Stadt erhält viel Geld aus Digitalpakt für Schulen

W-Lan im Klassenzimmer? Ist meist Fehlanzeige. Nun will Aue-Bad Schlema die Häuser mit moderner Technik ausstatten.

Aue-Bad Schlema.

Die Stadt Aue-Bad Schlema will ihre Schulen digital aufrüsten. Ob Laptops, interaktive Tafeln oder W-Lan-Technik: Gut 520.000 Euro sollen in den nächsten zwei Jahren in die Bildungseinrichtungen fließen. Das Geld stammt aus dem sogenannten Digitalpakt Schule, mit dem der Bund die Digitalisierung der Schulen vorantreiben will. Fünf Milliarden Euro stehen insgesamt zur Verfügung, 250 Millionen Euro sind es in Sachsen.

"Wir wollen das Geld bis auf den letzten Cent ausnutzen", erklärte der Beigeordnete Jens Müller (Freie Wähler) jetzt im Kulturausschuss, wo über den aktuellen Stand zum Ausstattungsprogramm diskutiert wurde. Derzeit wartet die Stadt auf das Bewilligen des vielen Geldes. Profitieren werden später davon die fünf kommunalen Grundschulen der Stadt, die Oberschule Aue-Zelle sowie die private Oberschule Westerzgebirge in Bad Schlema, für die es aber ein extra Budget gibt.

Gefördert werden vorrangig die digitale Infrastruktur, wie Verkabelung, Schulserver oder W-Lan-Netzwerke. Aber eben auch die Anschaffung von Laptops und interaktiven Tafeln wird unterstützt. Bei der Grundschule Albrecht-Dürer in Aue herrscht Freude über das Extrageld: "Digitale Tafeln sind eine feine Sache", sagt Schulleiterin Katrin Hahn. Denn im Unterricht würden die interaktiven Bildschirme - auf denen sich auch Videos abspielen lassen - helfen, da dann alles an Technik gebündelt sei. Auch einen drahtlosen Internetzugang, bei vielen Erzgebirgern zuhause längst Standard, gebe es in der Schule bislang nicht.

Kritisch sieht Hahn jedoch den Aufwand, der vorab betrieben wurde, um überhaupt an die Gelder gelangen zu können. "Die Antragstellung war sehr umfangreich." Das bestätigt Jörg Prager, Leiter der Grundschule Aue-Zelle: "Wir mussten erst ein Medienbildungskonzept erstellen." 20 bis 30 Seiten habe das umfasst. Dennoch sieht er den Digitalpakt positiv: "Wir erhoffen uns viel davon, denn im Moment ist die Schule digital nicht gut ausgestattet." Er wünscht sich vor allem neue PC-Tablets, mehr Computer und ebenfalls digitale Tafeln.

Wann das Geld für die neue Technik fließt, ist aber noch nicht klar. Jörg Prager hofft, dass es bereits im nächsten Schuljahr soweit ist. "Vor vielen Jahren habe ich noch gesagt, dass ich kein Internet brauche. Heute sehe ich das anders", sagt er. "Man muss mit der Zeit gehen, sonst verpasst man den Anschluss."

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