Geldfluss für ältesten Stadtteil in Glauchau versiegt

Der Bürgerverein "Wir im Wehrdigt" kann noch ein Jahr das wichtige Quartiersmanagement fortsetzen. Doch danach könnte es schwierig werden.

Glauchau.

Sabine Resche erledigt den Job seit Februar 2016. Sie ist im Wehrdigt, dem ältesten Stadtteil von Glauchau, unterhalb der Innenstadt, aufgewachsen und fungiert als Stadtteilmanagerin. Als solche kümmert sie sich um Veranstaltungen, bringt Leute zusammen, die im Stadtteil etwas bewegen wollen, ist Ansprechpartnerin, wenn es Probleme mit Lärmbelästigungen, mit Baustellen oder dem Winterdienst gibt. Sie ist quasi die gute Seele im Stadtteil. Die Türen ihres Stadtteilbüros an der Wilhelmstraße stehen immer offen.

Doch Sabine Resche weiß, dass bald Schluss sein wird. Das Stadtteilmanagement gibt es im Fördergebiet "Soziale Stadt" seit 2001. Seit 2010 hat der Bürgerverein "Wir im Wehrdigt" die Aufgabe des Managements inne. Finanziert wird die Arbeit mithilfe von Fördergeldern, die Bund, Land und die Stadt Glauchau zur Verfügung stellen. Doch die Förderperiode endet am 31. Dezember dieses Jahres. Damit bricht die Finanzierung zusammenbrechen, und das Stadtteilmanagement wäre plötzlich Geschichte.


"Wir sind froh darüber, dass es bei uns nicht abrupt zu Ende geht", sagt die Vorsitzende des Bürgervereins, Jana Weber. Denn für das Jahr 2020 ist das Stadtteilmanagement gesichert. Der Technische Ausschuss hat diese Woche der Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr zugestimmt. Und weil andere Kommunen Fördergeld zurückgegeben haben, besteht für Glauchau die Chance, noch ein Jahr Geld für die Stadtteilarbeit im Wehrdigt zu bekommen. Der Stadt Glauchau liegt nach den Worten von Elke Wagner, im Rathaus zuständig für die Fördergebiete, ein Schreiben der Sächsischen Aufbaubank vor, dass die Zuteilung für Glauchau hohe Priorität im Innenministerium genießt. Letztes Jahr hatten sich die CDU-Landtagsabgeordnete Ines Springer und der Staatssekretär im sächsischen Innenministerium, Günther Schneider, ein Bild von der Situation vor Ort gemacht.

Doch was wird der Bürgerverein in den nächsten Jahren machen, wenn die Fördermittel nicht mehr fließen? Darüber macht sich der Verein Gedanken. "Für das Stadtteilmanagement werden uns in Zukunft die Personalkosten fehlen", sagt die Vorsitzende Jana Weber. Der Bürgerverein sei dabei, sich für die Arbeit andere Finanzierungsquellen zu erschließen. So werde das derzeit laufende Filmprojekt vom Landratsamt Zwickau und weiteren Partnern unterstützt. 20 Jahre Stadtbauförderung im Wehrdigt und zehn Jahre Bürgerverein sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Projekts, das die Entwicklung des Stadtteils nachzeichnen soll.

Sabine Resche war dieser Tage beim Treffen mehrerer Quartiersmanager aus Sachsen. "In anderen Kommunen, deren Förderprogramme auch zu Ende gehen, ist die Lage noch dramatischer", sagt sie. Dort sei, im Unterschied zum Glauchauer Wehrdigt, bereits am 31. Dezember 2019 Schluss. "Die Leute stehen dann vor verschlossenen Türen", sagt Sabine Resche.

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