Nach Aus für Kaufhof in Chemnitz: Rückschlag und Herausforderung

Wie stolz war Chemnitz vor knapp 20 Jahren, als der Kaufhof mit dem gläsernen Kaufhaus eines der modernsten Warenhäuser Europas in die Innenstadt setzte. Dieses soll jetzt geschlossen werden. Doch die Stadt ist erprobt in kreativen Ideen für die Nachnutzung.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium

Unsere Empfehlung

  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 19,49 €/Monat)
  • Monatlich kündbar
  • Inklusive E-Paper

Standard


  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 7,99 €/Monat)
  • Monatlich kündbar

Sie sind bereits registriert? 

25Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Freigeist14
    22.06.2020

    Von Vorn @ ich hoffe , diese Entfernung vom Thema wird freigeschalten : Marx musste selber übelste Anfeindungen als Jude ertragen . Und ausgerechnet die erzkonservativen Speerspitzen Wolfram Weimer und Hubertus Knabe dürfen ihren blinden Hass auf Die Linke in dem N-tv-Beitrag ausleben .Irgendwas wird schon hängen bleiben . Dabei wird versucht , den privaten Marx als üblen Menschen zu denunzieren . Mag sein : Aber ,ich möchte diesen beiden Herren privat auch nicht begegnen ,

  • 2
    0
    Pedaleur
    22.06.2020

    @fpminus: Der erste Absatz Ihres letzten Kommentars ist völlig inhaltsleer, ein Eingehen auf den dritten spar ich mir. Vor allem der letzte Satz- braun statt bunt, musste das irgendwie rein oder was meinen Sie damit?
    Sie scheinen zudem allwissend zu sein. Dass Menschen hier in den 90er Engagement aus Überzeugung gezeigt haben, scheint Ihnen nicht in den Sinn zu kommen. Die wollten sicher alle "RICH" werden, dass es nicht unwesentliche Risiken gab- geschenkt. Aber klar, im Nachhinein lassen sich Entscheidungen leicht als falsch hinstellen. Natürlich, vor 25 Jahren war völlig vorhersehbar, wie sich der Handel entwickelt und welche Konkurrenz der Onlinehandel darstellen wird. Also ich hab das damals auch schon gewusst, als ich mich mit dem web.de- Smartsurfer über Modem eingewählt hab. Und weil Sie ja scheinbar stadtentwicklungstechnisch den Durchblick haben, möchte ich Ihnen empfehlen, sich ganz praktisch in die Bürgerbeteiliungspalttformen oder als sachkundiger Einwohner einzubringen. Ist ganz easy, vertrauen Sie mir.

    Zurück zum Artikel. Was mich in Ergänzung zum Artikel interessieren würde, wäre ein Kommentar und eine Einschätzung von Dr. Peter Seifert. Die beiden Projekte sollten Initialzündung für die Innenstadtentwicklung sein. Das liest man ganz gut aus dem Wiedergebenen von Hr. Füsslein heraus. Auch, welche Hinterzimmergespräche es gab. Ansonsten kann ich nur wiederholen, was einige hier schon geschrieben haben. Insbesondere den Kommentar von Lumixer finde ich interessant.
    Das Angebot lies deutlich zu wünschen übrig. Eine Überlegung wäre es sicher auch gewesen, nach dem Weggang von Sportscheck die Sportabteilung auszubauen. Outdoor, Ski und Fahrrad haben in den letzten Jahren stark zugelegt. Vor allem bei Menschen zwischen 30 bis Ende 50. Mittlerweile gibt es einen gut frequentierten französischen Anbieter, das sieht man auch an den Marken, die Sportbewusste tragen oder an diversen Zelten auf Campingplätzen.

  • 1
    1
    vonVorn
    22.06.2020

    @Freigeist14, die einen werden wegen eines Wortes an den Pranger gestellt, die anderen dürfen reden was Sie wollen und kein Problen, fällt Ihnen diese Ungleichbehandlung nicht selbst auf?

