Was fällt Ihnen ein, wenn Sie DDR hören?

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1414 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    4
    Nixnuzz
    08.10.2019

    @Interessierte: "Der Unterschied ist nur die Erziehung gewesen : ..." Das ist mir zu einfach.. da gab es doch kleine feine Abweichungen: Ich - Wessie - konnte im Schlepptau meiner Eltern nicht nur nach Westberlin sondern auch nach Müggelheim und wieder zurückfahren. Prag, Spindlermühle oder Elbquelle besuchen, in Wien den Prater oder Insbruck die Marienstrasse lang gehen. In Hohenelbe mit einem jungen DDR-Ehepaar sich über einen Trabi in gelb-oranger Farbe auf dem Hotelparkplatz unterhalten. Wg. Ralley-Farbe..Für die Diskussionen zwischen meinem Vater und einer Leipziger DDR-Botschaftsangehörigen aus Paris war ich noch ..na ja..unreif. Zum 40jährigen Tag des Kriegsausbruchs haben wir uns früh aus Danzig ins Umland abgesetzt, um abends dann in die Regierungskolonne auf deren Rückfahrt nach Warschau zu geraten. "SS-Deutscher" warf uns dann noch ein Begleiter wegen falschen Parkens freundlich an den Kopf..und wir in eine Nebenstrasse abbiegen konnten. Die Zufahrt zum Hotel war deswegen gesperrt. Nein - ich war nie in New York noch jenseits der alten Grenze zur "Udssr". Nur mal ein paar Schritte auf dem Kammweg im Riesengebirge zwischen Polen und CSSR.. Man muss ja sein "Immitsch" als klassischer "Klassenfeind" weiter pflegen...hach ja...

  • 2
    2
    Interessierte
    08.10.2019

    Und die mit der christlichen Erziehung , die sind sehr wortgewandt erzogen worden und somit sehr schlagfertig und können dir die Worte sehr geschickt im Munde verdrehen , die haben für alles eine passende Gegenantwort und wenn du meinst , ich hasse Sie , dann freuen die sich auch noch drüber und meinen , das ist gut so , da haben Sie wenigstens eine eigene und gesunde Meinung ...

  • 4
    0
    saxon1965
    08.10.2019

    @Interessierte: Nun ich hatte Westverwandtschaft, erst Jugendweihe, dann Konfirmation, sogar ein "privilegiertes" Hobby, auch eine Stasiakte (harmlos), parteilos, musste jedoch bis 23 auf die NVA "warten", dafür nur 15 Monate bis zur Wende gedient... vielleicht auch etwas Glück gehabt, dass DIE mich in Ruhe ließen. Wie es im Westen so aus sah wusste ich aus erster Hand und klar habe ich ernsthaft überlegt "rüber zu machen", offiziell. Jedoch standen einige private Gründe dem entgegen und so blieb ich, bis heute.
    Mit etwas Abstand betrachtet geht es mir zunehmend wie Herrn Fröhlich "Und ich muss feststellen, was uns früher über den Kapitalismus erzählt wurde, war aus heutiger Sicht betrachtet richtig."

  • 3
    3
    Interessierte
    08.10.2019

    Wenn man nicht kirchlich angebunden war und keine Westverwandtschaft hatte , wohin man wollte , hatte man ein schönes , freies , friedliches , glückliches und soziales Leben …
    Und wenn man sich dem Staat anpaßt und ein-/unterordnet und sich darin wohl fühlt , dann hat man ein schönes Leben …
    Ich glaube , das ist auch heute so , wer sich hier in diesem Staat anpaßt und mitspielt , der hat ein schönes Leben und man kann auch sehr gut vorwärts und nach oben kommen …

    Der Unterschied ist nur die Erziehung gewesen :
    Das eine Land hatte die Jugendweihe und eine atheistische Erziehung
    Das andere Land hat die Jugendstunden und eine christliche Erziehung

  • 2
    4
    Malleo
    08.10.2019

    DTRF
    Lesen Sie bei "Vom Mut zur Wende"

  • 5
    1
    DTRFC2005
    08.10.2019

    @Malleo: Ich weiß wen Sie mit Vertragsarbeiter meinen und das ging auch anders herum. Ich entsinne mich, dass das I-Werk ( vermutlich auch aus anderen Betrieben) auch Arbeiter, DDR Bürger, in die andere Richtung der Welt geschickt hatten. Diese Lebensreise stand bei uns auch im Raum, aber wir haben uns nicht dafür entschieden. Wie haben Sie denn persönlich der DDR Alltag erlebt?

