Bürokratie bremst Bauwillige aus

Wie in den anderen drei Auerbacher Ortsteilen ist auch in Reumtengrün die Bauland-Nachfrage groß. So bald wird es jedoch kein grünes Licht für neue Häuser geben.

Reumtengrün.

Über mangelndes Interesse kann sich Reumtengrüns Ortsvorsteher Uwe Ebert (Bürgerinitiative) nicht beklagen: Immer wieder flattern ihm Bauland-Anfragen ins Haus, schilderte er die Situation zur Ratssitzung am Montagabend. Und genauso oft muss er potenzielle Neubürger auf später vertrösten. Die Schaffung zusätzlicher Bauflächen braucht Zeit. Viel mehr Zeit, als ihm und den Anfragenden lieb ist. Denn die Kommune ist nicht nur an gesetzliche Vorgaben gebunden, es müssen auch etliche andere mehr oder weniger direkt Beteiligte ihr Einverständnis geben.

"Das ist ein sehr komplexes und zugleich schwieriges Thema", sagte Uwe Ebert. Weil nicht ausschließlich Auerbach, Reumtengrün und die drei anderen Ortsteile Rebesgrün, Beerheide und Schnarrtanne über Änderungen im Flächennutzungsplan entscheiden könnten. "Man muss den gesamten Mittelzentralen Städteverbund Göltzschtal betrachten", erklärt der Bürgermeister. Das heißt: Falkenstein, Rodewisch, Ellefeld, deren Ortsteile und die Verwaltungsgemeinschaft Falkenstein mit Neustadt und Grünbach sind dazu angehalten, per Beschluss ihr Einvernehmen zu geben. Noch dazu zeitgleich.

Ist das passiert, wandert der gemeinsame Entwurf weiter ins Landratsamt. Dort befassen sich dann 17 Abteilungen mit diesem Thema. Hinzu kommen noch etliche Träger öffentlicher Belange wie zum Beispiel der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland.

Seit zwei Jahren befindet sich der Flächennutzungsplan in seiner zweiten Änderung. "Die erste hat sieben Jahre gedauert", schilderte Auerbachs Bauamtsleiter Patrick Zschiesche die zeitliche Dimension. Neben dem Plan ist noch die Klarstellungssatzung maßgebend. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte Innenbereichs- und Abrundungssatzung, die letztendlich mit dem Flächennutzungsplan übereinstimmen muss. Hier dauert eine Änderung Patrick Zschiesche zufolge etwa anderthalb Jahre. Dieses oder nächstes Jahr sei Bauen in und um Auerbach also nicht möglich, sagte er.

Jetzt wollen sich Stadt und Ortschaften intensiv Gedanken machen, wo die Ausweisung von Bauland Sinn macht und möglich ist. Dabei sei auch jeder Bürger gefragt, Vorschläge einzubringen, so der Amtsleiter. Als Orientierungsbasis gelte jedoch der Grundsatz Innen- vor Außenentwicklung. Das heißt, aktuell oder bald leer stehende Gebäude sowie nicht genutzte Grundstücke genießen in Abstimmung mit deren Besitzern Vorrang.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.