Damit Kriminelle keine Chance haben

Die Polizei tourt zurzeit mit ihrem Infomobil übers Land. Fragen sind erwünscht. In 24 Orten sind die Berater bis Mitte August unterwegs. Auftakt war am Freitag in Rochlitz.

Rochlitz.

Wie viele Polizisten sind nachts im Einsatz? Wie kann man sein Eigenheim vor Kriminellen schützen? Mit diesen und anderen Fragen hatte sich ein "Randrochlitzer", der seinen Namen nicht nennen wollte, an die Polizeibeamten gewandt, die mit ihrem Beratungsmobil am Freitag auf dem Rochlitzer Markt Station machten. Wie er, so hatten rund 30 weitere Interessenten die Chance genutzt, sich aus erster Hand beraten zu lassen. Nach dem Auftakt im Sommer 2019, als 497 Bürger den Rat der Experten suchten, startete der Fachdienst Prävention der Polizeidirektion Chemnitz nun seine zweite Tour durch sein Zuständigkeitsgebiet. Die "Über-Land-Tour" führt die Berater durch 24 Orte. Letzte Station ist am 19. August der Markt in Schneeberg.

Was die Bürger bewegt, weiß Frank Arnold sehr gut. Denn der Polizeihauptkommissar ist schon seit 20 Jahren in der Prävention tätig. Mit der stationären Beratungsstelle, die es seit 30 Jahren in der Chemnitzer Brückenstraße gibt, betreuen er und seine Kollegen ein Territorium mit 960.000 Einwohnern. Dass die Polizisten nun auch mit ihrem blau-silbernen Transporter auf Tour gehen können, nah dran an den Sorgen der Bürger, findet er gut. Und was fragen die Leute so? "In erster Linie erkundigen sie sich, wie sie Haus, Hof und die eigene Wohnung schützen können", sagte er. Aber auch, wie man Betrügern mit dem Enkeltrick nicht auf den Leim geht, sowie Fragen zu Haustürgeschäften und Trickbetrügereien im Internet spielten eine große Rolle. Auffallend sei, dass die Internetkriminalität enorm zugenommen habe. Selbst die Polizei werde davon nicht verschont. Mehrmals täglich würden gefährliche Spam-Mails in den Rechnern auftauchen. Da seien richtiges Verhalten sowie die neuesten Updates und Virenschutzprogramme äußerst wichtig. Vor allem Firmen hätten die Zeit der Corona-Krise genutzt, um die Sicherheit ihrer Gebäude und der Informationstechnik überprüfen zu lassen. "Einbrecher schlafen nicht", meinte Frank Arnold. Deswegen führe der Fachdienst Prävention neben dieser Tour zurzeit auch eine Überprüfung von 22 öffentlichen Einrichtungen in Frankenberg und den Ortsteilen durch. Dabei werden unter anderem Kitas, Feuerwehrdepots, Bürgerhäuser, Schulen und Rathäuser analysiert, was sicherheitstechnisch noch verbessert werden kann.

Speziell um die Senioren kümmert sich Präventionsberater Andreas Pforte. Denn er weiß, dass Ältere besonders anfällig seien für Trickbetrügereien und Haustürgeschäfte. Sein Rat: "Besondere Vorsicht walten lassen, wenn Fremde an der Wohnungstür oder am Telefon sind." Auch Bürgerpolizistin Birgit Hennig stand am Freitag mit am Infomobil. In den vergangenen Tagen sei sie verstärkt zum neuen Bußgeldkatalog und zur Internetkriminalität angesprochen worden.

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