Es ist immer die gleiche Situation: Wenn ich an dieser Stelle von einer bevorstehenden Auszeit schreibe - in diesem Fall ist es eine einwöchige Frühlings-, Oster- Familienheimfahrt- und eintägige Radtrainingsausfahrtenpause -, mache ich mir Gedanken, wie ich einleite, dass damit auch mein Blog erst nach meiner Rückkehr an den Arbeitsplatz wieder erscheint. Vorhin kam mir mal wieder der Gedanke, es doch mit Humor zu versuchen: Ein Leser hatte zu einem Rundumschlage angesichts seiner Meinung nach eher tendenziellen Berichterstattung der "Freien Presse" ausgeholt und unterstellte der Zeitung, sich des "Einlullerns" schuldig zu machen. Da es sich um eine Mail handelte, konnte ich mich also nicht verhört haben, wobei ich ihm auch nicht unterstellen möchte, dass sich ein Konsonant eingeschlichen hatte. Ich denke, der Mann meint tatsächlich "einlullern". Ich finde dieses Wort wunderbar, werde es mir merken und dem einen oder anderen Anrufer künftig sagen: "Ich fühle mich ein bisschen eingelullert." Von meinem Staunen über den Inhalt der Fragen von Lesern zu berichten, wäre auch keine schlechte Wahl, um auf meinen Kurzurlaub hinzuweisen, denn kann könnte ich erzählen, dass jemand von mir wissen wollte, ob ich für ihn herausbekommen kann, ob es eine diesbezügliche Verordnung gibt, wann uniformierte Polizisten ihre Mützen tragen müssen beziehungsweise wann es ihnen freigestellt ist, sie auch mal abzusetzen. Was ich ihm geantwortet habe? Das verrate ich nicht. Aber ich mach kein Geheimnis daraus, was ich mit dieser Beschwerde einer Leserin gemacht habe: Die Frau hat sich maßlos darüber aufgeregt, dass innerhalb der Werbung für die Verkaufsaktion "Aus zum Ostershopping" im Chemnitz-Center in Röhrsdorf ("Hasenwelt mit großer Pyramide bis 7. April") eine Figur gezeigt wird, die einer ägyptischen Sphinx sehr ähnlich sieht, aber ihrer Meinung völlig daneben ist, weil der menschliche durch einen Hasenkopf ersetzt worden ist. Was ich mit diesem geballten Unmut gemacht habe? Ganz einfach: Den Kollegen in der Redaktion überlassen. Das alles aber erscheint mir nicht wirklich zielführend bei meine Bemühungen, mich in die Auszeit zu verabschieden. Deshalb wähle ich diesen Weg:

Innerhalb der menschlichen Kommunikation gibt es vielen Jahren auch die Möglichkeit, mit eigenen Worten versehene Grußkarten über das Internet zu verschicken. Ich mache das nicht, so viel möchte ich verraten, die Gründe aber für mich behalten, weil ich niemanden diskreditieren möchte. Nun erreichen mitunter auch mich von Lesern verschickte Grußkarten. Falls meine Kollegen in der zuständigen IT-Abteilung zu den Lesern meines Blogs gehören (eine Reaktion auf einen Eintrag hat mich jedenfalls von dort noch nie erreicht), sei ihnen versichert: Ich lasse immer zuerst den Virenscanner über die Mail laufen, bevor ich sie öffne und mit die Karte betrachte. Warum ich davon nun berichte, ist ganz einfach: Dies Grußkarte hat mich erreicht, sie soll meine abschließende Botschaft sein; sobald ich wieder im Büro bin, melde ich mich zurück. Dieses Motiv spricht für sich:

Weitere Blog-Einträge