"Dorfverein" freut sich auf Landesliga

Die Tischtennisspieler des SV Stenn schlagen in der kommenden Saison zum ersten Mal auf Sachsenebene auf. Beim erneuten Aufstieg war jedoch auch etwas Glück dabei.

Stenn.

Für Abteilungsleiter Marco Hofmann ist der Aufstieg des SV Stenn in die Tischtennis-Landesliga ein historischer Erfolg. "Wir haben in der Saison 2007/08 noch in der 1. Kreisklasse gespielt und sind am Ende in die Westsachsenliga aufgestiegen. Seitdem ging es alle zwei, drei, vier Jahre eine Klasse höher. Aber dass wir jetzt nach der zweiten Saison in der 1. Bezirksliga erneut den Sprung nach oben geschafft haben, das übertrifft alles bisherige", sagt der 32-Jährige, der selbst als Nummer 3 der ersten Mannschaft des Vereins angehört.

Ein Stück weit haben die Stenner, die mit dem gleichen Sextett wie 2018/19 an die Tische gingen, in dieser Saison wohl auch sich selbst überrascht. Denn nachdem der Klassenerhalt im Vorjahr eine knappe Sache war und das Auftaktspiel im Herbst in Ellefeld 5:10 verloren wurde, ging der Blick eher nach unten als nach oben. "Es war unser vorrangiges Ziel, nicht abzusteigen", bestätigt Marco Hofmann. Am Ende zogen sich die Stenner jedoch mit zehn Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen besser aus der Affäre als gedacht. Der SV war es auch, der dem souveränen Staffelsieger SV Muldental Wilkau-Haßlau die einzige Saisonniederlage beibrachte.

Für den neuerlichen Erfolg gibt es verschiedene Gründe. "Wir haben mit Roman Gebhardt eine überragende Nummer 1. Vor allem aber hat sich jeder einzelne auf seiner Position weiter verbessert. Und die Doppel haben sehr gut funktioniert", sagt Marco Hofmann. So schafften vom Stammsechser des SV Stenn, zu dem neben den beiden genannten Spielern noch Sven Meyer, Andreas Morgner, Robby Hufnagl und Alexander Görden gehören, bis zum Abbruch der Saison Mitte März gleich fünf eine positive Punktebilanz. "Das spricht für unsere geschlossene Mannschaftsleistung", sagt der Abteilungsleiter.

Als Zweitplatzierter hätte seine Mannschaft theoretisch gegen den Zweiten der Bezirksliga Leipzig und gegen den Achten der Landesliga eine Relegationsrunde ausgespielt. Doch die fiel ebenso wie die letzten Punktspiele der Corona-Pandemie zum Opfer. Der Verband stockte daher die Landesliga auf. Als Anfang April die Anfrage beim SV Stenn eintraf, ob man die Aufstiegschance auch wahrnehmen will, gab es keine langen Diskussionen. "Obwohl es klar ist, dass das für uns als Dorfverein ein hartes Pflaster wird, wollen wir uns der Herausforderung stellen", sagt Marco Hofmann.

Die 1. Bezirksliga war dafür eine durchaus gute Schule. "Da triffst du auf alte Hasen, die früher viel weiter oben gespielt haben, genauso wie auf talentierte junge Spieler, die mehrfach in der Woche trainieren", sagt der Stenner Abteilungsleiter. Seinen Optimismus für die kommende Saison zieht er auch aus dem Abschneiden der drei anderen Mannschaften des Vereins. Die zweite Garnitur schaffte als Neuling in der Bezirksklasse einen soliden Mittelfeldplatz. Die dritte Mannschaft blieb in der Kreisliga bis zum Saisonabbruch ungeschlagen und stieg in die Westsachsenliga auf. Und der SV Stenn IV schließlich rundete als Staffelsieger in der 2. Kreisklasse die starke Bilanz ab.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.