Grüne halten Nord Stream 2 für überflüssig

Koalitionspartner CDU und SPD widersprechen

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3131 Kommentare
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  • 1
    0
    Haju
    04.10.2020

    @gabreitenbach
    Also mich interessieren in dieser Hinsicht im Moment vor allem Methoden der Anbindung von Wasserstoff, der ja ansonsten problemlos durch Metalle hindurch diffundiert. Dann kann man den auch gut speichern, könnte sogar Teile des vorhandenen gigantischen Gasverbundnetzes nutzen und braucht nicht massenhaft seltene Erden für Speicherzwecke in lastarmen Zeiten.

  • 0
    1
    gabreitenbach
    04.10.2020

    Speicherkapazität aufzubauen ist nicht nur Privatinteresse. Stromspeicher sind noch junge Technologien und Fertigungskapazitäten müssen (in Europa) auf- und ausgebaut werden. Die Preise sind wegen (noch) geringer Stückzahlen relativ hoch. Auch bei Photovoltaik brauchte es eine Anlaufzeit, die subventioniert wurde. Die Amortisationszeit hierfür ist bereits akzeptabel. Um das gleiche auch für Stromspeicher zu erreichen und Technologien aus der bereits laufenden Produktion weiterzuentwickeln, ist es angebracht, die "Allgemeinheit" zur Unterstützung mit heranzuziehen. Auch das Handwerk, also regionale KMUs profitieren, weil Sie an der Arbeit verdienen. So werden wieder Steuern gezahlt und der Prozess entwickelt sich mit dieser Anschubfinanzierung.

  • 3
    0
    Haju
    04.10.2020

    @gabreitenbach (Entschuldigung!)
    Oder anders gesagt: ich möchte keinesfalls Ihr persönliches Engagement hinsichtlich seiner volkswirtschaftlicher Bedeutung in Abrede stellen. Aber genau das ist das Problem: wenn Sie mittels Gentechnologie Ihre gesamte Großfamilie aus dem Blumenkasten im Wintergarten heraus mit Obst und Gemüse versorgen können, greift irgendwann der Staat zu. Das ist nunmal so.

  • 4
    0
    Haju
    04.10.2020

    @Gabreitnbach
    Nichts gegen Ihren Speicher im Keller! Aber warum soll ich Ihre Privatinteressen (neben den Kosten der Energiewende) dazu auch noch bezuschussen?

  • 0
    2
    gabreitenbach
    04.10.2020

    Natürlich kann mit "Kleinspeichern" nicht das gesamte System ausgeglichen werden. Der Bedarf von Grossverbrauchern lässt sich damit nicht regeln. Es gilt aber auch hier, dass der gesamte Regelungsbedarf sinkt, wenn man eine Vielzahl von "Kleinverbrauchern" heraus nimmt, weil sie sich selbst versorgen und ein kommunales Subnetz sich möglichst selbst regelt.
    Lösungsansätze gibt es auch hier zu sehen: Wie funktioniert das Stromnetz heute und in Zukunft? https://www.youtube.com/watch?v=szJQ5Pf9Aus

    Ich will dem ja nicht widersprechen, dass das Thema sehr komplex ist. Daher wurde es in grösserem Umfang wissenschaftlich bearbeitet.
    "Eine Arbeitsgruppe im Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) widmete sich der Frage, wie das Strommarktdesign zu einem möglichst effizienten und effektiven Engpassmanagement beitragen kann. Die vorliegende Analyse unterscheidet drei mögliche Regelungsfelder und beschreibt den jeweiligen Status quo: den Einsatz von Netzbetriebsmitteln des Netzbetreibers, die Einsatzplanung (Dispatch) von Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen sowie den Rückgriff auf Flexibilität aus Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen Dritter (insbesondere Redispatch). Hierauf aufbauend werden fünf Handlungsoptionen für eine Weiterentwicklung des aktuellen Marktdesigns vorgestellt."
    Analyse Oktober 2020
    Energiesysteme der Zukunft ist ein Projekt von: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina | www.leopoldina.orgacatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften | www.acatech.deUnion der deutschen Akademien der Wissenschaften | www.akademienunion.de
    Die gesamte Arbeit kann man hier herunterladen:
    https://energiesysteme-zukunft.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/PDFs/ESYS_Analyse_Netzengpassmanagement.pdf

