Nach Großbrand kommt Löschwasserkonzept auf Prüfstand

Beim verheerenden Feuer am Wochenende in Sachsendorf konnte die Wasserversorgung nur durch ein Zusammenspiel vieler Partner gewährleistet werden. Darüber soll nun gesprochen werden.

Erlau/Sachsendorf.

Wenn Jens Neubert an das Großfeuer vom Samstag im Erlauer Ortsteil Sachsendorf zurückdenkt, dann gibt er offen zu: "Das war das Extremste, was ich in meinen mehr als 25 Jahren als Feuerwehrmann erlebt habe." Der Chef der Milkauer Ortswehr war Einsatzleiter, als rund 150 Kameraden mehrerer Wehren - unterstützt von Landwirtschaftsbetrieben und weiteren Partnern - den Kampf gegen die Flammen, die am Ende zwei Scheunen vernichteten, aufnahmen. Personen wurden nicht verletzt, die Wohngebäude des Vierseithofes blieben unversehrt.

"Was an Wassermengen gebraucht wurde, war schon eine Extremsituation", schätzt Jens Neubert ein. Der 800 Meter vom Brandherd entfernte Löschteich, von dem das Wasser bergauf gepumpt werden musste, hätte niemals ausgereicht, sagt er. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass die Agraset Agrargenossenschaft und die Methauer Agro AG 20.000-Liter-Fässer zur Verfügung stellen konnten. Diese seien am Großteich von einem Feuerwehrfahrzeug befüllt und zum Brandherd transportiert worden. Doch selbst dieses Fremdwasser sei nicht ausreichend gewesen. Denn in den brennenden Gebäuden hätten sich neben Stroh und Holz auch verschiedene Fahrzeuge befunden. All das habe das Feuer begünstigt. Dem Zusammenspiel aller Beteiligten und dem Umstand, dass die Sturmböen das Feuer von den drei angrenzenden Wohngebäuden fernhielten, sei es zu verdanken, dass nicht noch größerer Schaden entstand. Jens Neuberts Fazit nach diesem Einsatz: "Wir als Feuerwehr und die Gemeinde müssen intern noch einmal über das Löschwasserkonzept sprechen."

Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos) ist erleichtert, dass niemand zu Schaden kam und alle Beteiligten die schwierige Situation meistern konnten. Die Gemeinde, die für die Löschwasserversorgung zuständig ist, achte darauf, dass die Löschteiche in allen neun Ortsteilen regelmäßig entschlammt und gereinigt werden. Der Löschteich, aus dem am Samstag Wasser gezogen wurde, sei vor vier Jahren errichtet worden und im Normalfall ausreichend. Für einen Extremfall wie am Wochenende sei es daher erfreulich, dass die Gemeinde in den Agrarbetrieben gute Partner habe und von ihnen unterstützt werde. "Sinnvoll wäre es, wenn wir ein dichtes Netz von Löschwasserzisternen hätten. Doch diese unterirdischen Wasserbehälter kosten dramatisch viel Geld", sagt der Bürgermeister. Kurzfristig sei ein solcher Ausbau nicht zu stemmen. "Aber wir sollten prüfen, ob mittelfristig was zu machen ist."

Zur Ursache des Brandes kann die Polizeidirektion Chemnitz zurzeit noch keine Angaben machen. "Die Ermittlungen dauern an. Es sind weitere Untersuchungen notwendig, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden", so Polizeisprecherin Doreen Göhler.


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