Verhaftet in der DDR: Ein Prügel-Spalier zur Begrüßung

Herbst 89: Jörg Lohse und Thomas Haubold sind vor genau 30 Jahren aus der Haft entlassen worden. Sie hatten gegen die Staatsmacht rebelliert.

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77 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    3
    Juri
    23.10.2019

    Deluxe - salben heilt, sticheln verletzt! Sticheln ist die Vorstufe von Stechen. Das kann sogar töten.
    Also nehmen sie sich einfach ein wenig zurück mit Ihrer "einzigen Wahrheit". Auch die anderen Menschen um Sie herum sind nicht alle auf der Wurstsuppe daher geschwommen.

  • 7
    11
    Deluxe
    20.10.2019

    @Hinterfragt:
    Volltreffer...

    Im Gegensatz zu dem neuerdings hier öfter zu lesenden religiös-salbungsvollen Missions-Eifer. Man könnte beinahe den Eindruck haben, daß sich hier ein paar neue Leute aus diesen Kreisen verabredet haben.

  • 8
    6
    ChWtr
    19.10.2019

    Dankeschön für Ihre Worte, Juri.

    Zu DDR Zeiten hatte ich viel mit Kirche am Hut (bin auch getauft - evangelisch oder besser Protestant...), heute jedoch weniger, was Gründe hat.

    Meine Tante war Diakonissenschwester in Oberursel / Taunus und Elbingerode / Harz und ich war als Kind oft dort (im Harz natürlich). Später als Erwachsener auch einmal in Oberursel. Mich hat das "Flair" bei den Krankenschwestern resp. die Diakonie immer sehr interessiert und auch heute habe ich noch ein "Fable" für diese Lebensart. Aber gut. Nächstenliebe ist ein sehr bedeutsames Wort. Für mich sehr, sehr schwierig in Bezug auf mittelbare und unmittelbare Entscheidungsträger in der ehemaligen DDR. Könnte ich ein Buch schreiben. Allein der 18-monatige NVA Zwangsdienst wäre ein eigenes Kapitel mit Dutzenden Seiten... Wurscht, der Spuk ist vorbei.

    Aber vergeben den unmittelbaren "Entscheidern" von vor 30 / 40 Jahren, damit trage ich sehr schwer, wobei ich heute bereits anders darüber denke als noch vor 25 Jahren. Die Zeit heilt offenbar Wunden.

    Und hier kommt möglicherweise Jesus ins Spiel, wie Sie schreiben.

    Aber, man muss es zulassen können - wollen (...)

  • 13
    9
    gelöschter Nutzer
    19.10.2019

    Vielleicht sollte man sich solche Zeitzeugenberichte vor Augen halten, wenn wieder behauptet wird, heutzutage sei es schlimmer als in der DDR.
    Wer damals nicht stromlinienförmig angepasst war oder in irgendeiner Form aus der Reihe tanzte, musste mit Repressalien rechnen. Meist waren es nur kleinere Sachen wie das verweigerte Studium trotz sehr guter Noten, oder wenn der Wunsch nach dem Abitur an die Bedingung geknüpft wurde, 3 Jahre Armeedienst abzuleisten (wie es meinem Mann geschehen ist - er lehnte dankend ab).
    Sich das Recht auf Demonstrationsfreiheit herauszunehmen, war definitiv zu viel für die Genossen der Staatssicherheit. Da wurde dann das jämmerliche bisschen macht, das mancher hatte, genutzt, um mal richtig zu zeigen, wer am längeren Hebel sitzt.
    Gott sei Dank ist dieser Spuk vorbei.

  • 8
    7
    Juri
    19.10.2019

    Chwtr, Sie dürfen sicher sein, es gibt viele Menschen, die den Artikel und Ihre Zeilen berühren und schmerzhaft erinnern. Ich habe Gott sei Lob und Dank Ihre demütigenden, schmerzhaften Erfahrung so nicht machen müssen, aber ich kenne viele Menschen, denen es so oder so ähnlich ergangen ist.
    Es ist unmöglich das zu vergessen, aber mir hat geholfen, dass ich so wie es Jesus uns an vielen Stellen aufgetragen hat gehandelt habe: Ich habe versucht zu verzeihen und heute kann ich es auch.
    Die Mitmenschen, nach denen Sie zu recht fragen, die müssen, wenn sie sich nicht öffnen und entschuldigen, mit ihrer Schuld weiter leben.

  • 13
    11
    Hinterfragt
    19.10.2019

    "...Sie hatten gegen die Staatsmacht rebelliert...."
    Welch Paradoxon, die , die damals "rebelliert" haben, werde heute gefeiert.
    Die, welche heute rebellieren werde verteufelt ...

  • 7
    4
    ChWtr
    19.10.2019

    Schlimm was den beiden und anderen wiederfahren ist. Aber letztlich waren uns (mir auf jeden Fall) die Zustände in der DDR bekannt. Ich selbst habe mit allem gerechnet! Ein Ungarn Visa hatte ich bereits in der Tasche und habe später auch noch einen Ausreiseantrag gestellt. Mein "Glück" war, dass ich im September 1989 von einem Russen Ural von hinten "volle Kanne" angefahren wurde. Mein Trabi Kombi war danach eine Ziehharmonika und dabei habe ich noch mächtig Schwein gehabt, aber mächtig incl. 4 Wochen Krankschreibung. So war ich erstmal aus dem Verkehr gezogen. Was mir passiert wäre, wenn ich im Stasi Knast gelandet wäre, möchte ich mir gar nicht ausmalen. Ja, irgendwie (...) Schwein gehabt, auch in Bezug auf so viele andere Begebenheiten. Soviel Glück kann man eigentlich gar nicht im Leben haben. Hatte ich jedoch. Aber egal.

    Auch ich frage mich, was die aktiven Mitstreiter der 123 Knüppelpolizei heute machen. Oder die vielen eh. offiziellen und inoffiziellen Stasi..., das Wort darf ich hier nicht ausschreiben. Viele sind für mich in unverdienter Rente, aber einige dürften Ende Fünfzig, Anfang Sechzig sein. In welcher Stellung heute... ? Können diese Leute mit ruhigem Gewissen Ihren Lebensabend frönen? Ich habe nur Verachtung für diese damals aktiven Lxxxxx.