  • 3
    0
    Haju
    04.10.2020

    @Gabreitnbach
    "Wir kommen also zu dem überraschenden Schluss, dass wir die gesamte Fläche Deutschlands von Flensburg bis nach Berchtesgaden, von Aachen bis nach Görlitz im Abstand von durchschnittlich 8 km mit Windparks zubauen müssen, um ein Viertel der Stromversorgung Deutschlands mit Windkraftanlagen sicherzustellen" (Berechnung benötigter WKA zur anteiligen Energieversorgung mit Windenergie – von Dr.-Ing. Detlef Ahlborn)
    “Ein Ausbau der Windkraft kann aufgrund der erwiesenermaßen ausgeprägten Abhängigkeit der Einspeisungen untereinander nicht zu einer Verstetigung der Leistung führen. Dies widerspricht dem Zentralen Grenzwertsatz, einem fundamentalen Satz der mathematischen Statistik, der schon 1922 von dem Mathematiker Lindeberg bewiesen wurde.
    Dr.-Ing. Detlef Ahlborn , 2014: "Windkraft versus Würfeln"
    Ein Ausbau der WKA verbreitert nur die Varianz und trägt nicht zur Glättung der Einspeisung bei. Mit den privaten KLEINSTSPEICHERN, die Ihnen vorschweben und deren Möglichkeit je nach Gutdünken zu Laden, Strom zu liefern bzw. dem Speicher privat zu entnehmen ergibt sich dann erst Recht, daß eine Grundlastfähigkeit nicht mal theoretisch erreicht werden kann.

  • 3
    0
    Freigeist14
    03.10.2020

    Breitenbach@ Wahrscheinlich liegen alle Investoren und Energieexperten daneben ,die das Gas für unverzichtbar halten . Also ohne scheingrüne , transatlantische Brille . Die Frau Baerbock hat ja auch gefaselt von Geldern ,die der "Putin " nun persönlich bekommt um wieder zu bomben .

  • 3
    0
    Zeitungss
    03.10.2020

    @gabreitenb....: Was nützen im Süden und Sachsen noch Tausend Windräder bei Windmangel ????? Ich fürchte, Ihnen geht beim Energiebedarf eines Industrielandes die Übersicht verloren, welche mit Wunschdenken nicht auszugleichen ist.
    Beispiel: Ein ICE ist in der Lage im Hochgeschwindigkeitsbereich schon einmal 10-14 MW an Leistung abzufordern. Die Frage ist nun, wieviel Windmühlen sind allein dafür notwendig, vorausgesetzt sie sind gerade betriebsfähig. Ein Land besteht allerdings nicht nur aus ICE´s, sondern hat andere sehr energieaufwendige Einrichtungen.

  • 0
    8
    gabreitenbach
    03.10.2020

    zu “Jeden dritten Tag hilft Linzer Kraftwerk den Deutschen aus"
    Das liegt wohl auch daran, weil man im Süden und Sachsen den Ausbau von Windenergie nicht richtig vorantreibt. Wenn man keine Windkraftanlagen vor Ort hat, kann man auch keine nutzen! Dann bleibt tatsächlich nur Gas. Aber davon wollen wir ja weg. Und ohne Speicher kann man Spitzen im Netz auch nicht glätten. Das ist nun mal Regelungstechnik. Wenn aber der Ausbau von Speichern in Sachsen nicht weiter gefördert wird, und erzeugter Strom erst einmal ins Netz eingespeist werden muss, wird es schwieriger, das Netz zu regeln. Es bleibt der Anreiz für private Investoren aus. Schlussendlich unterstützten diese Massnahmen wieder das Gas. Ob das von Putin kommt oder in Zukunft von Erdogan bringt uns klimatechnisch nicht weiter und bringt uns in Deutschland und Europa keine guten Abhängigkeiten. Erdogan erpresst uns schon jetzt mit der Flüchtlingspolitik und Putin bombt die Flüchtlinge überall in Richtung Deutschland. Warum sollen wir das bei dem Einen oder dem Anderen auch noch durch Gaskäufe unterstützen?
    Wir müssen unabhängiger werden und dezentral agieren und das geht nur kleinteilig statt abhängig von grossen Konzernen.

