Wenn Kinder im Erzgebirge sogar Kisuaheli singen

In diesen Tagen sollten die Kitas in Neuhausen und Marienberg Besuch vom Fuße des Kilimandscharo haben. Doch Corona kam dazwischen.

Neuhausen/Marienberg.

Alles ist vorbereitet gewesen auf den Besuch aus Tansania bei Kindern und Erwachsenen in den evangelischen Kindereinrichtungen Neuhausen und Marienberg - doch dann kam Corona. So wurde es den 12 Erzieherinnen aus der Region Moshi am Kilimandscharo im Nordosten des afrikanischen Landes unmöglich, in die erzgebirgische Partnerregion zu kommen. In einem gemeinsamen Seminar wollten sich die afrikanischen Erzieherinnen, letztere sind nach dem Montessori-Konzept ausgebildet, mit den hiesigen Kolleginnen austauschen. Außerdem waren Veranstaltungen und vieles mehr geplant.

"Es ist sehr schade, dass wir es ins nächste Jahr verschieben müssen, aber es ist nicht zu ändern", sagt Mary Barthel vom Partnerschaftskomitee, dessen Mitglieder von der Bezirkssynode gewählt wurden. Zudem gibt es einen erweiterten Arbeitskreis. Sie wie auch die Neuhausener Kita-Leiterin Gitta Barthel, Pfarrerin Mandy Mehlhorn, die Marienberger Kita-Chefin Evelyn Glöß und Vertreter aus dem Kirchenbezirk Marienberg haben ihre Partner in Afrika schon besucht. Mehr als 30 Kindereinrichtungen gehören zur Region Moshi, die neben der Stadt gleichen Namens ein großes Stück Massaigebiet umfasst. "Dabei geht es immer um Hilfe zur Selbsthilfe", wie es Mandy Mehlhorn formuliert. Die Verbindung nach Afrika "öffnet den Blick für das, was bei uns selbstverständlich ist", sagt sie. Das Begegnen auf Augenhöhe sei Grundlage für die Partnerschaft, die seit 1993 besteht. Zustande gekommen ist sie über das Leipziger Missionswerk, wie Mary Barthel sagt. Es sei eine sehr vielschichtige Freundschaft, vor allem auf theologischer, pädagogischer und medizinischer Basis. Finanziert werden die Reisen der Gäste aus Tansania durch Spenden, Sponsoren, vom Kirchenbezirk und die Landeskirche.

Die Erzgebirger reisten immer mit Geschenken nach Afrika. So spielen Kinder dort beispielsweise mit Bausteinen aus dem Neuhausener Unternehmen Sina.

Derzeit aber machen sich die Erzgebirger um ihre Freunde in Tansania nicht nur wegen Corona Sorgen. Unwetter haben das Gebiet überschwemmt, die Ernte sei vernichtet. Gemeinsam organisierten die Erzgebirger eine Soforthilfe. Mary Barthel: "Es sind schon Spenden eingegangen."


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