Traumhafter Ausblick belohnt Kraftakt

Einen Boom erlebt derzeit der Freizeit-Radsport. Das Vogtland hat dafür sehr reizvolle Strecken zu bieten. "Freie Presse" stellt einige vor. Heute: von Auerbach zum Schneckenstein und zurück.

Auerbach.

Hoch hinaus kann man im Vogtland problemlos - die Mittelgebirgslandschaft bietet viele tolle Aussichtspunkte und herrliche Weitblicke, so auch vom Schneckenstein aus, auf den die heutige Tour führt. Ausgangspunkt ist Auerbach-Hinterhain. Es ist eine anspruchsvolle Strecke, doch man wird für alle Strapazen belohnt. Von Hinterhain aus fährt man Richtung Hohengrün, biegt nach Beerheide auf die Straße des Friedens ab, fährt am Kulturhaus vorbei bis ans Ende des Dorfes, wo man am Beginn des Waldes die Hauptstraße überquert, um auf der anderen Seite auf der ehemaligen Busstrecke zu fahren.

Dort wechselt man wieder die Straßenseite und fährt den Friedrichsgrüner Flügel entlang - immer auf der asphaltierten Strecke - bis man den Ortsteil von Hammerbrücke erreicht. In Friedrichsgrün kann man direkt über die Straße und dem kleinen Weg bis zum Bahnübergang folgen. Dann fährt man nach links und radelt die Friedrichsgrüner Straße hinauf, vorbei am Kindergarten und der Firma IK Elektronik. An der nächsten Kreuzung biegt man nach links ab in die Tannenbergsthaler Straße und fährt ein paar Meter hoch, bevor man rechts abbiegt. Ein Schild zum Ferienhaus Rommel weist den Weg.

Nun wird es etwas anstrengender, dafür fährt man ungestört im Wald entlang, kann den Vögeln lauschen und den Kopf freibekommen. Wenn die letzten Häuser erreicht hat, hält man sich links und fährt weiter, immer dem Weg nach. Man biegt nicht nach links oder rechts ab, bis man an einer kleinen Hütte herauskommt. Dort ist ein wunderschöner Platz für eine Rast, denn man ist ungestört.

Links vorbei an der Hütte gelangt man nach Schneckenstein. Es geht immer gemäßigt bergauf, sodass man sich zwar anstrengen muss, jedoch auch in den Genuss des Waldes kommt. An einer ersten Gabelung hält man sich rechts beziehungsweise geradeaus. Wenig später folgt eine größere Kreuzung, wo früher die Schneckensteiner Straße verlief. Man erkennt den Unterschied am Untergrund. Dort geht es nach links - allerdings nur wenige Meter -, bevor man rechts einen älteren versteckten Wegweiser zum Ferienzentrum sieht und rechts abbiegt.

Man landet scheinbar in einer anderen Zeit - zumindest erweckt das alte Schullandheim diesen Eindruck. Schneckenstein wurde von der Wismut errichtet und diente in Zeiten des Uranbergbaus als Arbeiterwohnort. Heute ist es ein wahrhaft idyllischer, versteckter Ort, den man durchfährt, indem man die Straße aufwärts radelt, gleich an der ersten Möglichkeit nach rechts abbiegt auf die Siedlungsstraße. Dann geht es weiter auf die Holzhäuserstraße. Dieser folgt man allerdings nicht, sondern radelt geradeaus einen kleineren Weg entlang, bevor man die Straße an der Hochspannungsleitung erreicht.

Um auf die Halde zu gelangen, biegt man rechts ab und folgt der Straße vorbei an der ehemaligen Gaststätte Zum Wildschütz und dem Weg, der dann steiler nach oben führt. Ausschilderungen, die auf die Aussicht hinweisen, sind zahlreich vorhanden. Dieser Kraftakt wird mit einem traumhaften Rundumblick belohnt - bei sonnigem, klarem Wetter ist es natürlich am schönsten.

Während man sich etwas stärkt, kann man den Blick auf die Schanze der Vogtland-Arena genießen und an der Tafel die diversen Berge in der Region und in Tschechien kennenlernen. Um an den bekannten Topasfelsen zu gelangen, fährt man die Strecke zurück bis zur Hochspannungsleitung und folgt der asphaltierten Straße. Dort ist auch direkt ein Radweg ausgeschildert. Nach ein paar hundert Metern biegt der Weg nach rechts ab in den Wald, es geht wieder bergauf. Der Felsen liegt etwas versteckt auf der linken Seite. Er ist der weltweit einzige oberirdische Topasfelsen.

Man sollte nun noch einmal Luft holen und sich auf einen knackigen Anstieg einstellen - denn wir wollen nach Mühlleithen, wo wir uns dann auf einer Höhe von 910 Metern befinden. Dafür fährt man zurück auf den Radweg und folgt den Schildern (Route 8), die einen durch den Wald leiten, vorbei an der Winselburg, einer Mini-Siedlung, die hauptsächlich aus Ferienhäusern besteht. Wenn man dort angekommen ist, hat man das Anstrengendste hinter sich und kann sich nun auf entspanntere Abschnitte freuen.

Man radelt am Skihang vorbei, von dem sich auch ein toller Blick bietet. Wenn man an der großen Brücke ist, fährt man ein paar Meter die Straße hinunter und biegt nach rechts auf die Waldstraße ab. Dieser folgt man bis zum Ende, wo die Straße wieder in einen Waldweg übergeht und es mit Tempo - wenn man will - bergab geht. Vorsicht ist geboten, denn manchmal sind die Steine auf dem Weg etwas größer.

An einer Gabelung gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Radweg zu folgen. Um auf unserer Strecke zu bleiben, fährt man einfach weiter bergab Richtung Sachsengrund und kommt am Heroldsbach bei einer kleinen idyllischen Brücke heraus. An der nächsten Kreuzung muss man links abbiegen, um nach Morgenröthe zu gelangen. Den Schildern des Radwegs kann man danach bedenkenlos folgen und nebenbei die Schönheit des Pyratals genießen. Wer sich Gedanken wegen der Straße macht, dem sei gesagt: Es herrscht hier nicht viel Verkehr, sodass man keine Angst haben muss.

Man durchquert Morgenröthe und radelt entspannt bis zum kleinen Kreisverkehr, wo man dann links fährt, um auf die Schönheider Straße zu gelangen. Um nicht auf der Straße zurück nach Auerbach zu kommen, biegt man rechts ab und bevor der Ort endet, nach links, um Am Filz herauszukommen. An der Kreuzung biegt man nach links ab. Es folgt noch ein Kraftakt, doch wer bis dahin kam, wird auch diesen Anstieg überstehen.

Der Weg führt zu einer bekannten Waldkreuzung: den Sieben Wegen. Dort kann man an der neuen Rasthütte noch eine Verschnaufpause einlegen und die Waldidylle genießen. Man folgt den Schildern nach Beerheide/Schutzhütte Sechs Wege und fährt an dieser Kreuzung weiter geradeaus, bis man unten scharf links abbiegt, um auf direktem Weg zum Kaffeehaus nach Beerheide zu kommen. Von dort aus rollt man gemütlich bis Hinterhain zurück, entweder auf der Hauptstraße oder durch das Dorf.

Da nur kleine Teile der Streckeasphaltiert sind, ist diese Tour nicht für Rennräder geeignet. E-Bike-Fahrern bietet sie eine gute Möglichkeit, den Motor anzuschalten. Für alle, die noch ohne Motorisierung unterwegs sind, bietet sie eine schöne Herausforderung.

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