  • 5
    1
    Haju
    03.10.2020

    Also ich beteilige mich nicht privat beim gigantischen Programm der Grünen zur massiven Erhöhung des CO2-Ausstoßes infolge einer faktischen energetischen Totalumrüstung (770 Mrd. kWh bislang durch Spritverbrauch; nahezu 1 Bio. kWh aus Erdgas - hautsächlich Heizungszwecke). Bislang ist man ja bei 240 Mrd. kWh durch erneuerbare Energien angelangt (alle Werte jährlich nur für Deutschland).

  • 8
    1
    Lesemuffel
    03.10.2020

    Warum wohl? (Bürgerenergie) Weil die Zustimmung proportional zur Verdummung der Bevölkerung wächst.

  • 9
    1
    Haju
    03.10.2020

    “Jeden dritten Tag hilft Linzer Kraftwerk den Deutschen aus
    Die Instabilität des deutschen Stromnetzes fordert die Linz AG. Weil der unregelmäßig erzeugte Windstrom aus Norddeutschland wegen mangelnder Leitungskapazitäten nur schwer zu den großen Abnehmern der Industrie im Süden transportiert werden kann, müssen südliche Stromerzeuger immer kurzfristiger "dagegenhalten".
    Die Linz AG musste im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 an exakt 100 Tagen einspringen und die Gasturbinen anwerfen, um die Netzstabilität in Europa aufrechtzuerhalten. Das waren 18 Tage mehr als im Jahr davor. "Ohne unsere flexiblen Gaskraftwerke wären die Netze nicht aufrechtzuerhalten gewesen", sagte Vorstandsdirektor Wolfgang Dopf gestern bei der Präsentation der Bilanz.“
    Quelle:
    Ulrike Rubasch (Nachrichten AT, 2019): "Jeden dritten Tag hilft Linzer Kraftwerk den Deutschen aus" [30.01.2019]

  • 1
    11
    bürgerenergie
    02.10.2020

    @Lesemuffel:

    Die Grünen kommen sogar im bundesweiten Schnitt zum Teil auf über 20% ... Tendenz wieder steigend. Warum wohl? Verteufeln allein genügt eben nicht. ;-)

    www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

  • 11
    3
    Lesemuffel
    02.10.2020

    Von den GRÜNEN von vor 40 Jahren ist nichts mehr übrig.
    Heute ist man für weltweite Militäreinsätze, Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten, Hetze gegen Russland, gegen Kohle und Atom und Erdgas, Sprachpanscherei usw. Und trotzdem kommen die in einigen alten BL auf fast 20% . Was für eine verrückte deutsche Welt!

  • 2
    4
    Haju
    02.10.2020

    Also die Grünen sind nach wie vor sehr Bio:
    Die "Energiewende" soll ja 4,6 Billionen kosten (Berechnung im Auftrag der Bundesregierung) - wahlweise bis 2050 oder noch besser bis 2035.
    Materielle Kriegskosten und -Schäden Deutschland: ca. 2,1 Bio.* $ = 1,79 Bio.*€ (Kurs von eben) - bereits inflationsbereinigt; macht ca. 0,31 Bio.* € pro Jahr des WK (die Behebung der Schäden dauerte natürlich viel länger als der WK selbst).
    - deutsch-grüne Energiewende bis 2035: 4,6 Bio.* €; macht ab Wahljahr 2021 dann auch 0,33 Bio.*€ im Jahr
    *Bio. = Billionen
    Die Größenordnung eines Weltkrieges 2021 bis 2035 (nicht nur Deutschland allein - sonst hilft ja alles nichts) ist also fest eingeplant, auch wenn man im Moment noch jährlich „nur“ 100Mrd. fordert.

