Der Spaß am Netz ist zurück

Nach teils kuriosen Übergangsregeln können die Volleyballer wieder ihrer Leidenschaft nachgehen. Sogar Beach-Turniere scheinen bald möglich.

Zschopau.

Ob sie ironisch schmunzeln musste oder einen wütenden Blick im Gesicht hatte, vermag Claudia Preußner nicht mehr zu sagen. Fakt ist aber, dass der Volleyballerin vom VC Zschopau die Freude über die anfänglichen Corona-Lockerungen schnell verging. Die Aktiven ihrer Sportart durften im Freien - also auf Sand - zwar bereits vor Wochen wieder zurück ans Netz, doch vorübergehende Sonderregeln ließen Beachvolleyball im eigentlichen Sinn nicht zu. Erst jetzt kehrte der Spaß zurück, denn seit dieser Woche darf wieder nach üblichem Reglement gespielt werden.

"Wir haben die Übergangszeit nur für Übungsformen genutzt", berichtet Claudia Preußner. Mehr ging nicht, denn es waren "keine direkten Ballaktionen oberhalb der Netzkante" erlaubt. Wenn überhaupt, ließen sich Schmetterbälle trainieren. Blocks hingegen nicht, weil dann der Sicherheitsabstand von zwei Metern unterschritten worden wäre. Dieser galt übrigens nicht nur für Kontrahenten, sondern auch für Mitspieler im eigenen Team. Damit auch diese sich bei der Annahme nicht zu nahe kamen, waren Aufschläge in die Mitte verboten. Zeitweise wurde sogar ein Aus-Streifen innerhalb des Spielfeldes angeregt, um diese Regel umzusetzen.

Reger Betrieb herrschte dennoch auf dem Beachplatz der Motorradstadt. Sowohl die Drittliga-Herren als auch die Damen, die bei Abbruch der Regionalliga-Saison Platz 4 in der Ost-Staffel belegten, halten sich dort fit. Neben Kondition geht es vor allem um Technik - und im Fall der Frauen auch ums Kennenlernen. Schließlich wurde der bisherige Coach Stefan Thormeyer von Josephine Brandt abgelöst. Und obwohl die neue Serie noch in weiter Ferne liegt, ist die ehemalige Bundesliga-Spielerin schon jetzt bei der Sache. "Sie ist motiviert und leitet jetzt das Training. Es ist Teil der Vorbereitung", berichtet Claudia Preußner.

Umso schöner ist es, dass echte Spiele wieder möglich sind. Wie ihre Teamkolleginnen kann sich die 30-jährige Außenangreiferin schon jetzt empfehlen. Glücklich ist sie aber auch, weil Beach-Turniere in absehbarer Zeit realisierbar erscheinen. Claudia Preußner nimmt gern an solchen Wettbewerben teil und hat beim VC sogar den Hut auf, was diese Disziplin angeht. Nach zwei gelungenen Auflagen des Zschopauer Beach-Cups sollte die dritte Anfang Juni stattfinden. "Gut möglich, dass wir sie nachholen können", sagt die Organisatorin. (anr)

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