Weil ich Leserbriefe, in den es um Meinungen geht, die sich nicht auf eine Artikel in der Zeitung beziehen oder sogar nicht einmal ein spezielles, sondern ein mehr oder weniger allumfassendes Thema zum Gegenstand der subjektiven Betrachtung haben, nur in den seltensten Fällen veröffentlichen darf, habe ich in der Vergangenheit schon häufiger meinen Blog dazu genutzt, die eine oder andere Ansicht wiederzugeben oder zur Diskussion zu stellen. Bei diesem Beispiel fällt mir das sogar besonders leicht, weil ich den Inhalt zu einem 20-Punkte-Programm zusammenfassen und hier auflisten kann, ohne dass ich Gefahr laufe, dem Ansinnen des Autors nicht gerecht zu werden. Für eine bessere Welt schlägt der Mann vor:

1. Alle Menschen sollen gleich behandelt werden, niemand sich über einen anderen stellen dürfen.

2. Die Staaten der internationalen Gemeinschaft müssen sich einmischen und alles überwachen.

3. Nur gesunde Lebensmittel dürfen auf den Markt kommen.

4. Es muss ein einheitliches Bildungssystem geben.

5. Die Grundsteuer gehört abgeschafft.

6. Die Zahl der Krankenkassen wird auf eine reduziert.

7. Die Trennung von Staat und Kirche wird konsequent vollzogen, es gibt keinen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen mehr.

8. Wohnen, Wasser, Wärme, Strom und öffentliche Verkehrsmittel müssen bezahlbar bleiben.

9. Alle Menschen sollen Arbeit haben, damit man Sozialleistungen wir Hartz IV nicht mehr braucht.

10. Das Beamtentum ist überholt und gehört geschafft, weil es eine Gruppe von Menschen privilegiert.

11. Um die Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht ausufern zu lassen, sind Begrenzungen auf allen Ebenen erforderlich.

12. Die Abgeordneten der Parlamente sollten ehrenamtlich arbeiten.

13. Damit es echte Demokratie gibt, müssen die Personen unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.

14. Global gesehen muss es zu einem Gleichstand bei den Importen und Exporten kommen, damit es keine Verlierer mehr gibt.

15. Das Hochschrauben von Löhnen und Preisen muss gestoppt werden.

16. Jeder Mensch muss freien Bildungszugang haben.

17. Hungernde und Menschen ohne Dach über dem Kopf darf es nicht mehr geben.

18. Das Forschen, um das Leben lebenswerter zu machen, darf nie aufhören.

19. Jeder Mensch sollte so gelebt haben, dass er die Welt ein bisschen besser machen konnte.

20. Die reichen Menschen sollten sich bewusst machen, dass das letzte Hemd keine Taschen hat.

Beim Schreiben dieser Liste sind mir zwei Gedanken gekommen: Zum einen möchte ich den Kritikern von Paulo Coelho widersprechen, welche die Bücher des brasilianischen Schriftstellers als spirituelle Träumereien in die Kategorie der modernen Märchen verbannen möchten. Zum anderen möchte ich dem Altkanzler Helmut Schmid sagen, falls er sich dort aufhält, wo er mich vielleicht wahrnehmen kann, obwohl ich bezweifle, dass mein Blog es bis in himmlische Sphären schafft, dass er bei einer Einschätzung völlig daneben lag: Denn wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt gehen, sondern sollte vielmehr dafür sorgen, dass er sie mit so vielen wie möglich teilen kann.

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