Der Fall Chemnitz - Was muss anders werden?

Chemnitz diskutiert: Die Sicherheit in der Innenstadt ist Thema eines von der "Freien Presse" veranstalteten Forums gewesen. Am Ende standen erste Ideen, wie manches Problem gelöst werden könnte.

Chemnitz.

Respektlosigkeit und Aggressivität sind gestiegen; die Hemmschwelle, Menschen zu belästigen, ist gesunken. Und abends allein durch die Innenstadt zu gehen, das traut sich nicht mehr jede Frau - Schlagworte einer Bestandsaufnahme, die am Anfang von "Chemnitz diskutiert" stand. Zu dem Dialog-Format hatte die "Freie Presse" Leser eingeladen, um nach den Ereignissen von Ende August wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Und Vorschläge kamen eine ganze Menge: So sollten ausreichend Parkplätze für Frauen im Zentrum geschaffen werden, die gut ausgeleuchtet und auch für in Teilzeit beschäftigte Verkäuferinnen bezahlbar sind. Momentan würden Frauen, die in der Innenstadt arbeiten, nach Ladenschluss häufig nicht mehr ohne Begleitung nach Hause beziehungsweise zum Auto gehen, berichtete ein Diskussionsteilnehmer aus eigener Erfahrung. Zu groß sei das Unsicherheitsgefühl. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren mehrere Hundert Stellflächen im Chemnitzer Zentrum wegfallen, weil die Standorte bebaut werden sollen. In mehreren Parkhäusern sind bereits die Gebühren gestiegen.

Ein weiterer Vorschlag lautete, dunkle Ecken in Parks und Seitenstraßen besser auszuleuchten. Im Stadthallenpark, einem Treffpunkt Kleinkrimineller, waren bereits im vergangenen Jahr hellere Lampen installiert worden. Alle Diskussionsrunden werteten eine Personalaufstockung bei Polizei und Ordnungsamt als unausweichlich, was von Stadt und Freistaat zum Teil schon angekündigt wurde. "Integration durch Arbeit" lautete eine weitere Idee. Warum sollte Chemnitz nicht ein Pilotprojekt starten, in dem Flüchtlinge beschäftigt werden, auch wenn sie laut Status noch keine reguläre Arbeit annehmen dürfen? "Vielleicht ähnlich wie einst die 1-Euro-Jobber. Ein gutes Mittel gegen Langeweile", hieß es.

Vor nunmehr fast sechs Wochen war es nach dem Tötungsdelikt an einem 35-jährigen Mann zu Kundgebungen und Ausschreitungen mit teils rechtsextremistischer Beteiligung gekommen. Die Stadt schien nach den Vorfällen gelähmt, eine sachliche Debatte zunächst nicht möglich. Ziel des Formats "Chemnitz diskutiert" ist es, "über die sehr gegensätzlichen Lager hinweg zu diskutieren, die Positionen und Argumente der Gegenseite genauer kennenzulernen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln", sagte "Freie Presse"-Chefredakteur Torsten Kleditzsch vor Beginn des Dialogforums.

Zum einen beteiligten sich Leser, die in den vergangenen Wochen mit Kritik und Anregungen auf die Redaktion zugekommen waren. Zum anderen konnten sich weitere Interessenten anmelden, die mitreden wollten. Da es mehr Anmeldungen gab, als Plätze vorhanden waren, wurde ausgelost. Zudem gehörten Personen der Runde an, die mit dem Thema Sicherheit im Chemnitzer Zentrum konfrontiert sind - vom Restaurantleiter bis zum Chef einer Sicherheitsfirma. In kleinen Runden debattierten insgesamt 25 Leser im Alter zwischen 31 und 89 Jahren - unterstützt von fünf Moderatoren - sehr intensiv über Sorgen, die die Chemnitzer Bürger derzeit umtreiben. Nach mehr als vier Stunden standen aber auch Vorschläge, was gegen das gestiegene Unsicherheitsgefühl getan werden könnte.

 

Chemnitz diskutiert: das Special mit allen Texten.

Kommentar von Chefredakteur Torsten Kleditzsch: Miteinander reden macht klüger

2020 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    cn3boj00
    08.10.2018

    @Arndt: ich dachte schon Sie stellen sich tatsächlich öffentlich vor, dabei laden Sie bloß an den Biertisch ein? Von dort ist es ein sehr weiter Weg bis zum Bürgermeister.
    Ich habe es vorgezogen u.a. hier an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die wird unsere Gesellschaft nicht erneuern, aber mehr Gehör als eine Stammtischdiskussion sollte sie schon finden.

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    3
    ArndtBremen
    08.10.2018

    Also doch liebe anonym von der Couch aus gegen alles und jeden. Dann macht mal weiter so.

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    4
    gelöschter Nutzer
    08.10.2018

    Ergänzung: ich will Sie mit meiner Bemerkung keineswegs in Pegida-Nähe bringen.

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    3
    gelöschter Nutzer
    08.10.2018

    Vielen Dank für die Einladung @Arndt.
    Ich hab mir schon zweimal Veranstaltungen von Pegida in DD angetan, das hat zu meiner Information gereicht.
    Links muss nicht sein (selbst bei Freibier) und Rechts auch nicht.

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    5
    ArndtBremen
    08.10.2018

    Es ist keine offene Veranstaltung, sondern eine Einladung zum Dialog. Aber hier labert es sich anonym natürlich einfacher. Ich zeige mich gern offen.

  • 4
    3
    gelöschter Nutzer
    08.10.2018

    @Arndt Bremen: leider bin ich am nächsten Wochenende nicht in Chemnitz, aber kann man irgendwo schon online etwas hierzu finden? Ist das eine offene Veranstaltung?