  • 5
    3
    Haju
    02.10.2020

    @gabreitenbach
    Ja, dann machen Sie mir doch mal einen Preis fürs E-Auto mit großer Powerbank im Keller! -
    Ich glaube übrigens nicht, daß Österreich so riesige Stromspeicher hat - sie lassen einfach ihre GAS-Turbinen bei Bedarf (z.B. auch aus Deutschland) anlaufen - das hat natürlich seinen Preis, wenn man andere Länder so als "Vorratsspeicher" nutzt.

  • 3
    4
    bürgerenergie
    02.10.2020

    @gabreitenbach

    Dem habe ich kaum etwas hinzuzufügen.
    Denn es geht in der Energiedebatte nicht vorrangig um fossil oder regenerativ, sondern eigentlich um zentral oder dezentral, Gewinnmaximierung oder Lebensbedürfnisse der Menschen.
    Natürlich ist es im Interesse (inter-)nationaler Energiekonzerne, ganzer geopolitisch bedeutsamer Rohstoffökonomien keine "stranded investions" zu haben; das alte Geschäftsmodell noch so lange, wie es irgendwie geht, fortlaufen zu lassen. Koste des die Menschen in dieser Welt was es wolle; schlimmstenfalls auch die handfeste Klimakatastrophe.
    Gleichzeitig wissen aber auch die zentralen Akteure, wohin die Reise geht und sind bemüht, auch die regenerative Energiewirtschaft zentralistisch zu gestalten. Das aber ist entgegen den natürlichen Bedingungen, stehen die Segnungen der Natur, der Schöpfung, doch praktisch, überall und an jedem Ort zur Verfügung. Und die Technik, dies auch zu nutzen hat sich (technisch und wirtschaftlich) so rasant entwickelt, dass bestehende Strukturen brechen. Ja, immer schneller neben der Möglichkeit, aus Kohle und Atom auszusteigen, auch der Gasbedarf sinken wird. Wenn dies sich aber (bei 1,5 ct/kWh Solarstromkosten in Portugal) immer mehr beschleunigt, dann muss man künstlich all jene kleinen Prosumer ausbremsen, die sich zu Millionen an der Energiewende beteiligen möchten. Der neue EEG-Entwurf aus dem Hause Altmaier macht das mehr als deutlich: Wir sollen künftig den Strom einspeisen müssen. Ihn nicht einmal mehr anteilig selbst verbrauchen dürfen.
    Dieses wahnsinnige Ansinnn aber geht an dem Fakt vorbei, dass die Millionen möglchen Prosumer und deren Unterstützer auch alles mögliche Wähler sind ... Optimistisch!

  • 11
    2
    OlafF
    02.10.2020

    ...und ihr Umweltschutz besteht meiner Meinung nach nur noch aus Klimaaktionismus zur Marketingstrategie für die neuen Lobbyisten der Ökoindustrie. Ich fahre schon immer mit der Bahn zur Arbeit und nutze so oft es geht, dass Fahrrad, und engagiere mich für Nachhaltigkeit und Müllvermeidung.Aber ich halte die Ablehnung von Nordstream 2 für eine folgenschwere Fehlentscheidung. Und bis zur neuen Entwicklung von Kernkraft und später Kernfusionsenergie als einzige Lösung für unser Land. Die Verlagerung unserer Umweltprobleme der Industrie und Landwirtschaft ins Ausland halte ich für pure Heuchelei.