  • 15
    0
    saxon1965
    08.10.2019

    Man sollte den DDR-Alltag nicht verklären.
    Jedoch kann auch nur Derjenige sich ein Urteil erlauben, der diesen erlebt hat und zwar je länger, um so besser in diesem Fall. Dabei hat dann natürlich auch jeder DDR´ler seinen ganz persönliche Geschichte.
    Fakt ist aber für mich, dass wir wesentlich sicherer lebten, trotz Kalten Krieges.
    Dass wir andere Werte pflegten, die man heut zu Tage leider oft vermisst, wie zum Beispiel, dass Geld nicht alles im Leben ist und ehrliche Freundschaft oft mehr Wert hat. Unter uns Ostlern gibt es so etwas, mehr als in den anderen Bundesländern. Wir erlebten aber auch, was es hieß s. g. Beziehungen zu haben zu müssen oder dass man mit der falschen Meinung durchaus anecken konnte, eigentlich wie heute! Deshalb sind wir wohl auch in diesen Dingen wesentlich sensibler und argwöhnicher. Vergleiche ziehen, zwischen den beiden Systemen, kann jedoch nur der der sie auch erlebt hat. Da bin ich dann doch oft froh über meine Lebenserfahrungen, auch wenn sie nicht durchweg positiv waren.

  • 6
    0
    Nixnuzz
    08.10.2019

    Nur Einheimische? Ok - Wessie mit 2"DDR"-Lehrern zu Schul- und Berufschulzeiten groß geworden. Dank erste Annäherungen Ost-West erleichterte Einreise per FDGB Einladung zur Leipziger Messe. "Humanere" Kontrolle in Helmstett entgegen Berlin-Anfahrenden. Da November Magdeburg bis Leipzig zunehmender beissender Nebel mit gelben Strassenlampen. Weggerostete Regenabflussrohre an gleichfalls weggefressener Putz mehrstöckigen Häusern. Frühaufstehende Schüler zum Anstellen beim Bäcker für Brot und Brötchen für Westgäste und einheimische Aussteller auf der Messe. Später über Autobahn Herleshausen die Betonplattenautozerleg-Piste Richtung Dresden - Abzweig Leipzig-Berlin Hermsdorfer Kreuz. Jetzt ab Kirchheimer Dreieck nahezu komplette Tiefflugstrecke A4. Aber wo sind die "Freizeit- und Jugendheime" geblieben nach der Wende? Was ist aus SERO geworden? Und auch die Freundlichkeit untereinander? Ok - ich habs hier gut getroffen. Wenige Tage und ich war angenommen. Ja - auch manche Spitze musste erstmal verdaut werden. (gegenseitig..)

  • 5
    4
    OlafF
    07.10.2019

    Was gabs da schon zu sehen? Städte mit grauen Fassaden und Häuser mit den Initialien LSR, später der Sowjet-Pavillion, an dem holzbestuhlte Strassenbahnen entlangrumpelten. Immer ernste Gesichter, alles in schwarz-weiß, ein Lehrer namens Pfeiffer dessen Auftauchen die Fähigkeit verlieh Fragen zu stellen und Antworten zu suchen, zumeist hinter vorgehaltener Hand. Später, frische Brötchen vom Konsum und handgemalener frischer Kaffeeduft. Über allem , selbst den jährlichen Kinderferienabenteuern, selbst beim Schlangestehen am Plattenladen oder vor den überfüllten Diskotheken hing eine Stimmung von stoischer Ruhe und Gelassenheit. Plötzlich gab es jedoch den Knall. Da flog das Rad des T4 in hohem Bogen hinein in den Kasernenhof der BDVP. Der Saboteur war schnell gefasst und lernte die JVA auf dem Kassberg kennen, so hieß es, bis sein Schicksal vergessen war.Der Alltag kehrte zurück.Der Ingenieur wohnte neben dem Polizist, der Praktische Arzt neben dem Bauarbeiter.In der Platte war es hellhörig, so war man über alles und jeden Ehekrach und sämtliche nächtliche Aktivitäten unfreiwillig infomiert. Das Knacken im Telefon nachdem man abnahm, war nicht ungewohnt, das überhaupt ein Telefonanschluss vorhanden war, schon. Dem Nebel am Fritz-Heckert-Platz im morgentlichen Berufsverkehr, rauchenden Schornsteinen und einem in allen bunten Farben schillerndem Chemnitzfluss entfliehen, mit dem Trabbi zu viert rauf an die Ostsee und manche schon runter bis nach Ungarn.Immer mehr Freunde und Verwande mit Ausreiseanträgen, irgendwann dachte ich , wer macht als Letzter das Licht aus? Nun auf zur Montagsdemo vors Landratsamt , erst Wir sind das Volk, dann Kerzen vors Rathaus und Forderungen des neuen Forums,dann plötzlich, die Freiheit, ein Gefühl was du niemals wiederhergeben willst. Aber wen interessiert das schon?

