Wenn das neue Feuerwehrauto eine Schraube locker hat

Eine Panne bei der Jungfernfahrt hat den neuen Stolz der Mittweidaer Floriansjünger ausgebremst. Doch ist der Wagen erst komplett, verfügt die Wehr über ein selten gut bestücktes Fahrzeug.

Mittweida/Oberlichtenau.

An diese Anekdote werden die Mittweidaer Feuerwehrleute wohl noch lange denken, sicher mit einem Schmunzeln: Ausgerechnet bei der Überführung vom Würzburger Werk nach Mittweida ist der jüngste Neuzugang des Fuhrparks der Feuerwehrleute an der Autobahn bei Oberlichtenau stehengeblieben. Peinlich berührt zeigte sich Wehrleiter René Schröter. Denn jeder Vorbeifahrende konnte an der Plane des Gerätewagens in großen Lettern lesen, wem das Neufahrzeug gehört, das von der Panne betroffen war.

"Ich hoffe, dass es kein schlechtes Omen für die künftigen Einsätze im Ernstfall ist", sagte Schröter. Nach dem Motto "kleine Ursache, große Wirkung" lässt sich der Auslöser der Panne beschreiben: Eine Entlüftungsschraube am Getriebe war nach der Montage locker, ging unterwegs verloren und sorgte für den vorübergehenden Stillstand.

So endete die erste Fahrt für den neuen Stolz der Feuerwehr in einer Werkstatt, wo der Schaden mit wenig Aufwand behoben werden konnte. Nun steht der Lkw mit Allradantrieb aber im Mittweidaer Gerätehaus und muss nur noch mit einem wichtigen Detail bestückt werden: einem insgesamt zwei Kilometer langen Schlauch (vier mal 500Meter), verteilt auf mehrere Rollcontainer. Die können sogar aus dem fahrenden Auto abgerollt werden und im Ernstfall die Wasserversorgung über vergleichsweise weite Strecken zwischen Feuerlöschteich oder Hydrant und Einsatzort sichern. Vor allem bei Einsätzen in Mittweidaer Ortsteilen könnte das Ausstattungsdetail künftig den hiesigen Floriansjüngern der Gemeindewehr einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Denn dort sind teils die Wasserentnahmestellen weiter von Häusern entfernt.

Das ist längst nicht alles, was der neue Gerätewagen Logistik (GW-L2) - so die offizielle Bezeichnung - zu bieten hat. Im großräumigen Gerätekoffer hinter der Kabine befinden sich neben vielerlei Technik insbesondere eine leistungsfähige Pumpe und ein Notstromaggregat. Die Kosten für das Neufahrzeug auf MAN-Fahrgestell betragen einschließlich Aufbau und Technik 236.000 Euro, der Freistaat hat die Anschaffung mit 130.000 Euro gefördert.

Und es ist kein Allerwelts-Feuerwehrauto: Nur sechs Fahrzeuge dieser im Jahr 2013 erstmals in Deutschland eingeführten Bauart gibt es bislang in Mittelsachsen. So verfügen laut Kreisbrandmeister Gerald Nepp neben Mittweida die Freiwilligen Feuerwehren Penig, Kriebstein, Niederwiesa, Flöha über einen solchen Gerätewagen und der Landkreis über einen Spezialwagen Atemschutz im Feuerwehrtechnischen Zentrum Mittweida. Die Wehr in Großschirma erwarte demnächst ein Sonderfahrzeug der Art. "Bei insgesamt rund 450 Feuerwehrfahrzeugen im Landkreis ist das schon selten", so Nepp.

Noch muss der Gerätewagen auf die Ausstattung mit den Schläuchen warten, soll aber nach der endgültigen Ausrüstung offiziell am 4. Mai zum Florianstag in Betrieb genommen werden. Am Tag der offenen Tür können die Mittweidaer sich ein Bild vom neuen Auto machen und pannenfreie Fahrt wünschen.

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