Rätseln über möglichen Wolfsangriff

Getötetes Reh ist inzwischen entsorgt

Heinsdorfergrund.

Hat am Freitag tatsächlich ein Wolf in Heinsdorfergrund ein Reh angegriffen und getötet? Diese Frage blieb auch am gestrigen Montag ungeklärt. "Endgültige Ergebnisse liegen bis jetzt noch nicht vor", teilte die Pressestelle des Landratsamts mit. Auch bei der Fachstelle Wolf - einer Unterabteilung des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie - will man sich noch nicht festlegen und stattdessen weitere Experten zurate ziehen.

Seit Freitag kursiert in den sozialen Netzwerken ein Video, auf dem der Angriff eines Tiers auf das Reh zu sehen ist. Aufgenommen wurde es in der Umgebung des Mühlteichs in Hauptmannsgrün, einem Ortsteil von Heinsdorfergrund. Allerdings sind selbst Mitarbeiter der Fachstelle Wolf unsicher, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt - oder doch eher um einen Hund. "Bei einem Nutztier würden unsere Mitarbeiter den Kadaver untersuchen", sagt Pressesprecherin Karin Bernhardt. "Bei einem Wildtier ist das nicht der Fall."

Stattdessen hat der zuständige Jäger das tote Reh abgeholt und mittlerweile beseitigt. "Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass es sich um einen Hund gehandelt hat", sagte er der "Freien Presse". Dieser habe das Reh gehetzt, sodass es aus Panik gegen einen Zaun gelaufen sei und sich dabei einen Vorderlauf gebrochen habe. "Das Ganze ist am helllichten Tag passiert, schon das spricht gegen einen Wolf", so der Jäger. "Außerdem wurde das Reh nur getötet, nicht aber angefressen", ergänzt er. "Auch das deutet auf einen Hund hin, der sich keine Gedanken um seine Nahrung machen muss." (nie)

1Kommentare

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  • 0
    3
    ths1
    28.04.2020

    Schon merkmürdig, dass der Jäger das Reh so rasch entsorgt hat. Soll da etwas vertuscht werden?