  • 3
    7
    Malleo
    07.10.2019

    DTRF..
    Ihr Kommentar zeigt, dass Sie mit dem Wort Vertragsarbeiter absolut nichts anfangen können.

  • 7
    6
    DTRFC2005
    07.10.2019

    @Malleo:Vertragsarbeiter, die für ihre Arbeit Lohn erhalten? Das verwirrt mich doch sehr. Sind Sie in Arbeit? Wenn, dann hätten Sie doch auch einen Vertrag und arbeiten für Ihren Arbeitgeber und den Staat und ganz zuletzt das Sie vom Rest leben können. Aber mit Ihrem Kommentar, könnte man annehmen, Sie würden keiner Arbeit nachgehen.

  • 5
    12
    Malleo
    07.10.2019

    Vertragsarbeiter, die für Geld arbeiten mussten.
    Weitere Eräuterungen sind wohl nicht notwendig.

  • 11
    5
    DTRFC2005
    07.10.2019

    Was fällt mir dazu ein? Eine schöne und behütetet Kindheit mit Freunden. Draußen in der Natur spielen, oft auf der Straße ohne Angst haben zu müssen, von Autos überrollt zu werden. Jede Menge Freizeitmöglichkeiten die bezahlbar und oft fast kostenlos waren. Kein Überangebot an Waren, klingt sicher seltsam, aber braucht man wirklich xxx viele Sorten Joghurt, Butter oder andere Dinge, die es in gefühlten 100 unterschiedlichen Varianten gibt usw.? Ein sicherer Arbeitsplatz, bezahlbare Miete und Bus und Bahnverkehr. Es gäbe noch so einiges. Ich denke aber auch es kommt auf den Menschen an. Während ich mit wenigen Zufrieden bin und war, gab es Menschen, die immer das neuste haben mussten, die genau das haben wollten, was andere auch hatten und sei es die gleiche exklusive Anbauwand, ja auch das gab es. Es gab schon damals, die ewig gestrigen und ständig meckernden, die vermeintliche Meinungen und Ansichten niedergebrüllt und geschlagen haben, vor allem ihren Kindern gegenüber, diejenigen die anderen nicht einmal das schwarze unterm Fingernagel gönnten und anschwärzten, wo es nur ging. Alles in Allem konnte man sich nicht wirklich beklagen, wenn man normale Ansprüche hatte. Natürlich gab es in manchen Bereichen Defizite, aber ich bin der Ansicht, das war von Außen geplant und gesteuert. Ich denke auch, das die meisten Menschen, die damals 1989 auf die Straße gingen, nicht mit dem gezielten Ein und Verkauf Ostdeutschlands wirklich gerechnet haben. Nun bin ich gespannt, ob mein Kommentar durch geht.

  • 15
    1
    saxon1965
    07.10.2019

    Welche persönlichen Erfahrungen hat wohl Marco Wanderwitz mit der Stasi gemacht? Ansonsten finde ich seine Äußerungen, wenn auch nicht komplett falsch, doch sehr populistisch und eher phrasenhaft.
    Den Herren Kluge und Fröhlich möchte ich dagegen gerne zustimmen.