  • 7
    3
    OlafF
    02.10.2020

    @Bürgerenergie: Immer mehr junge Leute wählen grün. Das ist im Trend. Ich gehöre nicht mehr dazu. Allenfalls überzeugen noch einzelne grüne Komunalpolitiker, wie Boris Palmer. Aber dort ist für mich bei demokratisch gewählten Abgeordneten, dass Parteibuch egal, sondern Taten. Die Grünen standen für mich einst für freie basisdemokratische Diskussionen, Friedenspolitik und Umweltschutz. Davon ist landes-und bundespolitisch leider nicht viel übriggeblieben. Spätestens nach dem (Ex-)Jugoslawienkrieg, nach ihrer zunehmenden Unterwürfigkeit und Angepasstheit haben sie ihre Jungfräulichkeit verloren.

  • 4
    1
    gabreitenbach
    02.10.2020

    Die Regierungen (Länder und Bund) können natürlich einiges tun, um die Abhängigkeit vom Gas weiter zu reduzieren. Ideen und Vorschläge gibt es genug. Es fehlt nur besonders bei den CDU- und SPD-dominierten Regierungen der Wille und die Umsetzung. Warum nicht mehr tun für dezentrale Stromerzeugung und Vereinfachung der Nutzung durch direkte Weitergabe an "Nachbarn". Wenn sich ein Handwerksbetrieb oder ein kleines Industrieunternehmen oder ein privater Immobilienbesitzer entschließt, eine Photovoltaikanlage auf seinen Dächern oder Grundstücken zu installieren und mehr Strom erzeugt, als er selbst verbraucht, sollte er auf einfache Weise diesen überschüssigen Strom an seine Nachbarn zu verkaufen. Kurze Entfernungen im Ort brauchen auch keine Überlandstromtrassen.
    Es muss nur wieder dafür gesorgt werden, dass die am 22.9.2020 in Sachsen ausgelaufene Förderung für Stromspeicher durch die Sächsische Aufbaubank verlängert wird. Dann wird die Region weiter unabhängig von Sonnenscheinzeiten.
    Es ist nicht nachvollziehbar, warum man seinen Strom an die grossen Energieversorger abgeben soll, um ihn dann teuer wieder zurückzukaufen. Dezentrale Energiemanagementsysteme an eigenen Anlagen, die mit überregionalen korrespondieren, helfen schon jetzt, Lasten auszugleichen. Österreichische Versorger bieten schon jetzt die Möglichkeit, zeitgenau Strom aus seiner eigenen Anlage ins Netz einzuspeisen, wenn dort Bedarf ist. Ebenso kann man Strom entnehmen, wenn Überschuss es erlaubt, seine eigenen Strom- oder Wärmespeicher zu günstigen Preisen aufzuladen. Dazu gibt es eine "OpenSource"-Schnittstelle "Awattar", die jeder kostenlos nutzen kann.
    Die Novelle der Bundesregierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die jetzt vorliegt, ist jedenfalls nicht geeignet, kleine Investoren für dezentrale Lösungen zu begeistern. Sie begünstigt noch mehr die durch Lobbyisten unterstützten grossen Energiekonzerne, auch in Sachsen. Hiesige Handwerksbetriebe und Unternehmen in Sachsen profitieren jedenfalls nicht davon. Insofern sollten die Entscheidungen doch für unsere sächsischen Betriebe getroffen werden, und nicht für Gasprom und Russland.

  • 5
    2
    Freigeist14
    02.10.2020

    Die Grünen und einschlägigen CDU-Leute nehmen wohl die fälligen Milliarden-Entschädigungen für die Pipeline-Investoren in Kauf . Die Einflüsterer jenseits des Atlantiks können zufrieden sein .

  • 5
    2
    bürgerenergie
    02.10.2020

    @Pedaleur:
    Danke für den konstruktiven Diskurs!

    Nein, eben gerade im europäischen Rahmen ist Nord Stream 2 extrem umstritten. Viele europäische Partner sehen dies als Gefahr. Zum Bedarf habe ich mich im letzten Kommentar hier geäußert.

