Brücke: Biergarten statt Autokino?

Die Göltzschtalbrücke wurde zum Kinosaal der besonderen Art. Die Veranstalter wollen zurückkehren. Aber anders.

Netzschkau.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Etwa 5000 Zuschauer wurden während der vergangenen vier Wochen in der Freiluft-Kulturarena vor der weltgrößten Ziegelbrücke begrüßt - und zwar alle im Auto. Dies war die Antwort von Krauß Event auf die Einschränkungen durch das Coronavirus. "Am Ende haben wir alle gemeinsam etwas im Vogtland für das Vogtland gestaltet", zieht Projektkoordinator Jörg Hempel eine zufriedene Bilanz.

Deutschlandweit bekannte Künstler wie Tom Beck, Jasmin Graf, Nico Müller und Jörg Hammerschmidt und ebenso regionale Künstler wie die Formation Spur 13 und die Musikschule Vogtland bereicherten das Kulturangebot. Globetrotter Thomas Kropff, Autorin Isabella Archan oder Depeche-Mode-Fanhistoriker Sascha Lange sprachen weiteres Publikum an. "Es war kräftezehrend, immer wieder neu zu überlegen und umzuorganisieren", sagt Hempel. "Ein Krimitheater spricht keine Jugendlichen an, Kino wiederum schon, ein singender Schauspieler wie Tom Beck hat ebenfalls ein bestimmtes Publikum."

In der ersten Eröffnungswoche kamen recht überraschend die ersten Lockerungen, erinnert sich Hempel. "Sogar die Schule begann wieder. Dadurch war das Freizeitverhalten komplett umgestellt. Wir mussten reagieren, strichen ab der zweiten Woche die Nachmittagsfilme aufgrund steigender Temperaturen und immer weiterer Lockerungen. Alle wollten raus, am liebsten nicht in den eigenen vier Wänden und natürlich nicht im Auto." Trotz leicht nachlassender Resonanz in der letzten Woche kam es am langen Abschlusswochenende nochmals zu einem Besucherandrang.

Aber warum hält Krauß Event nicht einfach am neuen Format Autokino fest? Projektkoordinator Hempel winkt ab. Dies sei eine Notmaßnahme in besonderen Zeiten gewesen, mehr nicht. Hempel: "Anstatt Autos würde ich mir Liegestühle und einen Biergarten an der Göltzschtalbrücke wünschen."

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