Lernobjekt Biene: Im Hinteren Grund gibt's was zu sehen

Der Landschaftspflege- verband Zschopau-/ Flöhatal hält die nützlichen Insekten selbst. Nun ist unverhofft ein neues Volk hinzugekommen.

Pobershau.

Urplötzlich hat sich im vergangenen Jahr ein Bienenvolk aus dem Pobershauer Hinteren Grund verabschiedet. Es galt als Teil eines Projektes des Landschaftspflegeverbandes Zschopau-/Flöhatal (LPV). Das soll den Besuchern der Naturschutzstation und des Naturgartens sowohl die Honig- als auch die Wildbienen und andere Insekten der Region näherbringen. Der Zufall bescherte dem Team um die Geschäftsführerin Heike Rossa mittlerweile ein neues Volk. "Das haben wir einfangen können", sagt Yvonne Scholz. Sie ist für die Bienen des LPV verantwortlich. Die Tiere sind ihrer Meinung nach dieses Jahr besonders schwarmaktiv. Als Grund dafür führt Yvonne Scholz das enorm wechselhafte Wetter an.

Die Honigbiene erfüllt in der Naturschutzstation gleich mehrere Aufgaben - etwa die Honigernte und das Bestäuben der Blüten der auf der Streuobstwiese stehenden, zum Teil alten und recht seltenen Obstbäume. Viel wichtiger ist die Honigbiene für Yvonne Scholz aber aus pädagogischer Sicht: "Wir nutzen sie quasi als Sympathieträgerin, um auf die Situation der Wildbienen und anderer Insekten aufmerksam zu machen." Die Honigbiene sei vor allem der Varroa-Milbe wegen gefährdet. Der Parasit befällt die Insektenbrut, und das Volk stirbt.

Für die Nahrung der Honigbienen sorgt notfalls auch der Imker. Er füttert sie mit Zuckerwasser, wenn die Natur zu wenig Nahrung bietet. Die Wildbiene läuft hingegen Gefahr zu verhungern. "Einige Wildbienen haben sich auf bestimmte Pflanzen zur Nahrungssuche spezialisiert. Zudem ist ihr Aktionsradius viel geringer als der von Honigbienen", so die Olbernhauerin. Dabei kann jeder Gartenbesitzer gegensteuern. Artenreiche Blühstreifen oder Blühwiesen helfen den Wildbienen und anderen Insekten auf der Suche nach Nahrung.

Die Menschen hegen und pflegen Bienen schon seit Jahrtausenden. Ihr Honig galt vor dem Rübenzucker als wichtigstes Süßungsmittel. Traditionell werden die Bienen in sogenannten Beuten gehalten. Vom Prinzip her sind das künstlich geschaffene Nisthöhlen mit eingelegten Holzrähmchen. Darauf bauen die Bienen ihre Waben, in denen sie ihren Nachwuchs großziehen. Gefüttert wird mit Pollen und Nektar. Die mit Honig gefüllten Waben werden vom Imker geerntet und der darin befindliche Honig ausgeschleudert. Wie die Waben im Inneren einer Beute aussehen, können sich Besucher im Naturgarten des LPV anschauen.

In einer sogenannten Top Bar Hive gibt es solche Holzrahmen nicht. "In dem Hängebienenhaus können Bienen ihre Waben im Naturbau anlegen. Der Imker gibt in der Kiste lediglich einen Oberträger mit einem Wachsstreifen vor", erklärt Yvonne Scholz. Ursprünglich wurde die Top Bar Hive für die Entwicklungshilfe in Afrika produziert. Dort werden Bienen auch zur Abwehr von Elefanten eingesetzt. Ein Exemplar dieses Hängebienenhauses ist ebenfalls im Hinteren Grund zu sehen. Der Honig lässt sich daraus aber nicht einfach herausschleudern, weil die Rahmen fehlen, die in die Schleuder eingehängt werden können. "Die Waben kann man kauen. Das erfreut sich zurzeit steigender Beliebtheit", erläutert Yvonne Scholz.

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