Wolfram Liebing darf sich auf weitere sieben Amtsjahre freuen

Nach langer Diskussion über die Bürgermeisterwahl in Wolkenstein ist nun alles schnell über die Bühne gegangen. Über das Ergebnis muss gar nicht diskutiert werden.

Wolkenstein.

Sonntags sitzt Wolfram Liebing abends oft zuhause. "Dann lese ich und freue mich meines Lebens", sagt der parteilose Wolkensteiner Bürgermeister. Manchmal ziehe es ihn zu dieser Zeit aber auch in sein Büro, um die kommende Woche vorzubereiten. Am gestrigen Sonntag begab sich der 64-Jährige wieder einmal auf den Weg Richtung Rathaus. Allerdings nicht, um Bürokram zu erledigen, sondern um dem Wahlausschuss und 20 weiteren ehrenamtlichen Helfern für die Organisation der Bürgermeisterwahl zu danken, bei der Liebing für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt wurde.

Vieles war diesmal anders als sonst. Nicht nur, weil mit Liebing nur ein Kandidat auf der Liste stand. Auch die Corona-Pandemie, wegen der die ursprünglich für den 10. Mai geplante Wahl zunächst in den Herbst verschoben werden sollte, spielte eine wichtige Rolle. "Viele haben die von uns empfohlene Möglichkeit der Briefwahl genutzt", sagt Wahlleiter Jens Voigt. 1027 Wolkensteiner stimmten auf diese Weise ab. Dazu kamen noch 575 Bürger, die an die Urnen gingen. Insgesamt nahm damit etwa die Hälfte der 3231 Wahlberechtigten an der Abstimmung teil. Laut Wahlleiter Voigt wurden 1548 gültige Stimmen verzeichnet. Damit sprachen sich über 95 Prozent der Wähler für eine zweite Amtsperiode des amtierenden Bürgermeisters aus.

Wer persönlich wählen ging, musste auf die aktuellen Regeln achten. Mit Maske und unter Einhaltung der Abstandsregeln wurde das Kreuzchen in der Wolkensteiner Bürgerschule gesetzt. Im dortigen einzigen Wahllokal lagen extra 500 Kugelschreiber bereit, wodurch die häufige Desinfektion der Schreibgeräte eingespart werden konnte. Auch das Verzichten auf weitere Wahllokale war laut Voigt die richtige Entscheidung. Ihm zufolge kam es durch die Verschiebung der Wahl und durch die Hygiene-Auflagen gleichzeitig zu erhöhten Kosten. Dafür mussten die Wahlhelfer aber auch nicht bis spät in die Nacht hinein schwitzen, wie das bei ande- ren Wahlen schon der Fall gewesen ist.

Das für 19 Uhr anvisierte vorläufige Wahlergebnis konnte zwar erst gegen 21 Uhr verkündet werden, weil die Auszählung der Briefwahl-Stimmen wiederholt werden musste. Dennoch hielt sich der Zeitaufwand dank der überschaubaren Kandidatenliste in Grenzen. "Das Ergebnis wird jetzt von der Kommunalaufsicht des Landratsamtes geprüft", so Voigt. Danach dürfte der zweiten Amtsperiode von Wolfram Liebing nichts mehr im Weg stehen.

Der Bürgermeister, der am 8. Juli seinen 65. Geburtstag feiert und daher bei einer tatsächlichen Verschiebung in den Herbst aufgrund der Altersgrenze nicht hätte kandidieren können, freut sich auf die nächsten sieben Jahre im Amt. Schließlich habe sich die Zusammenarbeit mit der Verwaltung während der ersten Amtsperiode als sehr positiv erwiesen. "Wir werden aber auch einiges hinterfragen", kündigt Liebing an, der damit auf die politischen, wirtschaftlichen und vor allem die gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise anspielt: "Die Welt ist nicht eben. Wir müssen lernen, mit Unebenheiten umzugehen."

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