Wilde Ablagerungen von Müll in der freien Natur sind an sich ein großes Ärgernis und für viele Leser häufig ein Grund, mich anzurufen und darauf hinzuweisen, dass sie einen solchen Schandfleck entdeckt haben, über den unbedingt berichtet werden muss, damit die Menschheit erfährt, zu welchen schrecklichen Dingen manch einer der Zeitgenossen in der Lage ist, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben und sich dafür zu schämen. Das war zwar auch der Hintergedanke der Frau heute in der Leitung, doch sie war darüber hinaus besonders aufgeregt, weil sie ihren Hinweis auf einen solchen Skandal um eine Besonderheit bereichern konnte und sich so von der Masse derer, die immer nur schimpfen, abheben wollte. "Ich habe einen Mann dabei beobachtet, wie von einem Anhänger Gartenabfälle, Holzreste und eine Dachpappe abgeladen und einfach am Waldrand in den Graben geworfen hat", sagte sie mir und kam dann zum eigentlichen wichtigsten Punkt ihres Anliegens: "Ich habe mir die Autonummer aufgeschrieben." Das fand auch ich gut, weil dann vermutlich endlich jemand erwischt und zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Also sagte ich: "Dann gehen sie zur Polizei oder zum Ordnungsamt und melden das." Ein paar Sekunden lang hörte ich gar nichts in der Leitung, dann eine nicht mehr ganz so laute Stimme: "Können Sie das nicht für mich machen?" Die Erläuterung der Gründe für diese Verhalten, die ich auf Nachfrage noch gesagt bekommen habe, erspare ich mir, nur dass ich mich manchmal nicht wundere, warum so einiges nicht so richtig läuft in unserem Zusammenleben, möchte ich an dieser Stelle noch betonen. Was heute noch erwähnenswert ist von dem, worüber ich mit Lesern gesprochen habe, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ein Mann hat sich beschwert, weil ich das Wort "Pustekuchen" in seinem Leserbrief gestrichen hatte, während eine Frau sich beklagte, dass sich das angehängte "technisch" zur Unsitte in der deutschen Sprache entwickeln würde (als Beispiel nannte sie mir dies: "Wettertechnisch sieht es für morgen nicht gut aus."), und ein Anrufer meinte, dass man bei den vielen Berichten über den US-Präsidenten nicht immer auch noch ein Foto von "seiner blöden Visage" zeigen müsse.

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