  • 1
    1
    vonVorn
    21.06.2020

    @Freigeist14, niemand ist nur gut oder nur schlecht, vor dem Hintergrund, Nischel weg war nicht ganz ernst gemeint. Nur, ich stehe auf gleiches Recht für alle, deshalb, wenn man sich über Antisemitismus beschwert kann man doch über diese Äußerungen nicht hinweggehen nur weil es Marx ist. Deshalb, können Sie Antisemitismus nicht ab, aus Prinzip oder machen Sie ne Ausnaheme weil es Marx war der es gesagt hat?

  • 3
    2
    VaterinSorge
    21.06.2020

    Ich denke, dass ohnehin die beste Zeit für Konsumtempel, Warenhäuser oder aufwändige Verkaufsflächen - Vermiet- Konzepte gelaufen ist. Neben Online-Shops bieten heute alle möglichen Einzel- Groß- und Discount- Händler jegliche Waren an, die man auch in den Filialen von Galleria - Kaufhof - Karstadt findet. Unabhängig vom Preis ist auch das Einkaufserlebnis altbacken, die Parkplatzsituation in der Innenstadt mehr als utopisch und die Umgebung mit Zenti, Kopfsteinpflaster oder Schmuddelecken mehr als fragwürdig. Also bleibt den Stadtvätern nur, auf Konsumtempel zu verzichten, Grünanlagen und Kultureinrichtungen daraus entstehen zu lassen, noch mehr Parkgebühren zu erheben, noch mehr Blitzer aufzustellen und die Grundsteuern und Hebesätze so nach oben anzupassen, dass am Ende ein ausgeglichenen Haushalt bei rauskommt. Die Einkünfte aus Umsatz-, Lohn- und Gewerbesteuern müssen dann die Einkaufcenter aus dem Stadtrand leisten, dafür hat man ja jede Menge eingemeindet. In etwa 10 Jahren wird sich das dann alles von selbst regeln, wenn die verbliebenen Innenstadtchemnitzer, die sich diese Innenstadtlage noch leisten können und wollen, nach wertigem Altstadtflair und exklusiven Einkaufs- und Erlebnistempeln sehnen, dann lohnen sich wieder Investitionen, derzeit aber bestimmt nicht.

  • 0
    2
    fpminus
    21.06.2020

    @all Das Problem ist sicherlich nicht der ehemalige Kaufhof, denn es gab Stadträte und Bürgermeister, welche sich dieses Denkmal setzen wollten (und man hat sie gelassen) - und wer auch immer zu jener Zeit daran glaubte, dass der Kaufhof ewig bestehen bleiben würde, der hatte schon damals den Kapitalismus nicht ernst genug genommen. ...und auch aus einem zweiten Grund ist der ehemalige Kaufhof nicht das Problem, denn es wurde eine Innenstadt ohne Flanier-Flair geschaffen. Überdimensionierte Wege treffen auf einen in sich geschlossenen Einkaufskomplex. Wer das zugelassen (nicht geplant, sondern in der bestehenden Form zugelassen) hat, gehört noch heute ins Narrenhäuschen. Das ist keine Vision - das ist einfach nur braun, statt bunt.

    @Freigeist14 Marx aus dem Kontext reißen? Er hasste ganz offensichtlich Lassalle und ihm war kein widerwärtiges N-Wort genug oder zu nicht intellektuell, um ihn zu beschimpfen. Seine Briefe an Engels waren sicherlich keine Ironie. Das ist eben nicht aus dem Kontext gerissen, sondern leider die Wahrheit. Ich verstehe schon: mit der Wahrheit an Idealen tut man sich schwer, wenn man sein Leben auf Idealen aufbaut. Aber wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten.

