Wie viel wiegt ein Furz?

Am Stammtisch ließ bei uns jüngst jemand so lautstark einen fahren, dass es die anderen mitbekamen. Er entschuldigte sich sofort und merkte an, dass er nun aber erleichtert sei. Sein Kumpel widersprach ihm. Er sei jetzt etwas schwerer, da ja die Blähung ihm zuvor Auftrieb verliehen habe. Jemand anderes meinte, auch ein Furz habe ein gewisses Gewicht. Wie ist es denn tatsächlich? (Diese Frage hat Florian Schneider aus Meerane gestellt.)

Die dem Darm entweichenden Winde entstehen zu einem Viertel aus verschluckter Luft und zu drei Vierteln aus Verdauungsprozessen, und hier sind es vor allem die Darmbakterien, die als Gasproduzenten in Erscheinung treten. Dementsprechend findet man in einem Furz alle Gase wieder, die auch sonst in der Luft sind, wie etwa Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid, aber eben auch Methan und Schwefelverbindungen, die von der Darmflora produziert werden. Letztere machen zwar gerade mal ein Prozent des Gasvolumens aus, aber sie sind hauptverantwortlich für die charakteristischen Gerüche, die eine freigesetzte Blähung verbreiten kann.

In der Hauptsache besteht sie jedoch zu knapp zwei Dritteln aus Stickstoff, danach kommen Wasserstoff (rund 20 Prozent), Kohlendioxid (10 Prozent), Methan (3 Prozent) und Sauerstoff (2 Prozent). Von diesen Gasen sind Wasserstoff und Methan deutlich und Stickstoff geringfügig leichter als Luft. Was konkret bedeutet, dass die Darmwinde im Wesentlichen nach oben driften. Doch der Auftrieb ist insgesamt geringer als die Masse des Furzes, weshalb man sich nach seinem Ablassen nicht nur erleichtert fühlt, sondern auch tatsächlich leichter ist. Allerdings reden wir dabei von 0,01 Gramm oder noch weniger. Auf den üblichen Waagen sieht man da keine Veränderung.

Und das bleibt auch so, wenn man alle Blähungen eines Tages zusammenzählt. Denn jeder Mensch setzt ungefähr zehn bis 15-mal am Tag seine Darmwinde frei. Sonderliche Geschlechterunterschiede gibt es dabei nicht. Männer geben allerdings mehr Gase ab als Frauen, deren Fürze jedoch - aufgrund des höheren Schwefelwasserstoffanteils - einen intensiveren Geruch verströmen. (jzl)

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