Nach 29 Jahren zurückgemeldet

Die 94. Sechstagefahrt in Portugal hat aus lokaler Sicht viele gute Resultate mit sich gebracht. Dabei überzeugte auch ein Oldie aus Zschopau, der seine MZ-Maschine nach langer Pause aufs Podest steuerte.

Portimao/Zschopau.

Die Zeiten, als Uwe Weber der Konkurrenz im Gelände davonfuhr, sind eigentlich längst vorbei. Die große Ära des MZ-Piloten aus Zschopau begann 1982, als er Mitglied der siegreichen Silbervasen-Mannschaft bei den Six Days in der Tschechoslowakei war, und dauerte bis in die 1990er-Jahre. So glänzte der Weltmeister von 1987 bei den Six Days 1991 noch einmal mit der Trophy-Mannschaft, die Silber gewann. Nach weiteren nationalen Erfolgen ließ Weber dann seine Karriere ausklingen - ohne aber den Sport ganz aus den Augen zu verlieren. Hin und wieder steigt der Zschopauer immer noch in den Sattel. So wie jetzt in Portugal, wo Weber an seine erfolgreichen Six-Days-Zeiten anknüpfte.

Möglich wurde das beeindruckende Comeback durch die Vintage-Trophy, die vor wenigen Jahren ins Programm der Sechstagefahrt (ISDE) aufgenommen wurde. Dank dieses Wettbewerbs können Fahrer auf ihren betagten Oldtimer-Maschinen drei statt der für die Elite üblichen sechs Tage an diesem Saisonhöhepunkt teilnehmen. Bei der letzten Auflage in Chile siegte Deutschland mit Jens Bossdorf, Sven Roth und dem Lengefelder Jens Oestreich. Zwei von ihnen waren auch jetzt in Portugal wieder dabei und durften gemeinsam mit Weber jubeln.

Der 57-Jährige, der nun in Hohndorf wohnt, feierte im Feld der 123 Vintage-Trophy-Starter nicht nur selbst eine starke Rückkehr. Er verhalf auch MZ zu einem tollen Comeback. Erstmals seit 29 Jahren war die Marke aus Zschopau wieder bei einer Sechstagefahrt vertreten. Zuletzt waren bei der 65. Auflage 1990 in Schweden Jens Grüner, Frank Lohse und Mike Sydow in der Trophy-Mannschaft auf MZ unterwegs gewesen. Zusammen mit den Simson-Fahrern Thomas Bieberbach, Danilo Pörschke sprang damals der 6. Platz heraus. Dann war die Geschichte der ostdeutschen Trophy-Mannschaft, die sieben Mal den Titel an sich reißen konnte, vorerst vorbei. Nun fuhr Weber mit seiner MZ wieder aufs Podest. In der Vintage-Trophy belegte er gemeinsam mit Jens Oestreich und Johannes Steinel hinter den Italienern Platz 2. Und auch mit dem Vintage-Veterans-Trophy-Team, zu dem außerdem Johannes Steinel und Jens Bossdorf gehörten, wurde Uwe Weber Vizemeister. Neben MZ waren 32 weitere Oldtimer-Fabrikate, darunter Maico, Moto Guzzi, Zündapp, Bultaco oder Morini vertreten.

In der Trophy, deren Titel an die USA ging, wurden Robert Riedel, Björn Feldt, Edward Hübner und Angus Heidecke, hinter den erfolgsverwöhnten Franzosen Siebte. Das deutsche Junior-Trophy-Team platzte aufgrund des Ausfalls von Mike Kunzelmann bereits am ersten Tag und wurde damit auf dem letzten Platz zurückgereicht. Besser lief es für die Damen, die schon beim Heimspiel 2012 in Sachsen als Vize-Weltmeister überzeugten. Nun gelang es Selina Schittenhelm aus Urbach (Baden-Württemberg), Anne Borchers aus Leps (Sachsen-Anhalt) und Maria Franke aus Zeitz (Sachsen-Anhalt), diesen Erfolg zu wiederholen. Das Trio musste bei der 94. Sechstagefahrt, die am Samstag im portugiesischen Portimao endete, nur den USA den Vortritt lassen. Auch dieser Erfolg sorgte in Zschopau für Jubel, denn Maria Franke fährt für das Team von Harald Sturm. Die KTM-Pilotin, die gerade ihren 28. Geburtstag feierte, war nicht nur schnellste Deutsche, sondern sicherte sich auch den Gesamtsieg in der Damenwertung. Und das, obwohl sie im Sommer 2018 Mutter geworden war und sich eine Auszeit genommen hatte.

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