Kultursommer schreibt "schwarze Null"

Das mittelsächsische Festival hatte mit 80.000 Gästen weniger Zuspruch als im Vorjahr, aber mehr Besucher, als eingeplant. Die Gründe waren schon vor der Saison bekannt.

Hainichen.

Insgesamt 50 Veranstaltungen in 39 Orten an 15 Wochenenden im gesamten Landkreis, umgesetzt von mehr als 3000 Mitwirkenden und 90 Vereinen - das sind die Zahlen der 26. Saison des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus). Der gleichnamige Verein hat am Mittwoch in Hainichen Bilanz gezogen. Mit rund 80.000 Besuchern ist man laut Vorstandschef Heribert Kosfeld sehr zufrieden, liegt doch die Auslastung bei 118 Prozent.

Das heißt, es kamen mehr Besucher, als eingeplant. Ein Grund dafür sei wohl auch das gute Wetter gewesen, das immer mitgespielt habe. Dennoch sind es rund 20.000 Leute weniger, als in der Jubiläumssaison im Vorjahr, wie Kosfeld auf Nachfrage bestätigte. Die Erklärung sei auch einfach: In diesem Jahr fehlten zwei wichtige Großveranstaltungen im Terminkalender. So hatte der Miskus 2018 noch beim Tag der Sachsen in Torgau mitgemischt und zudem den Fürstentag in Rochlitz ausgerichtet. Beide Veranstaltungen standen damals mit jeweils rund 15.000 Besuchern in der Rekordbilanz.


Holger Nerlich vom Vorstand konnte unmittelbar nach dem letzten Veranstaltungswochenende mit drei Terminen noch keine Endabrechnung vorlegen, versicherte allerdings: "Die schwarze Null ist sicher". Er geht von einer ausgeglichenen Bilanz aus und sprach von einer auch finanziell erfolgreichen Saison, deren Etat bei 635.000 Euro liegt. Kosfeld will und kann den Erfolg des Kulturfestivals auch nicht allein an zahlenden Gästen festmachen. Kleine und feine Veranstaltungen gehörten seit Anbeginn zum Festival. Mit knapp 50 Teilnehmern sind beispielsweise Orgelfahrt und Entdeckertour meist ausgebucht, weil kaum mehr Leute in den Bus passen. Besucherstärkste Veranstaltung 2019 sei mit knapp 12.000 Gästen das Altstadtfest Mittweida gewesen.

Das Schild "ausverkauft" habe man bei insgesamt acht Terminen aufstellen können, so auch bei der Irischen Nacht auf der Rochsburg und zu "Musik, Licht und Steine" in Frauenstein. Diese zwei Konzertabende würden bereits seit vielen Jahren mit einem stimmigen Programm überzeugen: Es seien außergewöhnliche Veranstaltungen an besonderen Orten. "Solche Konzepte verdeutlichen, dass es nicht nötig ist, in größere Städte zu gehen, um Kultur zu erleben", sagte Kosfeld. Zum Jubiläum "150 Jahre Hetzdorfer Viadukt" habe man mit 800 Besuchern geplant, 4500 Leute waren es. "Eine Schätzung, weil kein Eintritt verlangt wurde", erläuterte Kosfeld.

Sehr gut liefen weiterhin der Klanglichtzauber, "Pipes, Drums & More" in Klosterbuch mit 5300 Gästen und auch die Performance zum Stein in Rochlitz. "Dort hatten wir in den Vorjahren nur noch um die 700 Gäste, das war etwas eingeschlafen", so Miskus-Geschäftsführer Hänsel, für den es die erste Saison in geschäftlicher Verantwortung war. "Nun konnten wir fast 1200 Gäste begrüßen. Das Flower-Power-Motto hat gezogen. So viele Leute haben da noch nie vor der Bühne getanzt. Außerdem trugen auch viele Sachen im Hippie-Style."

Mit diesen Veranstaltungen, die weit über der kalkulierten Besucherzahl lagen, habe man andere Feste ausgeglichen. Für das Schlossfest in Ringethal waren 900 Leute avisiert, 700 kamen. "Aber es war einer der neuen Veranstaltungsorte, dass muss sich erst etablieren", sagte Kosfeld. Die Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für das nächste Jahr. Am Plan für die 27. Saison des Miskus wird schon seit April gearbeitet. Neu im Programm ist eine weitere Veranstaltung auf Schloss Rochsburg. Wieder aufgelegt wird die lange Nacht der klassischen Erotik auf der Burg Kriebstein.

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