Klare Botschaft: "Kaufen Sie bitte jetzt regional"

Alles ist anders: von einem Tag auf den anderen. Wer darauf achtet, wo er sein Geld ausgibt, kann so auch den Arbeitsplatz des Nachbarn sichern.

Flöha.

Kati Bauers Botschaft ist klar. "Wir sind für unsere Kunden da. Achten Sie darauf, wo Sie Ihr Geld ausgeben - kaufen Sie bitte jetzt regional", sagt die Chefin und Firmengründerin der Optikerkette Die Brillenbauer, mit Stammhaus in Flöha. Augenoptiker gelten zwar als systemrelevant, sind von Zwangsschließungen nicht betroffen. Trotzdem sind die Mitarbeiter in den elf Brillenbauer-Filialen rund um Flöha auf 50 Prozent Kurzarbeit - seit Monatsbeginn, die zwölf Auszubildenden sind von dieser Regelung nicht ausgenommen.

Von einem Tag auf den anderen blieb die Laufkundschaft aus. Geöffnet ist deshalb nun dienstags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sagt die Augenoptikermeisterin. Wichtige Gesundheitsstandards, die es auch vor Corona gab, seien der Situation angepasst worden. "So arbeiten wir inzwischen auf Termin. Das heißt, wir rufen unsere Kunden an. So können wir sicherstellen, dass sie in den Filialen ausreichend Abstand einhalten können. Und unsere Messgeräte beispielsweise haben wir schon immer nach jedem Beratungsgespräch desinfiziert." Es sei die Ungewissheit, die alle irritiere, sagt Kati Bauer. Es sei für Mittelständler wie sie einfacher, wenn man wüsste, wie lange diese Situation anhalte. Darauf könne man sich einrichten.

Eingerichtet haben sich Die Brillenbauer: In den Filialen zwischen Zschopau und Mittweida, Brand-Erbisdorf und Stollberg gebe es ein gutes Miteinander. Jeder nehme auf den anderen Rücksicht, brächte Verständnis auf. Und auch der Ausbildungspflicht gegenüber den Azubis, deren Schulausbildung in Chemnitz ausgesetzt wurde, käme man nach. "Unsere jungen Leute sind uns eine wichtige Hilfe. Es erweist sich als großer Vorteil, dass wir vor zwei Jahren mit dem Projekt begonnen haben, bei dem einen Monat lang unser Nachwuchs selbstständig eine Filiale in Oederan beziehungsweise die in Frankenberg führte", so Kati Bauer weiter.

Angst vor Ansteckung? Die hätten sie nicht, sagen die Mitarbeiter. Sie fühlten sich gut aufgehoben. Seit 2017 gebe es bei einem jährlichen Energiecoaching für alle Impulse, wie man seine Immunabwehr stärken könne. Daraus entstanden sei beispielsweise, dass die Teams in den Filialen gemeinsam ihr Mittag kochen.

freiepresse.de/wirhaltenzusammen

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