    @mops0106 Wenn der Nischel schon bleiben "muß", wie Sie es formulieren, dann doch bitte mit der Gesamtwürdigung seiner Person in Form eines Museums dahinter. Platz für Licht und Schatten wäre genug, wenn die Finanzamtbehörde in den ehemaligen Kaufhof zieht und man unbedingt an den Nischel und die Parteisäge festhalten "muß".

    @Pixelghost Ob Chemnitz "genug" Grün hat, darüber lässt sich gut streiten. Wer nur ein einziges Mal erlaufen hat, wie wunderbar man in der Innenstadt die Chemnitz entlang kommt - auf der Seite der Feuerwehr - der versteht die Welt nicht mehr, dass soetwas nur bis zum Falkeplatz gehen soll. Das ist mehr gewollt als gekonnt.

  • 2
    5
    gelöschter Nutzer
    21.06.2020

    @Pixel die Idee mit dem Baumarkt ist super. Aber wenn schon, dann bitte einen Sonderpreisbaumarkt. Nur billig ist gut.

  • 9
    2
    Pixelghost
    21.06.2020

    @zegrep, was mit Parks und öffentlichen Grünflächen ist?

    Stadtpark (zieht sich durch die ganze Stadt vom Falkeplatz aus Richtung Norden und Süden), OfF, Schloßteich, Schillerpark.

    Zusätzlich noch Küchwald und Zeisigwald.

    Chemnitz hat viel Grün, mehr als manch andere Städte dieser Größe.

    Hier in dieser Stadt war und ist es eher so, dass die Leute nach kostenlosen Parkflächen in der Innenstadt fragen und nicht nach Bäumen.

    Denn das Geld für Lebensqualität - und zum Beispiel auch für die Pflege der Parks - muss erwirtschaftet werden, u.a auch durch Umsatzsteuern und von Menschen, die auch im Stadtzentrum arbeiten, aber nicht in diesem wohnen können oder wollen.

    Das Chemnitzer Zentrum hatte es schon immer nicht leicht. Chemnitz-Center, Sachsenallee, ACC, Vita-Center.
    Ich persönlich muss nicht in das direkte Zentrum. Und in der Galeria Kaufhof war ich in der ganzen Zeit insgesamt vielleicht 10 mal.

    Die Schließung ist Sch..., aber war schon seit längerem zu erwarten. Andere werden folgen.

    Und jetzt werde ich ein klein bisschen bissig: Die sollten einen Baumarkt reinmachen. Da rennen die Leute doch immer rein.

  • 2
    6
    Interessierte
    21.06.2020

    Das Haus ist doch schon alt , das steht schon 20 Jahre , das kann abgerissen werden , da kommen wenigstens wieder ein paar Sonnenstrahlen in die graue und dunkle Stadt ...
    Und was sind denn 120 Millionen ggü. 800 - 990 Millionen …
    Den Stahl kann man nach Dubai verkaufen und das Glas findet auch seine Verwendung
    Wer hatte diese Millionen denn bezahlt , doch nicht die Stadt ???

    Und dann kann der Herr Füßlein endlich mal den Stadthallenpark bebauen mit einem ganz neuen und modernen Haus , wo diese Läden wieder unter kommen …
    Vielleicht kann man gleich noch einen Verbindungsgang zur Galeria Roter Turm herstellen , da werden die Leute nicht naß , wenn es regnet und rüber und nüber wollen …

