Pfarrer mischt sich in Bestattungsstreit ein

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Die Meldung über einen Bad Schlemaer, dessen Leichnam die Stadt in Sachsen-Anhalt verbrennen ließ, hat Frank Meinel aufgeschreckt. Jetzt will er dem Mann posthum einen großen Wunsch erfüllen. Der Geistliche sagt dazu: "Mein Motiv ist nichts mehr als Barmherzigkeit."

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44 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    harzruessler1911
    20.12.2019

    Wäre super, wenn der Herr Pfarrer dies schafft und wenigstens einen Teil des letzten Wunsches erfüllen kann.
    Es ist auch schön zu lesen, dass es noch Menschen gibt, denen nicht alles egal ist und ihre Berufung ernst nehmen.

    Den Ausführungen von @ Haecker kann ich mich nur anschließen, sehr gut und verständlich dargelegt.

  • 6
    0
    Haecker
    20.12.2019

    Kleine Korrektur und Ergänzung zu meinem vorherigen Kommentar: Für Kommunen ist der Aufwand für die Feststellung einer Religionszugehörigkeit völlig unkompliziert, die müssen gar nicht bei den Kirchen nachfragen: Zumindest für evangelisch-lutherische und römisch-katholische Gemeindeglieder ist die Religionszugehörigkeit im kommunalen Melderegister vermerkt. In dieses muss das Ordnungsamt aber geschaut haben, sonst hätte es ja gar nicht seine Zuständigkeit feststellen können.
    Und was die Kosten betrifft: Pfr. Meinel rechnet nun mit Folgekosten von ca. 3.000 €. Natürlich muss dafür die Stadt Aue-Bad Schlema aufkommen, denn sie ist für die fehlerhafte Bestattung ja verantwortlich. Zum Vergleich: Auf dem Friedhof Niederschlema beträgt die Nutzungsgebühr für ein Reihengrab 380 €, die Friedhofsunterhaltungsgebühr für 20 Jahre 500 €, die Pflegekosten für ein pflegevereinfachtes Grab für Sargbestattung (Erstgestaltung mit Bodendeckern und kleines Grabmal, Pflegekosten für 20 Jahre) 1.611,66 €, Sargbestattungsgebühr 460 €, insgesamt also 2.951,66 €. Gegenzurechnen sind die Kosten für die Einäscherung in Halle und die dortigen Bestattungs- und Grabkosten (auch wenn diese offenbar extrem niedrig sind). Ein Sarg war auch für die Einäscherung erforderlich, diese Kosten sind also gleich. Und der Transport nach Halle war auch nicht kostenlos.
    Und noch eins: Ist sich das Ordnungsamt Aue-Bad Schlema eigentlich über § 4 Abs. 2 Sächsisches Bestattungsgesetz bewusst? Da es in der Stadt keine kommunalen Friedhöfe gibt, muss sich die Stadt nach dieser Regelung in angemessener Weise an den nicht durch Gebühren gedeckten Kosten des Friedhofs Niederschlema beteiligen. Es kann nicht im Interesse der Stadt liegen, den in ihr befindlichen Friedhöfen Bestattungen zu entziehen. Auch die dadurch entstehenden Kosten müssten der vermeintlichen Einsparung durch die Einäscherung in Halle gegengerechnet werden.

  • 5
    0
    Haecker
    20.12.2019

    Natürlich hat die Stadtverwaltung viel falsch gemacht, denn auch für Ordnungsamtsbestattungen gilt § 18 Abs. 3 Sächsisches Bestattungsgesetz. Gemäß dessen letztem Satz ist auch die Religionszugehörigkeit zu beachten. Und da Kirchenzugehörigkeit im Erzgebirge keineswegs ungewöhnlich ist, hätte die Stadtverwaltung schon mal bei den Kirchen nachfragen müssen, ganz abgesehen, dass die Betreuerin das sicher auch wusste. Und einem Christen steht eine kirchliche Bestattung zu. Das führt zunächst nicht mal zu Kosten, hätte aber wohl einer Einäscherung in Halle entgegengestanden. Gemäß Satz 2 dieser Regelung ist bei Verstorbenen, deren Wille nicht bekannt ist oder die Geschäftsunfähig sind, der Wille des nach § 10 Abs.1 Verantwortlichen maßgeblich, hier also wohl der Betreuerin. Dass diese den Willen des Verstorbenen nicht schriftlich nachweisen konnte, ist nicht relevant. Und schließlich ist für Verstorbene ohne Hinterbliebene die ortsübliche Bestattungsart zu wählen. Bei kirchlichen Bestattungen im Erzgebirge ist eine Sargbestattung durchaus üblich, die Quoten liegen hier zwischen 50 und 80 %. Eine Einäscherung in Halle kann für einen aus dem Erzgebirge stammenden und wohnenden Christen ganz bestimmt nicht als "ortsübliche Bestattungsart" im Sinne des Gesetzes gelten.

  • 15
    2
    Hankman
    20.12.2019

    Das verstehe ich nicht. Der Mann hatte Vermögen, er hatte eine Betreuerin, die seine Angelegenheiten geregelt hat - und trotzdem wurde er auf Staatskosten auf eine Weise bestattet, die nicht seinen Wünschen entspricht. Wie geht sowas ...?