Nächstenliebe ist relativ - oder?

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Ein Leser hat mir heute mitgeteilt, dass er der Evangelischen Kirche künftig kein Geld mehr zukommen lassen wird. Zu dieser Entscheidung sei er gelangt, nachdem er am Samstag den Artikel "Ein Schiff allein auf weiter Flur" gelesen und darin erfahren hat, dass das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" nun vor der Küste Libyens kreuzt, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten, und nachdem in der Bildnachricht "Schiff der evangelischen Kirche rettet 97 Flüchtlinge" heute in der Zeitung dann auch noch zur Kenntnis nehmen durfte, dass diese Aktion der Kirche tatsächlich dazu geführt hat, dass Menschen nicht sterben mussten. Zunächst konnte ich ihm gar nicht folgen, weil es mir so wenig nachvollziehbar erschien, was ich da zu hören bekam, bis dann der Satz fiel, der mir klarmachte, wessen Geistes Kind der Mann in der Leitung ist: "Die Kirche soll sich um die Mittelosen und Armen bei uns kümmern, denn die werden gegenüber den Flüchtlingen in unserem Land oft wie Menschen dritter Klasse gehandelt." Ein längeres Gespräch wurde es aber nicht, weil ich das Ende mit der Frage einleitete, ob es in dem christlichen Glauben eine Grenze gibt, wo die Nächstenliebe aufhört und einem Schicksal von Menschen offenbar völlig egal ist. Ganz ehrlich? Die Woche kann nur besser werden, denke und hoffe ich, sollte ich dafür beten?

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