Bunt statt Grau: Elfgeschosser bekommt neuen Anstrich

Die großen Wohnblöcke auf dem Auer Eichert sehen bislang eher trist aus. Das soll sich in den kommenden Wochen ändern. Und in dem Stadtteil tut sich noch mehr.

Aue.

Ein Hingucker sind sie bislang nicht: die drei Elfgeschosser auf dem Auer Eichert. Autofahrer, die über den Zubringer in die Stadt fahren, sehen die grauen Fassaden schon aus der Ferne. Es ist ein eher trister Anblick. Eine Frau, die am Mittwochabend einen Infotermin zur künftigen Entwicklung des Stadtteils in den Räumen der Stadtwerke besuchte, nannte es sogar "eine Schande". Doch es gibt gute Neuigkeiten: Das Wohnhochhaus an der Solinger Straße 11 in Aue wird derzeit saniert und soll im Zuge dessen auch einen neuen Farbanstrich erhalten.

In hellen Gelbtönen statt in Grau werde die Fassade bald erstrahlen, berichtete Frank Polster bei der Veranstaltung. Er arbeitet als Prokurist bei der Auer Wohnungsbaugesellschaft, zu der der Elfgeschosser gehört. Polster sagte vor den etwa 25Zuhörern: "So hässlich die Gebäude wirken, sie haben Gutes." So seien die Betriebskosten vergleichsweise gering, was günstige Mieten und geringe Nebenkosten ermögliche. Stadtplaner Nicky Scheinfuß erklärte die Elfgeschosser gar zum Ökovorbild. "Sie bieten auf wenig Platz viel Wohnraum." Folglich sei der Flächenverbrauch gering.

Im Zuge der Bauarbeiten an dem Wohnhochhaus sollen unter anderem die Balkonbrüstungen und die Aufzuganlage erneuert werden. Zugleich werden mehrere Ein-Raum-Wohnungen zu größeren Quartieren zusammengelegt und moderne Brandschutztüren eingebaut. Kosten: mehr als drei Millionen Euro. Wie Prokurist Polster berichtet, sollen im Februar mit einem Autokran die alten Balkonbrüstungen abgenommen und im Anschluss die Baugerüste aufgestellt werden.

Neben den Bauarbeiten am Elfgeschosser tut sich in dem Stadtteil noch einiges mehr. Die Stadtwerke Aue-Bad Schlema erarbeiten derzeit gemeinsam mit der Leipziger Unternehmensberatung Tilia eine Art Zukunftsplan, konkret ein energetisches Quartierskonzept. Damit soll das Wohngebiet grüner und attraktiver werden. So wird über mehrere Investitionsprojekte nachgedacht, etwa eine bessere Versorgung mit schnellem Internet, die Modernisierung des Blockheizkraftwerks und den Ausbau der zentralen Wärmeversorgung. Ziel ist es laut den Plänen der Stadtwerke, einer Überalterung des Eicherts entgegenzuwirken und das Viertel attraktiver für jüngere Menschen zu machen.

Im Zuge der Arbeiten an dem Zukunftsplan haben die Macher auch den Nahverkehr unter die Lupe genommen. "Wir haben überlegt, was man verbessern kann", sagte Projektleiter Paul Münzner bei dem Infotermin. Eine Möglichkeit sei dabei, eine Art Ruf-Taxi oder Ruf-Bus einzurichten. Eher ablehnend äußerte sich zu dieser Idee der Geschäftsführer des Regionalverkehrs Erzgebirge (RVE), Roland Richter: "Ein verlässlicher Takt ist mir lieber."

Zugleich kündigte der RVE-Chef an, im Sommer Bilanz zur verbesserten Busverbindung vom Eichert aus ins Zentrum ziehen zu wollen. Der Bus der Stadtlinie B fährt am Wochenende seit einiger Zeit öfter. Ob und wie gut die zusätzlichen Fahrten angenommen werden, will der RVE noch einige Monate testen.

Ein Besucher äußerte in der Runde den Wunsch, die Linie B vom Eichert nicht nur bis zum Postplatz, sondern weiter zum Zeller Berg fahren zu lassen. Roland Richter dazu: "Wer zahlt das? Der Bus ist ein Massenverkehrsmittel." Bereits jetzt stünde pro Jahr für das Busangebot im Kreis ein Defizit zwischen elf bis zwölf Millionen Euro zu Buche.

Offen zeigte sich der RVE-Chef hingegen für die Idee, dass die Linie B öfter am Simmel-Markt hält. Zuvor war berichtet worden, dass dieses Angebot gut angenommen werde - vor allem von älteren Leuten, die ihre Einkäufe im Zentrum erledigen wollen. Roland Richter sagte dazu: "Vielleicht können wir da in Zukunft 'was machen."

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