahles: "Aber was haben eigentlich die Deutsche Bank und die SPD gemeinsam? Richtig, beide Organisationen verlieren immer weiter an Marktwert. Und beide sind auf der Suche nach einem erfolgversprechenden Geschäftsmodell und nach geeigneten Führern aus der Krise." Steht "Führer" nicht auch auf einem Index?

Weitere Blog-Einträge