Spatenstich wird zum Startschuss für Bohrgerät

Der Ausbau für ein Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetz in den Ortsteilen von Schwarzenberg hat begonnen. Die Stadt stellt damit die Weichen für die Zukunft im ländlichen Raum.

Schwarzenberg.

Seit 2015 laufen die Vorgespräche und Planungen für den Ausbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes im ländlichen Raum. Die Stadt Schwarzenberg hat im Zuge dessen weiße Flecken ermitteln lassen. In denen rechnet es sich für die großen Anbieter nicht, selbst ein Netz aufzubauen. Also geht die Stadt nun in Vorleistung.

Am gestrigen Mittwoch gab es dafür den offiziellen Spatenstich, wenngleich die Arbeiten bereits laufen, aktuell am Graulsteig, Am Schlosswald, Hinterhenneberg, in Pöhla, am Wiesenweg in Erla-Crandorf sowie am Hohen Rad. Doch statt Spaten kommt vielerorts ein Felsbohrgerät zum Einsatz, mit dem im Spülbohrverfahren pro Tag gut 100 Meter Rohrnetz verlegt werden kann und das sich mit verschiedensten Bohrköpfen durch die unterschiedlichsten Böden gräbt. Bauleiter Sari Oguzhan von der Firma Nes-Mir Bau aus Darmstadt erläuterte den Gästen die laufenden Arbeiten. Vier Trupps sind im Einsatz.

Hochachtung für den Mut, den Weitblick und das Engagement der Stadt, diesen Ausbau im Interesse der Bürger und der einheimischen Wirtschaft so voranzutreiben, zollte zum gestrigen Festakt Ines Fröhlich. Sie ist Staatssekretärin in Sachsens Wirtschaftsministerium und vertrat Wirtschaftsminister Martin Dulig. Sie nannte es "ein wichtiges Signal" an die Menschen, dass eine Stadt aus eigener Kraft ein solches Projekt anschiebt und "ein Beispiel für kommunale Eigenverantwortung" gibt. Die Stadt Schwarzenberg lässt nun, nach europaweiter Ausschreibung, ein Leerrohrnetz errichten, in dem künftig Vodafone als Betreiber ein hochmodernes Glasfasernetz betreibt. Die Länge, der zu bauenenden Trasse beträgt gut 84 Kilometer, rund 1500 Haushalte werden angeschlossen. "Großes Ziel ist es, bis Dezember 2021 das Gesamtvorhaben umzusetzen", sagt Lilly Vicedom, die Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer vertrat. Sie dankte für die Zuversicht der Stadträte, die dem millionenschweren Vorhaben ihre Zustimmung erteilt haben. Denn aus den 2015 geschätzten zehn Millionen Euro, die das Ganze kosten soll, seien bereits mehr als 20 Millionen Euro geworden, gefördert von Bund und Land.

Respekt zollte Landrat Frank Vogel dem Vorhaben der Stadt: "Die Digitalisierung ist eine große Chance für den ländlichen Raum. Sie ist die Zukunft. Aber jede Chance birgt auch Risiken", sagte er mahnend mit Blick auf die zurückliegenden Wochen der Corona-Krise und spielte damit auf den Verlust sozialer Kontakte in der analogen Welt an. Analog und aus Tradition modern umrahmten Mitglieder des Erzgebirgsensembles Aue den Festakt.

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