  • 4
    1
    mops0106
    21.06.2020

    @vonVorn: Der Nischel muss bleiben. Er gehört zur sozialistischen Geschichte und zu unserer Stadt. Diese zurzeit durchgeführte "Bilderstürmerei" zeugt für mich weder von Geschichtsverständnis noch von Intellekt. Ich kann doch Geschichte nicht ungeschehen machen oder umschreiben.
    @zegrep: Ich stimme mit Ihnen überein. Eine ausgewogene Innenstadt, in der das Aufhalten Freude macht und Entspannung bringt, haben wir nicht. Fast überall Beton. Es ist vieles auch schmuddlig. Der Markt ist nur eine riesige schlecht gepflasterte Freifläche und wenn kein Markt stattfindet, einfach nur leer und uneinladend. Ich habe wenig Hoffnung, dass der Springbrunnen viel ändern wird.
    Zu einem attraktiven Stadtzentrum gehören aber auch (hochwertige) Einkaufsmöglichkeiten. Und davon haben wir auch vor dem Kaufhaus-Debakel nicht viel. Es gibt viele Ramschläden. Viele Läden mit Markenware bleiben oft nicht lange. Zu einem guten Innenstadtkonzept gehört, sich vorher Gedanken zu machen, wie ich Leute in meine Stadt locke, bevor ich mit dem Bauen beginne. Chemnitz wird nie wie Dresden oder Leipzig sein; wollen wir auch nicht. Aber von den Stadtverantwortlichen ist seit 30 Jahren kein Konzept erkennbar, was wir sein wollen. Der Platz für den Kaufhaus-Klotz ist meiner Meinung nach schlecht gewählt, auch wenn er eine Glasfassade hat und für sich genommen ganz gut aussieht. Zumindest ist das Gebäude überdimensioniert. Jetzt haben wir bald einen riesigen leeren Klotz mitten im Zentrum, um den es vergammeln wird. Für die übrigen Händler und für unsere Stadt wird das vielleicht der Anfang vom Ende sein, um als Oberzentrum wahrgenommen zu werden.

  • 8
    2
    Freigeist14
    21.06.2020

    VonVorn@ Wenn sie konsequent wären , würden Sie den ganzen Marx studieren und nicht Passagen aus dem Kontext reißen . 1883 ist der Mann mit jüdischen Wurzeln verstorben - das könnte den Neocons oder Wellness-Toleranten schon so passen , Marx aus dem Gedächtnis zu streichen . Neuerdings wird sogar Emmanuell Kant auf Rassismus festgenagelt . Warum nicht gleich die Aufklärung zurück setzen und Kant vom Denkmal holen ? Ach nee , der steht ja in Kaliningrad .

  • 5
    3
    klapa
    21.06.2020

    Dar ich als Nicht-Chemnitzer, aber eng Verbundener mt dieser Stadt fragen, was Frau Ludwig auf der Haben-.Seite nach ihrer Amtszeit verbuchen kann?

  • 12
    2
    zegrep
    21.06.2020

    Definiert sich eine attraktive Stadt nur über ihre Einkaufstempel? Wer geht denn jeden Tag Einkaufen, wir wohnen hier und woIlen uns in unserer Stadt Wohlfühlen. Die Innenstadt besteht nur noch aus Beton, Freiflächen werden schnellstmöglich bebaut. Was ist mit Parks und öffentlichen Grünflächen? Das macht eine Stadt schön und lebenswert.

  • 3
    7
    vonVorn
    21.06.2020

    @Freigeist14, https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Karl-Marx-war-einer-der-uebelsten-Rassisten-article21848678.html
    Wenn man konsequent sein will muss der Nischel weg.

  • 4
    1
    AdrianK
    20.06.2020

    Ich hoffe nur, das Peek&Cloppenburg nicht die Nächsten sind. Bisher haben Kaufhof und P&C sich die Kundenströme hin und her geschickt, könnte ich mir vorstellen.

  • 6
    26
    fpminus
    20.06.2020

    Ihr ganzen Heulenden hier, ich verstehe Euch nicht. Wenn ihr es so gut könnt, dannmacht doch selbst eine Galeria Kaufhof auf, oder einen Konsum oder einen Tante Emma-Laden und werdet: RICH

  • 24
    3
    Freigeist14
    20.06.2020

    fpminus@ Ihre Behauptungen zur Konsum-Genossenschaft sind unverschämt und falsch .Im Dritten Reich verboten , wurden die Konsum - Läden selber gegenüber der HO benachteiligt . Frei von Profitorientierung produzierten die Konsum -Betriebe nachhaltig und mit kurzen Wegen auf den Dörfern . Das ,was heute schmerzlich fehlt .