  • 5
    1
    cn3boj00
    08.10.2018

    Hallo Arndt, was ist das denn für eine Veranstaltung? Habe davon noch gar nichts gehört.
    Aber irgendwie lenkt das hier vom eigentlichen Thema ab. Ich finde es gut, dass die FP eine Plattform bietet. Ich hoffe auch, dass diese ausgebaut wird. Über Einzelheiten der Durchführung kann man streiten. Auch darüber, dass selbst nach 4 Stunden in Gruppen noch nicht alles gesagt ist sollte Konsens bestehen. Aber es ist nicht zu vergleichen mit Kretschmars oder Duligs diskussionsfernen Plattformen, die eher dazu dienen, den Leuten zu sagen wie Politiker denken und nicht umgekehrt.

  • 5
    2
    ArndtBremen
    08.10.2018

    Herr oder Frau osgar. Ich möchte Sie hiermit herzlichst für den 13.10.2018, 15 Uhr ins Alex einladen, um Ihnen meine Vorstellungen vom Chemnitz der Zukunft vorstellen zu können. Bringen Sie doch bitte Blackadder und Co. mit. Ich würde mich freuen, Sie kennenzulernen. Das ist ein Angebot zum Dialog!

  • 5
    3
    gelöschter Nutzer
    08.10.2018

    Soweit ich weiß, wird der / die OB in zwei Jahren wieder gewählt ! Dann mal los! Womit gehen Sie denn in den Wahlkampf?

  • 6
    2
    cn3boj00
    07.10.2018

    Hallo Arndt, man kann sich übrigens als Bürgermeister bewerben. Schon mal versucht? Sie müssen dann bloß noch die Stadträte überzeugen. Vielleicht erzählen Sie mal was Sie alles besser machen würden?

  • 6
    6
    gelöschter Nutzer
    07.10.2018

    Lieber @Arndt, ich vergleiche Sie nicht mit Noll.
    Noll war allerdings unfähig. Und wohin Sie Chemnitz führen würden, kann man aus Ihren Beiträgen lesen.

  • 3
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    ArndtBremen
    07.10.2018

    @osgar: genau das ist es, was unsere Gesellschaft spaltet! Ihre Hetzerei. Sie kennen mich überhaupt nicht und vergleichen mich mit Noll. Herz statt Hetze. Ersteres haben Sie wohl nicht.

  • 5
    5
    gelöschter Nutzer
    07.10.2018

    Um Himmels Willen,
    wir brauchen keinen Noll 2.0

  • 3
    8
    ArndtBremen
    07.10.2018

    @Black...: als Alternative schlage ich mich vor. Zufrieden? Ich hab mit Sicherheit die entsprechenden Qualifikationen.

  • 5
    4
    gelöschter Nutzer
    07.10.2018

    @ArndtBremen : Ich jammere doch nicht, ich bin selbst mit vielem unzufrieden, was Frau Ludwig die letzten Jahre so gemacht hat. Ich hatte Sie gefragt, wen Sie als Alternative vorschlagen?

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    ArndtBremen
    07.10.2018

    @Black..: Nun, Herr oder Frau B., selbst die Genossinen und Genossen im Stadtrat fordern doch mittlerweile den Rücktritt der Ludwig. Also, was soll Ihr Gejammer. Time out!

  • 14
    11
    Interessierte
    06.10.2018

    Zitat : Im Stadthallenpark, einem Treffpunkt Kleinkrimineller, waren bereits im vergangenen Jahr hellere Lampen installiert worden …

    Und auch an der Zenti waren Kameras installiert worden …
    Aber an beiden Stellen war in diesem Jahr nicht viel los , eigentlich ´nichts` .....
    Diese Probleme scheinen sich wohl auf das Schloßteichareal verlegt zu haben .
    Vielleicht sollte man ´nun dort` Beleuchtung und Kameras anbringen .

    Und von diesem nun angedachten ´Pilotprojekt` hatte ich vor 3 Jahren schon gesprochen und gemeint , dass diese Flüchtlinge ´auch` täglich früh aufstehen sollen und ´nüchtern` antanzen sollen um 8 Uhr
    Damit hätten deren Nachtschichten auch ein Ende ...
    Das könnte man dafür nutzen , das die Deutsch-/ Lehrgänge besuchen oder eben kleinere Arbeiten machen wie Wald-/Wege-/Parkpflege - aber keine Baumbeschneidung , dafür gibt es schon genug ungelernte Leute ...

    Und was die Frau OB angeht , da finde ich auch , das sie überfordert ist mit den heute anliegenden Problemen ; für sie wäre das zu DDR-Zeiten noch ein gute Job gewesen wie mit Auszeichnungen und den vielen Empfängen und Gesprächen in ihrem Büro , was immer und mit wem da was besprochen wird , denn passiert ist in der Stadt ja` nichts...

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    11
    aussaugerges
    06.10.2018

    Dazu braucht man nichts mehr zu sagen,wenn man das so liest.

  • 9
    13
    gelöschter Nutzer
    06.10.2018

    @ArndtBremen: Ich hoffe, es ist nicht so, wie es sich liest , dass Sie ein Problem damit haben, dass unsere OB eine Frau ist?! Klingt etwas so.

    Aber egal: wen in der Stadtpolitik schlagen Sie denn vor?

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    ArndtBremen
    06.10.2018

    Chemnitz braucht keine unzähligen Diskussionsrunden sondern einen Oberbürgermeister, der diese schöne Stadt in die Zukunft führt. Frau Ludwig ist dazu in keinester Weise geeignet.