Schwarzenberg schafft mehr Platz für Wohnmobile

Die Caravan-Stellflächen in der Schwarzenberger Vorstadt gibt es seit 2008. Nun steht in dem Bereich eine Rundum-Erneuerung an - für 100.000 Euro.

Schwarzenberg.

Wenn Leute wie Jörn Michaelis aus Hannover mit ihrem Wohnmobil das Westerzgebirge ansteuern, machen sie gern auf dem Caravanplatz in Schwarzenberg Station. "Dass eine Stadt so etwas anbietet, kommt nicht oft vor", sagte der Niedersachse bei einem Besuch im Erzgebirge. "Private Plätze liegen meist irgendwo am Rand. Der in Schwarzenberg ist mittendrin." Und er soll, so der Plan der Stadt, für Wohnmobil-Urlauber attraktiv bleiben. "Die Anlage ist 2008 eröffnet worden, als ein Mosaikstein beim Verbessern der touristischen Infrastruktur in unserer Stadt", so Dirk Weißbach, Leiter der Tourist-Information. "Nun ist eine Modernisierung fällig. Die wollen wir gleich mit einer Erweiterung verbinden."

Die Weichen dafür stellten die Stadträte im Technischen Ausschuss noch im vorigen Jahr. Einmütig bestätigten sie die vom Schwarzenberger Ingenieurbüro Reichel erarbeitete Ausführungsvariante. Zugleich beschlossen sie, die Bau- und Ausstattungsleistungen öffentlich auszuschreiben. Veranschlagte Kosten: 100.000 Euro. Auf Anfrage von Stadtrat Ruben Gehart (CDU) erläuterte Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU), dass die Kommune dieses Vorhaben finanziell allein stemme: "Das wird nicht gefördert."

Vorgesehen ist, das Angebot auf dem Areal an der Uferstraße in der Vorstadt so zu erweitern, dass dort künftig neun statt bisher sechs Caravans ordnungsgemäß stehen können. Dirk Weißbach: "Dafür fallen die bisherigen Pkw-Stellflächen im vorderen Bereich des Platzes weg."

Der Gehweg als Zugang von der Uferstraße aus erhält einen komplett neuen Oberbau. Alle befestigten Oberflächen auf dem Platz, die derzeit nur einen ungebundenen Aufbau haben, werden in Ordnung gebracht. "Das ist nur zu begrüßen", betonte Christof Dehnel. Der CDU-Stadtrat wohnt in der Nähe des Caravanplatzes und kommt immer wieder mit Nutzern ins Gespräch: "Bei schlechtem Wetter würden sie oft Dreck an den Schuhen mit in ihre Mobile schleifen, sagen sie." Stadtrat Matthias Schlegel (AfD), in einer Baufirma tätig, wies auf Material-, Qualitäts- und Kostenunterschiede beim Erneuern der Oberbauschichten und bei einer Pflasterung hin. OB Hiemer erklärte, das werde mit den Planern nochmals besprochen.

Im Zuge der vorgesehenen Arbeiten auf und an dem Platz soll all das, was mit Wasser, Abwasser, Strom sowie Müllentsorgung zu tun hat, den aktuellen Erfordernissen angepasst werden. "Vorhandene Ausstattungsgegenstände weisen zum Teil massive Schäden durch Vandalismus auf und entsprechen nicht dem jetzigen Standard", weiß Tourismus-Experte Weißbach. Darum werde fast alles neu errichtet oder ausgetauscht.

Was die Nutzerzahlen angeht, ist die Verwaltung nicht unzufrieden. "Wir haben ja 2017 im Rahmen der Kalkulation den Preis für das Tagesticket auf zehn Euro erhöht. Unterm Strich führte das zu einem höheren Kostendeckungsgrad", sagte Hauptamtsleiterin Sylvia Mack. Konkrete Zahlen nannte der Leiter der Tourist-Info: "2018 wurden am Automat 430 Tickets gezogen, 95 Prozent davon Ganztagskarten. Voriges Jahr registrierten wir eine Steigerung um 7,5 Prozent, und das, obwohl die Zufahrt zum Platz durch Bauarbeiten auf der Uferstraße zeitweise eingeschränkt war. Allein im Dezember wurden gut 100 Karten gezogen."

Wann genau das Modernisieren des Caravan-Stellplatzes beginnt, steht laut Weißbach noch nicht fest, "aber wohl eher im Herbst". Erst müsse geklärt werden, wann die angekündigten Bauarbeiten auf Uferstraße und Erlaer Straße erfolgen.


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