  • 24
    6
    Freigeist14
    20.06.2020

    fpMinus@ Hier ist nicht die Zeit und Anlass plumpen Anti-Marxismus zu verbreiten . Das der Herr nicht ganz daneben lag ,sieht man auch an der Topmeldung vom gestrigen Freitag aus Chemnitz .

  • 2
    36
    fpminus
    20.06.2020

    Zieht das Finanzamt aus der Parteisäge in den Konsumtempel Galeria Kaufhof, dann ist das Geld gleich dort, wo es sowieso größtenteils hin fließt - zum Staat. Nein, das ist kein Staats-Bashing sondern die Wahrheit. Reißt die Parteisäge und gleich noch den Nischel ab -der Karl Marx war ja nicht nur Kapitalismuskritiker, sondern bekanntermaßen auch glühender Rassist-. Baut das Theater- und Campus-Quartier neu, lässt die Leute drum herum an die neue Umgebung angepasst, aber bitte weiterhin wohnen und leben und gebt der Stadt und somit auch den manisch-depressiven Bürgern eine neue Identität. Dann wirds was mit der Kulturhauptstadt, der Stadt der Moderne und dann kommen wir auch langsam dahin, dass Chemnitz nicht nur eine Liebe auf den zweiten Blick sein kann.

  • 12
    10
    fpminus
    20.06.2020

    Man kann immer gut auf die Verdränger hinweisen, jedoch ist kein Verdränger vom Baum gefallen, sondern aufgrund (ganz offensichtlich guter) Geschäftsstrategie groß gewachsen. Man kann das gut oder schlecht finden. Man kann Tante Emma-Läden hinterhertrauern, man kann Konsums hinterhertrauern (die ja nichts anderes als sozialistisch verordnete Verdränger von Tante Emma-Läden waren), man kann einem Kaufhof hinterher trauern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Konsumenten nicht in der Stadt sparen würden, wenn sie es aus den verschiedensten Gründen nicht müssten. (Angebotsvielfalt, Preise, Löhne Bequemlichkeit?) ...und nebenbei bemerkt ist der Mensch nun einmal, wie er ist. Auch das kann man gut oder schlecht finden. Jedoch ändern kann man es kaum - und das ist auch gut so. Denn jeder möchte nur die anderen ändern, sich selbst meistens nicht XD

  • 17
    4
    mops0106
    20.06.2020

    @Richter: Das Angebot von Karstadt-Kaufhof und die Präsentation in vielen Bereichen war leider noch nie der Hit. Der große Mittelbereich in der Damenbekleidung wirkt immer unordentlich, überfüllt und das Angebot ist zum größeren Teil Billigware. Ich habe trotzdem immer versucht, dort das Benötigte zu finden, aber das hat natürlich nichts mit Einkaufs-Erlebnis zu tun.

  • 26
    8
    mops0106
    20.06.2020

    @chris und @Richter: Mit Ihren Aussagen, was Infrastruktur und Stadtentwicklung betrifft, stimme ich überein. Ich denke, da ist der Zug schon lange abgefahren. Ein wirklich schönes Stadtzentrum für Einkaufserlebnisse haben wir nicht. Es gibt wenige ansprechende Einzelhandelsgeschäfte, viel Billig-Kram. Und die zwei großen Häuser hätten von Anfang an nach außen geöffnet sein müssen. Ab Herbst haben wir dann einen riesigen leerstehenden Klotz. Die Umgebung darum herum wird verdrecken, die Glasscheiben werden verdrecken oder mit Graffiti vollgesaut werden, solange sie überhaupt ganz bleiben. Das Gebiet um die Zenti wirkt leider auch jetzt schon immer irgendwie schmuddlig. Die Stadtverantwortlichen haben bei der Gestaltung unseres Stadt"zentrums" von Anfang an kein glückliches (fachmännisches) Händchen bewiesen. Die Bauarbeiten, die jetzt am Johannisplatz etc. begonnen haben, werden in ca. 8 Jahren vollständig beendet sein, also ca 40 Jahre nach der Wende.

