W-Lan in jedem Klassenzimmer und Tablets für alle Fünftklässler

In der Coronakrise hat sich gezeigt, dass die Digitalisierung an der Claußnitzer Oberschule Lücken aufweist. Einiges soll sich bereits in den Sommerferien ändern.

Claußnitz.

W-Lan in den Klassenzimmern und bessere Ausstattung mit Endgeräten - das sind Schlagwörter für die Digitalisierung in den Schulen. Sachsen hat als erstes Bundesland eine Förderrichtlinie zur Umsetzung eines sogenannten Digitalpakts aufgelegt. Damit können Schulträger bis Juni Fördermittel beantragen. Insgesamt stehen den Schulen 250 Millionen Euro bis 2024 für die digitale Infrastruktur und Ausstattung zur Verfügung.

In den Genuss der Fördermittel könnte auch die Gemeinde Claußnitz kommen, sagte Bürgermeister Andreas Heinig (Freie Wählervereinigung Claußnitz, FWC) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch bevor die Schüler der Grund- und Oberschule vom schnellen Internet im Unterricht und Ganztagsangebot profitieren können, muss die Gemeinde die Voraussetzungen dafür schaffen. So hat der Gemeinderat beschlossen, dass 70.000 Euro, die bereits für die Sanierung des Werkraumes in der Grundschule geplant waren, jetzt für das Digitalprojekt verwendet werden. "Wir könnten dieses Jahr für die Digitalisierung rund 213.000 Euro aus einem Fördertopf bekommen", sagte Kämmerin Katrin Friedrich. Doch das Geld reiche nicht für beide Schulen. Deshalb werde vorgeschlagen, die pauschale Zuweisung, die jährlich für Orte im ländlichen Raum des Freistaats ausgezahlt wird, für den Digitalpakt zu verwenden. Dieses Geld stelle dann den Eigenanteil der Gemeinde dar, so Heinig. So müssten neue Server und Endgeräte finanziert, aber auch technisch-pädagogische Einsatzkonzepte erarbeitet werden.

Wie dringend es notwendig ist, die Digitalisierung in den Schulen zu verbessern, habe sich in der Coronakrise gezeigt, sagte Bürgermeister Heinig. Die Nutzung digitaler Geräte und Medien sei für Schüler und Lehrer essenziell geworden. "Die mediale Ausstattung ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Schulleiterin Birgit Möbius-Krämer. Alle an der Oberschule vorhandenen Computer, Laptops und interaktiven Tafeln seien schon sehr alt und abgeschrieben. Die vorhandene Servertechnik habe ihre Grenzen erreicht. Seit diesem Schuljahr befinden sich im Lehrplan aller Fächer verbindliche Inhalte, die medial umgesetzt werden müssen, erläutert Möbius-Krämer. Grundvoraussetzung dafür sei eine funktionierende Infrastruktur sowie Endgeräte wie Computer und Tablets, die einen modernen Unterricht ermöglichten.

Bürgermeister Heinig machte auf ein weiteres Problem aufmerksam: "Die Zeit drängt, auch 46 Elternpaare drängen auf eine schnelle Digitalisierung." Denn ab diesem Schuljahr 2020/21 sollen 46 Fünftklässler eingeschult und damit zwei Klassen gebildet werden. "Wir freuen uns, dass die Schule zweizügig läuft, aber das erfordert auch mehr Investitionen", so Heinig. Moderner Unterricht sei nur mit moderner Technik möglich, ergänzt Schulleiterin Birgit Möbius-Krämer. Denn ab neuem Schuljahr soll für die neuen fünften Klassen das sogenannte MIT-Projekt umgesetzt werden. Das sei eine vertiefte Ausbildung in den Bereich Medien, Informatik und Technik (MIT), erläutert die Schulleiterin.

Für beide fünfte Klassen müssten Tablets gekauft, interaktive Wandtafeln angeschafft und die Zimmer verkabelt werden, erläutert Heinig. Als erster Schritt müssten acht Klassenräume sowie Sekretariat und Schulleiter- bzw. Vizeschulleiter-Raum umgebaut werden. Die Arbeiten sollten über die Sommerferien erfolgen.

Vorarbeiten seien bereits 2019 in der Grundschule mit 16.000 Euro realisiert worden. Jetzt erfolge der zweite Teil. Der Gemeinderat beauftragte für die Errichtung eines Datennetzes in der Oberschule zu einem Preis von rund 26.000 Euro eine Firma aus Frankenberg. Dieselbe Firma erhielt auch den Zuschlag für die Arbeiten in der Grundschule für rund 11.000 Euro. Begründet wurde die Entscheidung mit dem jeweils niedrigsten Angebot und den guten Erfahrungen mit dem Unternehmen. Die Fachfirma hatte bereits 2018 die Amok- und Sicherheitsbeleuchtungsanlage in der Oberschule errichtet bzw. erneuert.

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