Ein Leser hat mir heute mitgeteilt, dass es 1937 schon einmal solch einen Probealarm mit allen Sirenen in Deutschland gegeben hätte, nur mit dem Unterschied, dass damals die Menschen tatsächlich die Schutzbunker aufsuchen mussten, und nun wollte er von mir wissen beziehungsweise dies als Rechercheauftrag an die Kollegen in der Redaktion ansehen, warum man es den Leuten heute so einfach macht und ihnen das erspart, die tatsächlich Konsequenzen eines Alarms auch umzusetzen. Was ich geantwortet habe? "Interessante Idee, reizvoll die Vorstellung, was passieren würde, wenn ..." Ein paar Minuten später vernahm ich dann diesen Satz, der mich mal wieder restlos überforderte, weil mir partout nicht einfallen wollte, wie ich darauf reagieren soll: "Bis heute ist in Deutschland und Europa keine sachliche Diskussion über die sogenannte Flüchtlingspolitik und ihren Ursachen und Folgen möglich." Was ich dann doch dazu gesagt habe? "Vielen Dank, Sie können gern einen Leserbrief zu diesem Thema schreiben." Der weisen und inhaltsschweren Sätze noch nicht genug, schiebe ich gleich noch einen hinterher, der mich gleichfalls eher sprachlos machte, als nachdenklich stimmte, ein Leser meinte nämlich zu dem Streit um Nord Stream 2: "Polen schätzt die eigenen Interessen höher ein als die der Deutschen. Das sollte Deutschland auch tun und die deutschen Interessen höher einschätzen als die der Polen." Wie wahr, habe ich gedacht, eine Reaktion war nicht erforderlich. Nun noch eine Frage, weil ein Leser mal wieder gedichtet hat und ich nun wissen möchte: "Interessiert da draußen jemanden das ganze Versepos? Dies sind die ersten Zeilen: "Bankenkrise Bankenkrise, Du fiese miese Krise. Wir raffen das, wir schaffen das, Flüchtlingskrise Flüchtlingskrise, Du fiese miese Krise." Echt jetzt?

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