  • 33
    0
    Lumixer
    20.06.2020

    So ähnlich erging es auch Wöhrl hier in Zwickau. Das Sortiment konnte oder wollte nicht Schritt halten - zu konventionell, zu eintönig und langweilig. Man hatte oft das Gefühl, einen Restpostenmarkt der westdeutschen Filialen vorgesetzt zu bekommen. Zuletzt hat man noch mit einer kleinen, sogar recht flotten und jungen Markenvielfalt zu kontern versucht, weil das Onlinegeschäft spürbar zur Konkurrenz wurde. Jedoch wurden die Weichen zu spät gestellt. Da befand sich das Konfektionshaus bereits in der Sackgasse. Zum Glück konnte eine regionale Kette diese Lücke geschickt füllen, mit deutlich modischerem Auftritt und diversen Events rund um dieses Thema. Aber auch hier fehlen Akzente, um junge Kunden zwischen 14 und 49 mit Interesse für hochwertige Mode, zu begeistern. Es werden damit gleich zwei Generationen kampflos dem Internet überlassen. Stattdessen konzentriert man sich spürbar auf die Generation 50+. Einfach die Ladentür zu öffnen, in der Hoffnung, die Kunden kommen von selbst, funktioniert in Zeiten des bequemen Online-Shoppings mit bequemer Anprobe zu Hause und meist ständig verfügbarer Größenauswahl nicht mehr. Zwickau ist etwas besser aufgestellt, weil es kein ähnliches Shopping-Center vor den Toren der Stadt, dagegen einen gewachsenen Innenstadtkern besitzt. Dennoch werden auch hier zunehmend ansprechende Geschäfte durch Billigheimer ersetzt, oder die Fläche findet gar nicht erst einen neuen Mieter. Das vergrault zunehmend zahlungskräftige Kunden. Ein Teufelskreis!

  • 52
    2
    Richteraxel
    20.06.2020

    Das Handelsblatt hat Chemnitz letzte Woche eine ganze Seite gewidmet - demnach eine Stadt mit Potenzial und einem höheren verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen als Dresden und Leipzig. Wenn Karstadt-Kaufhof hier defizitär arbeitet, dann liegt das auch am Konzern selbst. Das Sortiment in Chemnitz ist nicht mit anderen Fillialen zu vergleichen. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass hier der Ausverkauf von Restwaren stattfindet. Das Angebot hat sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Warum hat man mit der Schließung des Exquisit nicht die Chance genutzt, auch höherwertige Marken anzubieten? Marken für junge Leute fehlen ebenfalls. Hier schiebt das Management letztlich seine eigenen Fehler auf die Stadt und ihre Einwohner!

  • 43
    16
    chris8606
    19.06.2020

    Diese Entscheidung die ganzen Center in der Stadt Chemnitz ausserhalb der Innenstadt zu platzieren, war dochbauch eine Entscheidung der Politik und Ihrer gewählten Vertreter. Diese großen in sich fast abgeschlossenen Konsum-Tempel konnten der Stadt wie Galeria Roter Turm und Kaufhof kein urbanes Gefühl einer lebenswerten Innenstadt vermitteln. Die Stadt läuft strukturell und wirtschaftlich vielem hinterher und kann die Versäumnisse auch nicht mehr aufholen. Den Rest hat Freistaat und Bund verursacht. Eine Region ist dem Niedergang geweiht. Da braucht man nur nach Übersee schauen. Detroit ist da ein gutes Beispiel. Wenige Attraktive und gut bezahlte unbefristete jobs für Männer wie für Frauen. Eine sehr schlechte Infrastruktur und eine verkümmerte Universität sie viele Bereiche mit Studiengängen nicht anbieten kann.