Antisemitismus sorgt Israelitische Religionsgemeinde

Rechtspopulisten werden lauter. Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig findet das politische Klima «dramatisch».

Leipzig (dpa/sn) - Wachsender Antisemitismus sorgt Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig - auch mit Blick auf die Landtagswahl am 1. September. «Ich finde, dass die heutige Entwicklung des politischen Klimas dramatisch ist», sagte der Vositzende Küf Kaufmann, Mitglied im Präsidium des Zentralrates der Juden in Deutschland. Am Sonntag beginnt in Leipzig die Jüdische Woche.

Im Vorjahr dokumentierte Kerstin Köditz, Extremismus-Expertin der Linksfraktion, 138 antisemitische Straftaten im Freistaat. Das waren 15 Prozent mehr als 2017. Er persönlich sei bislang von niemandem geschlagen oder auf der Straße beleidigt worden, sagte Kaufmann. Ihn belasteten aber solche judenfeindlichen Tendenzen.

Bei der Wahl am 1. September ginge es um die Zukunft des Landes. «Man muss dafür sorgen, dass sich die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit nicht wiederholen», sagte Kaufmann. «Man muss leider mehr Aufmerksamkeit auf Fragen der Sicherheit werfen.»

Die Jüdische Woche in Leipzig findet alle zwei Jahre statt. 2019 steht sie unter dem Motto «L'dor v'dor - Von Generation zu Generation». Mehr als 100 Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Filme und Zeitzeugengespräche sind geplant. Kaufmann ist auch Direktor des Vereins Ariowitsch-Haus, der die Jüdische Woche mitveranstaltet. Seit zehn Jahren will das Kultur- und Begegnungszentrum Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zusammenbringen. Rund 80 000 Besucher und Teilnehmer zählte das Ariowitsch-Haus bislang bei Workshops, Konzerten und Lesungen.

Die jüdische Gemeinde in Leipzig zählt derzeit nach Angaben des Ariowitsch-Hauses 1250 Mitglieder und ist damit die größte in Sachsen. Mit rund 12 500 Mitgliedern gehörte die jüdische Gemeinde Leipzig vor der Nazi-Herrschaft mit zu den größten in Deutschland. 1945 lebten nur noch 15 Juden in der Stadt.

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