Baustart für neue Eislaufbahn im Küchwald

Die seit fast 50 Jahren bestehende Anlage wird durch eine moderne ersetzt, später soll es auch noch eine Überdachung geben.

Chemnitz.

Wer im Küchwaldpark auf der Suche nach Ruhe und Entspannung unterwegs ist, könnte in den kommenden Monaten stattdessen mit Baulärm konfrontiert werden. Am Eissportkomplex haben die seit Jahren geplanten Arbeiten zur Modernisierung der Eisschnelllaufbahn begonnen. Bis Herbst soll die vorhandene Anlage abgebrochen und durch eine neue, wettkampftaugliche ersetzt werden. Untersuchungen hatten ergeben, dass eine Sanierung der rund 50 Jahre alten Bahn sich nicht gelohnt hätte.

Mit dem Vorhaben will die Stadt nicht nur eine in der kalten Jahreszeit beliebte Freizeiteinrichtung wieder in Schuss bringen. Auch und vor allem aus Sicht des Leistungssports besteht dringender Handlungsbedarf. Chemnitz ist Standort zweier Wintersport-Bundesstützpunkte - im Eisschnell- und im Eiskunstlauf. "Um die Sportförderung im Breiten- und Leistungssport und in der Nachwuchsförderung zu gewährleisten", heißt es aus dem Baudezernat, sei es "unumgänglich, die Bahn entsprechend den gültigen Anforderungen als wettkampftaugliche Trainingsstätte" herzurichten.

"Endlich geht es los", freut sich Eisschnelllauf-Trainer Tony Seidenglanz. Der Zeitpunkt sei optimal - in der vergangenen Woche habe der Verein ECC die Wettkampfsaison abgeschlossen. "Wichtig wäre, dass die Bahn zum Auftakt der neuen Saison fertig wird", betont der Trainer. Sollte es Verzögerungen geben, müsste der Verein umständlich und aufwendig auf andere Eisflächen ausweichen. "Das wäre dann in Dresden oder Erfurt."

Auch die Eiskunstläufer, die vorzugsweise in der benachbarten Halle trainieren, blicken den Arbeiten positiv entgegen. Unter anderem, weil auf der neuen Anlage künftig auch die Fläche in der Mitte des Ovals vereist werden kann. "Das käme uns beispielsweise bei sogenannten Schnuppertrainings zugute", sagt Lucien Schaarschmidt, Leiter des Eisschnelllauf-Stützpunkts. Derzeit gingen derlei Veranstaltungen oft zulasten der knappen Trainingszeiten in der Halle.

Bei den nun beginnenden Arbeiten wird es zunächst darum gehen, die alte Bahn abzureißen, den Spielertunnel und den Bereich der Leitungszuführung zu sanieren und die neue Bahn samt Innenfeldern und Funktionsgebäude zu bauen. In einem zweiten Abschnitt wird sich der Bau einer Überdachung der Bahn anschließen - voraussichtlich ab Frühjahr 202.

Absehbar allerdings scheint, dass auch bei diesem Projekt die Kosten am Ende deutlich höher ausfallen werden als zunächst kalkuliert. Rechnete das Baudezernat 2019 noch mit knapp 8,7 Millionen Euro, so ist mittlerweile von mehr die Rede. "Momentan wird von Kosten in Höhe von etwa zehn Millionen Euro ausgegangen", teilt eine Sprecherin des Rathauses auf Anfrage mit.

Immerhin: Hinweise darauf, dass die Arbeiten länger als geplant dauern könnten, gibt es bislang offenbar nicht. "Die Saisoneröffnung wird wie bisher für Ende Oktober geplant", sagt Rico Friedrich von der Betreibergesellschaft EFC. Kostenprobleme sind auch dort ein Thema - wegen des milden Winters. "Derlei Temperaturen ziehen immer einen Kostenanstieg in der Eisproduktion nach sich", so Friedrich. In der zu Ende gehenden Saison seien bislang mehr als 117.000 Besucher gezählt worden. Abschluss ist am Sonntagnachmittag in der Eissporthalle.


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