Seit sieben Jahren kenne ich dieses Phänomen, auch die Auswirkungen auf mein Wohlgefühl, aber leider habe ich immer noch kein Mittel gefunden, wie ich es aus der Weltschaffen kann, damit ich am 8. März nicht mit einem unguten Grummeln in meiner Bauchregion mich auf dem Weg zur Arbeit mache. Damit ist klar: Es geht um den Internationalen Frauentag und der Tatsache, dass auch heute wieder (allein sechs in der ersten halben Stunde) Leserinnen und Leser über mich hergefallen sind, weil "Freie Presse" ihrer Meinung nach - trotz der Berichte wie "Als Frau entscheide ich anders" auf der Seite "Kommentar & Hintergrund" und zahlreicher Artikel in den Lokalausgaben (wie beispielsweise "Viele kennen das AfD-Frauenbild nicht" im Vogtland) - diesen Tag nicht angemessen gewürdigt hat. Bevor dieser Verdacht aufkommt, möchte versichern: Dieser Welttag war in der vergangenen Jahrzehnten und ist auch heute noch wichtig und mit Sicherheit zeitgemäß, um daran zu erinnern, dass - weltweit gesehen, aber auch in Deutschland - die völlige Gleichstellung der Frau als gesellschaftliches, wirtschaftliches und politisches Ziel niemals aus den Augen verloren werden darf. Der Kernaussage der Kritik der Anrufer lässt sich mit diesem Zitat beispielhaft auf den Punkt bringen: ""Ich erwarte ganz einfach einen an die Frauen gerichteten Glückwunsch in der Zeitung", meinte ein (ich betone) Mann, der dann noch hinzufügte, weil ich ihn nach der Art und Weise gefragt hatte, wie das Gratulieren journalistisch funktionieren könne: "Ein bunter Blumenstrauß auf der Titelseite, das wäre doch mal eine gute Idee gewesen." Soll heißen: Interviews und Hintergrundberichte reichen nicht aus, es muss eine Gratulation zum Frauentag sein, meinen die Leser.

Einen unmittelbaren Zusammenhang zu diesem Thema gibt es nicht, aber interessant finde ich zwei Hinweise von Lesern heute dennoch, weshalb ich sie erwähne, gerade weil heute Internationaler Frauentag ist. Zu der Nachricht "2017 über 100.000 Abtreibungen" gestern auf der Seite "Aus aller Welt" meinte ein Mann unter anderem "... Wo bleibt da der Aufschrei in unserem Land? Für jeden leidenden Hund und jedes geschreddertes Küken gibt es mehr Schlagzeilen. Ernüchternd sind da die Parteien, die sich die soziale Gerechtigkeit besonders auf die Fahnen schreiben, wenn diese noch eine Aufhebung des Werbeverbots für Abtreibung einfordern. ..."

Den Hinweis dieses Lesers habe ich gleich in zwei Listen mit Protokolleinträgen eintragen können; die erste hat die die Überschrift "Muss das sein" und die zweite "Sie sollten sich schämen". Dem Anrufer ging es nicht um den Inhalt des Artikels "Deutschlands Digital-Ordnerin und ihre Visionen", sondern um das Foto von Dorothee Bär, der designierten Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt. Kommentieren möchte ich nicht, was der Mann daran auszusetzen hatte, das Bild soll für sich selbst sprechen:

 

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