    Wir müssen mittelfristig auch mit Russland wieder zur Partnerschaft kommen. Aber nicht um den Preis einer noch viele Jahrzehnte laufenden, fossil-energetischen Abhängigkeit. Auch im Energiebereich hat Russland viel Zukunftsfähiges zu bieten. Ja, aber wie sagte Herrn Ministerialdirigent Benterbusch (BMWi) bei einer Veranstaltung im Januar 2020 in Leipzig: "Rohstoffökonomien tun sich schwer mit Veränderungen." Kann dies angesichts der Herausforderungen aber unser Maßstab sein?

    Lausitz: Nein, es geht eben nicht um Verbrennung, wie sie die eins energie - kreativlos - nahe unseres Stadtzentruims plant. :-( Es geht um stoffliche Wiederverwertung mittels Syntheseölen bspw. Fragen Sie mal die Experten in Freiberg, wie weit die Entwicklung da inzwischen ist. Und mit Strukturwandelgeldern allemal schon heute auch sehr wirtschaftlich. Das wäre innovativ und zukunftsfest.

    Bürgerenergie: Da haben wir einiges laufen. Unter den derzeitigen Bedingungen allerdings kaum noch realistisch umsetzbar, wenn die Menschen nicht nioch etwas mitbringen sollen. Denn das Rollback hin zu zentralistischer Energiepolitik läuft voll und leider sehr erfolgreich.
    Ich verstehe da gerade s.g. Linke nicht, die das - gegen alle Theorien der Wirkung von Kapitalkonzentration - auch noch beklatschen. :-(

  • 4
    8
    bürgerenergie
    02.10.2020

    @OlafF
    Die Bürger (vor allem auch die jungen) erwarten von den "Ökoaktivisten" (welch ehrender Titel für die oft anderer Kritik ausgesetzten Grünen ;-) ) sogar noch mehr. Denn alle wissen inzwischen, dass wir viel mehr machen müssten, um die gravierendsten Folgen des Klimawandels wenigstens noch etwas zu begrenzen.

    Ja und deshalb werden die Umfragewerte und Wahlergebnisse auch künftig - bei einigem Auf und Ab - weiter steigen. Wenigstens da bin ich optimistisch.

    Und Grün tut gut daran, eben nicht auf die nicht hinterfragte Scheinalternative "US-Frackiggas" oder "RUS-Nord Stream-Gas" einzusteigen. Denn dies ist nicht die Frage. WIe das DIW klar belegt hat, reichen auch bei Atom- und Kohlausstieg die vorhandenen Leitungskapazitäten aus. Wenn, ja das ist die entscheidende Bedingung, wenn wir den "schweren Fuß des Bundeswirtschaftsministers" endlich wieder vom Bremspedal des Ausbaus der Erneuerbaren Energien runter bekommen.
    Und das ist unerlässlich, wenn wir - siehe oben - dem lebensgefährdenden Klimawandel wirklich noch etwas entgegenstellen wollen.
    Und da dieses Ziel die Grünen (noch) am glaubwürdigsten verkörpern, deshalb werden sie gewählt. Und das wird "immer besser und besser und besser" ... Zum Glück!

  • 8
    2
    Pedaleur
    02.10.2020

    Bürgerenergie: Das ist eine Behauptung der Grünen, die zumindest seitens der Landesregierung in Meck- Pomm so nicht bestätigt wird.
    Die Pipeline spielt eine zentrale Rolle bei der europäischen Versorgung. Damit sollten wir verantwortlich umgehen- als Europäer.
    Die Angst und Drohgebärden, dass Russland das Gas abdreht und somit Druck aufbauen kann, sind bekannt. Nur, was nützt das Russland, auf seinem Gas sitzen zu bleiben und damit die eigene Investition zu sanktionieren? Geopolitisch wirken sich aktuell eher die Drohungen, Verzollungen und Sanktionsforderungen der USA auf die ostdeutschen Bundesländer aus. Fragen Sie mal den Mittelstand.

