Vogtland mit höchstem Zuwachs im Freistaat

Corona in der Region nicht vorbei - Dennoch viel Luft zu kritischer Grenze

Oelsnitz/Klingenthal/Plauen.

Plauens Stadträte haben Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) am Dienstag dazu verpflichtet, als Vorstandsmitglied im Sächsischen Städte- und Gemeindetag darauf hinzuwirken, dass sich künftig auch symptomfreie Beschäftigte von Kindertagesstätten in Sachsen auf Wunsch vorsorglich auf Covid-19 testen lassen können und der Freistaat die Kosten dafür übernimmt. Der gemeinsame Vorschlag wurde aus einem Antrag der AfD entwickelt und als Kompromiss von allen Fraktionen mitgetragen.

Die AfD hatte gefordert, dass ab Juni für alle Beschäftigten in Kitas und Schulen Möglichkeit bestehen soll, sich wöchentlich einmal auf Covid-19 testen zu lassen. Das würde die Stadt über einen Zeitraum von lediglich acht Wochen mehr als 1,1 Millionen Euro kosten, rechnete Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) vor. Linke-Fraktionschefin Claudia Hänsel bezeichnete den Vorschlag als "nicht zu Ende gedacht" und wollte die Sache gern pragmatisch lösen: "Warum soll ich mich als Lehrerin testen lassen, wenn ich keine Symptome habe? Meinen Test biete ich gern einer Kindergärtnerin an, die sich nicht wohlfühlt."

Ebenfalls am Dienstag hat Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) bereits eine neue Testkonzeption vorgestellt. Demnach können sich Erzieher, Lehrer und medizinisches Personal vermehrt testen lassen, sobald in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 pro 100.000 Einwohner erkranken. Sachsen stellt 20 Millionen Euro dafür bereit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erließ inzwischen ebenfalls eine neue Testverordnung, die Ansprüche potenziell gefährdeter Personen auf Tests erweitert - sobald eine Infektion mit dem Covid-19-Virus im unmittelbaren Arbeitsumfeld aufgetreten ist.

Das sächsische Sozialministerium weist unterdessen für den Vogtlandkreis den landesweit höchsten Zuwachs an Covid-19-Fällen in den vergangenen sieben Tagen aus. Die sogenannte Wocheninzidenz lag am Dienstag bei vier Fällen je 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Im am stärksten betroffenen Landkreis Zwickau lag der Wert der Neuerkrankungen bei nur 1,6 Fällen. Ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sind die Landkreise verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz zu verschärfen.

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