Erlau steckt viel Geld in Kinderbetreuung

Ein Kita-Anbau und gestiegene Personalkosten fordern die Gemeinde 2020 heraus. Die Kapitaldecke wird dünner, der Spielraum kleiner. Doch sie muss sich dem stellen.

Erlau.

Die Gemeinde Erlau hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. "Freie Presse" hat bei Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos) nachgefragt, wo er die Schwerpunkte sieht.

"Hitliste" der Investitionen: Mit einer geplanten Bausumme von 465.000 Euro steht die Sanierung des Landgasthofs Crossen ganz oben auf der Erlauer Dringlichkeitsliste. Erfolgen sollen die Instandsetzung des Dachs, die Renovierung von Bühne und Saal sowie der Anbau eines Personenaufzugs. Weitere 175.000 Euro sind dann nochmals für 2021 geplant. Voraussetzung sei jedoch die Bereitstellung von Fördergeld, auch eine Kreditaufnahme sei möglich, so der Bürgermeister. Als Bauzeit für die erste Etappe sei Frühjahr bis Herbst vorgesehen. Zweitgrößtes Investitionsprojekt ist mit 320.000 Euro der von Mai bis Oktober geplante grundhafte Ausbau der Schafgasse in Milkau, der mit 120.000 Euro Fördergeld erfolgen soll. Von Januar bis März soll zudem für 80.000 Euro die Arztpraxis in Milkau renoviert und teilweise umgebaut werden.

Einen neuen Anlauf will die Gemeinde beim Umbau der Kita Erlau nehmen. 52.000 Euro, davon 42.800 Euro Fördermittel, sind für diese Arbeiten, die in den Sommerferien stattfinden sollen, geplant. "Die Neuschaffung von circa 30 Kitaplätzen durch Umnutzung beziehungsweise Teilumbau der Räumlichkeiten konnte bisher nicht realisiert werden, da Fördergelder nicht bereitgestellt werden konnten oder andere Projekte im Landkreis vorgezogen wurden", erklärt Ahnert.

Des Weiteren soll im ersten Halbjahr eine kommunale Wohnung im Gebäude Zur Mühle 7 in Schweikershain für 50.000 Euro, davon sind 25.000 Euro Fördergeld, renoviert werden. Im Sommer und Herbst soll an der Grundschule Erlau über Fördermittel ein Medienbildungskonzept im Umfang von rund 52.000 Euro umgesetzt werden. Für die Feuerwehr will die Kommune persönliche Schutzausrüstung anschaffen - Kosten: rund 35.000 Euro, davon sind 14.000 Euro Fördermittel. Ist das Geld da, könne bestellt werden.

Liegengebliebenes angehen: Für den Neubau der Brücke Diebstraße wurden laut Bürgermeister 2019 rund 72.000 Euro eingeplant. Da die Planungen noch nicht so weit waren, sei das Geld nicht abgerufen, sondern in die Folgejahre übertragen worden. "Aus Witterungsgründen konnte der Multifunktionsplatz in Milkau 2019 nicht vollständig fertiggestellt werden", bedauert Ahnert. Der Restanteil der Gemeinde von 20.000 Euro soll in dieses Jahr übertragen werden.

Herausforderungen annehmen: "Eine der größten Herausforderungen sind die seit 2016 ständig steigenden Personalkosten", stellt Ahnert fest. Grund dafür seien die Ergebnisse vergangener Tarifverhandlungen und andere Regularien, für die die Gemeinde keinen angemessenen Ausgleich erhalte. "Auf diese Weise wird der Spielraum für nötige Investitionen Jahr für Jahr kleiner. Der Investitionsstau kann so nicht abgebaut werden. Der Werteverzehr des kommunalen Vermögens schreitet fort", so Ahnert.

Gemeinde hat viele Wünsche: Vom Landratsamt wünscht sich Erlau "eine gute, vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit, die den eigentlichen Bedürfnissen der Bürger entspricht", sagt Ahnert. Ohne Eigenverschulden habe man mit hohen bürokratischen Hindernissen zu kämpfen. Die eigentlichen Ziele dürften daher nicht aus den Augen verloren werden.

Wunsch des Bürgermeisters vom Freistaat: "Die Entwirrung und Vereinfachung der gesamten Förderwelt, welche enorme personelle Ressourcen in den Ämtern der Kommunen und Landkreise verschlingt." Vom Freistaat werde zwar eine Vereinfachung der Förderverfahren angestrebt. Doch ob es gelingt, werde man sehen. "Wünschenswert wäre generell die unkomplizierte Bereitstellung von Geldern, die den Erhalt und den nötigen Ausbau der kommunalen Infrastruktur ermöglichen." Scheinbar gut gemeinte Verordnungen und Regularien würden laut Ahnert die Verwaltungen immer weiter an die Grenze der Belastbarkeit treiben.

Nach dem Wegfall der Sparkassenfiliale und des Geldautomaten seien vorerst alle Argumente ausgetauscht. "Ein Entgegenkommen der Sparkasse, über den Filialwagen hinaus, ist nicht zu erkennen. Man wird abwarten müssen, wie praktikabel die Lösung mit dem Filialwagen für unsere Bürger ist", so Ahnert.

Höhepunkte 2020 im Blick: Dieses Jahr stehe das 80-jährige Bestehen zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Crossen an. Ansonsten seien aus heutiger Sicht außer den bekannten Dorffesten in Beerwalde, Crossen, Erlau, Milkau, Sachsendorf/Theesdorf und Schweikershain keine besonderen Events geplant.


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