    Ich pflichte Ihnen bei, dass man in der Lausitz den Strukturwandel mit anderen Technologien anfassen sollte. Aus meiner Sicht wird sich beides ergänzen, bis es zu einer vollständigen Umstukturierung kommen kann. Bei der stofflichen Nutzung von Abfällen (ich gehe mal von Verbrennungs- oder anderen Aufbereitungsanlagen aus) prophezeie ich Ihnen starke Proteste. Zivil und politisch.
    Übrigens, wenn Sie Bürgerenergie propagieren, ich finde Bürgerkraftwerke keine schlechte Idee. Nur so am Rande.

  • 6
    5
    Freigeist14
    02.10.2020

    Viele halten DIESE Grünen von heute für überflüssig bis gefährlich .

  • 2
    7
    bürgerenergie
    02.10.2020

    @Pedaleur:
    Es geht andererseits - mindestens genauso wichtig und viel mehr Menschen betreffend - auch um die Netzkosten der, deren Bundesländer die Leitung durchquert. Und da sind in MekPomm,. BB und Sachsen die Gasverbraucher eben durch Nord Stream 2 von Kostenanstiegen betroffen.
    Vielleicht sollten Sie auch darauf ein Augenmerk legen? ;-)

    Für die Lausitzer Region wird wohl eine allein durchleitende Leitung kaum etwas beitragen können. Da gäbe es - die Strukturwandelmittel vernünftig eingesetzt - ganz andere Möglichkeiten. Von EE-Erzeugung über eine Wasserstoffwirtschaft bis hin zur stofflichen Nutzung von Abfällen (Verbindung der Ziele der Kreislaufwirtschaft mit denen der Energiewende und des Klimaschutzes).
    Aber ja klar: Bestehende Strukturen und geopolitische Interessen würde dies - im SInne einer besseren Zulkunft - infrage stellen. Und das tut vielen weh! Daher die Allianz aller anderen, von Die Linke bis zur AfD. Einfach nur traurig!

  • 11
    3
    OlafF
    02.10.2020

    Welch eine Doppelmoral. Und die Bürger glauben daran, dass Fracking-Gas aus Amerika die bessere Alternative ist? Die "Umfragewerte der "Ökoaktivisten" werden besser und besser und besser....Schließlich, wenn grün draufsteht, muss auch irgendwas grünes drinn sein.

    https://www.swr.de/wissen/fluessiggas-124.html

  • 8
    6
    Malleo
    02.10.2020

    ...und ich die Grünen.

  • 8
    5
    Pedaleur
    02.10.2020

    Es geht aus meiner Sicht nicht nur um Gaspreise. Volkswirtschaftlich bedeutsam ist auch die Beschäftigungsquote. Mit einer Abkehr von diesem Projekt stehen viele ostdeutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel. Vielleicht trifft uns das in Sachsen nicht vordergründig, ich finde es aber schon dreist, Meck- Pomm und Brandenburg so auflaufen zu lassen. Die Pipeline könnte evtl. auch eine Chance sein, wegfallende Jobs in der Braunkohle zu kompensieren. Vielleicht sollten die Grünen auch darauf ein Augenmerk legen. Klar, Gas gibt es viel, z.B. transatlantisches ohne Menschenrechtsverletzungen, wie man in den letzten Wochen sah. Immer wieder: Bündnis 90....Die Grünen. 30 Jahre danach.

  • 12
    7
    Hinterfragt
    02.10.2020

    Nun ich sage, ich halte die Grünen für überflüssig ...

  • 5
    1
    vonVorn
    02.10.2020

    Das sage ich wirklich ungern, aber da haben die Recht. Bei den derzeitigen Gaspreisen ist jeder glücklich der liefern darf, und jeder unglücklich der nicht liefern darf.