Rochlitzer strömen in alte Lateinschule

Rund zweieinhalb Jahre war die Einrichtung provisorisch an der Sternstraße untergebracht. Nun kehrt sie in ihr hübsch saniertes Quartier in der Innenstadt zurück - sehr zur Freude ihrer Nutzer.

Rochlitz.

Nadine Junghans konnte es kaum erwarten, sich in der Stadtbibliothek nach wochenlanger Pause endlich wieder Bücher auszuleihen. "Ich habe der Eröffnung entgegenfiebert", sagt die Rochlitzerin, die sich "bestimmt schon seit mehr als zehn Jahren" in der Einrichtung mit neuer Lektüre versorgt. "Es ist schön geworden", fährt die Frau fort, die für sich gerne Kochbücher und für ihre sechsjährige Tochter Bilderbücher, Märchen und Hörbücher auf CD ausleiht.

Seit Mitte März war die Bibliothek, die wegen einer umfangreichen Modernisierung ab November 2017 in einem Interimsquartier an der Sternstraße untergebracht war, geschlossen. Nun, am Tag eins im frisch sanierten Gebäude am Kunigundenplatz, war die Neugierde unter den Rochlitzern groß. Ab 9 Uhr früh bis zur Schließung um 17 Uhr kamen mehr als 150 Leute, um sich umzusehen oder etwas aus dem Bestand auszuleihen - er umfasst 26.000 Bücher, CDs, DVDs und andere Medien. "Es lief richtig gut. Alle waren begeistert", sagte Bibliothekschefin Mandy Uhlemann. 120 neue Ausweise wurden ausgegeben, sieben Neuanmeldungen verzeichnet und 850 Medien ausgeliehen. Rund 1000 Nutzer hat die Einrichtung - einige davon brachten sogar Blumen mit vorbei.

Rund 3,5 Millionen Euro steckte die Stadt in die alte Lateinschule. Laut OB Frank Dehne (parteilos) wäre die Investition ohne Finanzspritzen nicht möglich gewesen. Knapp zwei Drittel sind Fördermittel. Gebaut wurde von April 2018 bis Mai 2020. Aus der arg in die Jahre gekommenen früheren Lateinschule mit feuchtem Mauerwerk, bröckelndem Putz und marodem Dach ist ein schickes, modernes Haus geworden. Bis auf Kleinigkeiten ist alles fertig. So fehlen etwa das kunstvoll gefertigte Gitter der Eingangstür und ein Fahrradständer vor dem Gebäude. Laut OB wird beides zeitnah montiert.

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